Indiens #Fußball Champs: Die wahren „Kick it like Beckham“ #Mädchen!

Aus dem englischen Original übersetzt von Matthew Brown

football girlsAm 13. Juli 2013 war das aufgeregte Lachen eines Teams indischer Mädchen zu hören, als sie ihre hart erkämpfte Bronze­-Trophäe aus dem renommierten Donosti­ Cup­ in Spanien hochhielten! Die meisten der unter 14-jährigen Mädchen aus dem abgelegenen Dorf Ormanjhi im indischen Bundesstaat Jharkhand waren bis dahin noch nie außerhalb ihres Dorfes gewesen!

Die spanischen Organisatoren nannten die Mädchen „Supergoats“, weil diese in den Trainingsstunden vor dem eigentlichen Spiel mit nackten Füßen spielten. Aufgrund ihrer begrenzten Mittel hätten sie es sich nicht leisten können, eine neue Ausrüstung zu kaufen, wenn beim Training etwas kaputt gegangen wäre. Deshalb wollten sie ihre Ausrüstung für das eigentliche Spiel aufsparen.

Allerdings ist die Vorgeschichte zu dem, was die Mädchen ertragen mussten, um ihren Traum zu verwirklichen, sowohl herzzerreißend als auch ärgerlich! In einem gerade erschienenen Interview berichten die Mädchen, wie lokale Bürokraten in ihrem Dorf sie für ihren Traum und ihre Sehnsucht gedemütigt und ihnen Steine in den Weg gelegt haben, als sie die Geburtsurkunden beantragen wollten, die sie benötigten, um einen Pass und ein Visum zu bekommen.

Die Regierungsbeamten entschieden, dass die Mädchen ihre Geburtsurkunden mit Sklavenarbeit, wie kochen, aufräumen und putzen, verdienen sollten.

Die Beamten missbrauchten die Mädchen auch körperlich. Sie wurden geschlagen und getreten. Ausserdem wurde ihnen erzählt, dass sie in Spanien niemals einen Sieg erringen könnten, weil sie im Vergleich zu den europäischen Mädchen so unterernährt und schwächlich seien.

Letzendlich haben es die Mädchen geschafft, ihre Geburtsurkunden zu bekommen, weil ihr Trainer, ein Amerikaner namens Franz Gastler, der die Gruppe „Yuwa­-India“ gründete (das Team der Mädchen war ein Teil davon), sich für sie einsetzte und die Angelegenheit vor übergeordnete Behörden brachte.

Aber nicht nur, dass die indischen Medien nichts über den hart erkämpften Sieg dieser jungen Mädchen berichteten, die durch nichts als ihre Träume angetrieben wurden. Beschämenderweise schienen weder Praful Patel, der Präsident des indischen Fußballverbandes „All India Football Federation“ (AIFF),  noch der neue indische Sportminister, Jitendra Singh, von der Leistung der Mädchen Notiz zu nehmen!

Wie viele Mädchen gibt noch in Indien, mit großem Potential und unglaublichen Träumen,  die von der korrupten und frauenfeindlichen Regierung und der politischen Maschinerie in Grund und Boden gestampft werden?

Wie wichtig ist es, die Freiheit und die Rechte der Frauen und Mädchen in Indien auf die politische Plattform zu bringen?




ZUM ÜBERSETZER

Matthew Brown wurde in der Nähe von Chicago geboren und wuchs an den Stränden von Los Angeles auf. Er begann seine Weltreisen mit einer Punk-Rock-Band und entwickelte auf diesen Reisen seinen Geschmack für multikulturelle Kunst, Medien und Literatur. Nach seinem erfolgreichen Abschluss an der California State University Long Beach setzte er sein Engagement für Kunst und Literatur fort und unterstützte die Gründer der Bilingual Foundation of the Arts und des Carmen Zapata Theatre. Zur Zeit wohnt er in Coesfeld (Deutschland) und arbeitet freiberuflich als Künstler und Schriftsteller.

#Mumbai: Modedesignerin von Chefin in #Sexhandel verkauft

Aus dem englischen Original übersetzt von Andrea Wlazik

Mumbai, 11. Januar 2014
Auf der Polizeistation in Khar zeigte am Donnerstag eine 27-jährige Modedesignerin ihre Chefin wegen Menschenhandels an. Die Inhaberin von Boutiquen in Khar und Dubai soll dem Opfer einen lukrativen Auftrag in der Dubai versprochen haben. Statt dessen verkaufte sie sie in den dortigen Sexhandel. Die Frau hatte für den angeblichen Auftrag vom Opfer eine Vermittlungsprovision von 100.000 Rupien bekommen. Das Opfer erreichte Dubai im Juni. Sie berichtet, dass sie 25 Tage lang im Zimmer eines 5-Sterne-Hotels gefangengehalten und von verschiedenen Männern vergewaltigt worden sei. Hier der Bericht:
http://timesofindia.indiatimes.com/city/mumbai/Fashion-designer-pushed-into-prostitution/articleshow/28653361.cms

25-jährige Frau in Uttar Pradesh wegen #Mitgift totgeprügelt

Aus dem englischen Original übersetzt von Andrea Wlazik

Gorakhpur, UP, 05. Januar 2014
Am Freitag Nacht, wurde in Uttar Pradesh, einem Staat, in dem Kriminalität gegen Frauen besonders häufig vorkommt, erneut eine junge Frau, die 25-jährige Lalita Devi, die im dritten Monat schwanger war, von ihrem Ehemann und ihren Schwiegereltern in Bangai auf Höhe der Guleria Polizeistation zu Tode geprügelt. Lalitas Eltern berichten, dass die Schwiegereltern seit Lalitas Hochzeit ein Motorrad, 20.000 Rupien in Bar und eine Goldkette gefordert hatten. Auf Veranlassung von Lalitas Vater hat die Polizei ein Verfahren gegen den Ehemann und Schwiegereltern eingeleitet und den Leichnam zur Autopsie gegeben.

http://articles.timesofindia.indiatimes.com/2014-01-05/varanasi/45881888_1_bus-conductor-upsrtc-bus-bus-driver

13-jähriges Dalitmädchen in Uttarakhand gruppenvergewaltigt, gefoltert und getötet

Aus dem englischen Original übersetzt von Andrea Wlazik

Uttarakhand, 09. Januar 2014
Im Bezirk Haridwar in Uttarakhand wurde ein 13-jähriges Dalitmädchen gruppenvergewaltigt, gefoltert und schließlich getötet. Ihr nackter, geschundener Körper wurde in einem Zuckerrohrfeld entdeckt. Sie war Schülerin eines zentralen staatlichen Mädcheninternats in der Nähe von Haridwar. Sie war nach Hause gekommen, um die Winterferien dort zu verbringen.
http://articles.timesofindia.indiatimes.com/2014-01-09/india/46028771_1_dalit-girl-uttarakhand-chief-minister-haridwar

Dänische Touristin in Neu-Delhi von mehreren Männern vergewaltigt

Aus dem englischen Original übersetzt von Andrea Wlazik

Neu-Delhi, 15. Januar 2014
Berichten zufolge wurde am 14. Januar eine 51-jährige dänische Touristin in der Nähe des Bahnhofs Neu-Delhi mit einem Messer bedroht und von mehr als 6 Männern vergewaltigt. Sie hatte sich auf dem Rückweg zu ihrem Hotel in Paharganj verlaufen und eine Gruppe Männer nach dem Weg gefragt. Die Männer führten sie zu einer abgelegenen Stelle, bedrohten sie mit einem Messer und vergewaltigten sie. Zudem raubten sie ihr ihre Wertsachen. Das Opfer soll eine medizinische Untersuchung verweigert haben. Sie will nach Dänemark zurück reisen. Hier der (englischsprachige) Bericht:  http://www.thehindu.com/news/national/danish-tourist-gangraped-in-delhi/article5577707.ece

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11 Sicherheitstipps für Frauen, die in Indien alleine leben oder reisen

Indien: 18-jährige Deutsche in fahrendem Zug vergewaltigt

Aus dem englischen Original übersetzt von Andrea Wlazik

Chennai, 15. Januar 2014
Eine 18-jährige Deutsche, die nach Chennai gekommen war, um für eine NGO (Nichtregierungsorganisiation) zu arbeiten, hat bei der Polizei Anzeige wegen Vergewaltigung erstattet. Sie berichtet, dass sie in einem Zug, mit dem sie von Mangalore nach Chennai reiste, überfallen wurde, während sie schlief. Sie sagt, sie hatte zu große Angst davor, um Hilfe zu rufen und andere Passagiere zu alarmieren, die im selben Abteil schliefen. Drei Tage später wandte sie sich an die Polizei; bislang wurde ein Mann festgenommen. Weitere (englischsprachige) Informationen finden Sie hier:
https://hromedia.com/2014/01/15/india-man-arrested-allegedly-raping-a-german-teen-in-moving-train/

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#Assam: 850 Fälle von #Morden und Selbstmorden im Zusammenhang mit #Mitgift innerhalb von 6 Jahren

Aus dem englischen Original von Rita Banerji übersetzt von Andrea Wlazik

Guwahati, 03. Januar 2014

Es gibt einen gefährlich ansteigenden Trend von Mitgiftgewalt und -morden im Staat Assam, im Nordosten von Indien, einem Staat, in dem Mitgiftforderungen traditionell bislang eher unbekannt waren. In den letzten 6 Jahren wurden dort im Zusammenhang mit dieser Praxis 850 Morde und „Selbstmorde“ erfasst.

Alleine in 2013 (bis Oktober) wurden 135 mitgiftbezogene Todesfälle aufgenommen, in 2012 lag die Anzahl bei 140 Toten. Die bei der Polizei von Assam verfügbare Statistik zeigt jedoch, dass in keiner der Polizeistationen des Staates auch nur ein einziger der im Jahr 2013 (bis Oktober) erfassten 135 Fälle tatsächlich als Straftat gemäß Dowry Prohibition Act (gesetzliches Mitgiftverbot) aufgenommen wurde.

Obwohl der Staatsapparat bereits Maßnahmen gegen an Frauen begangene Straftaten ergriffen hat, ist die Tendenz nach wie vor steigend. Insgesamt wurden in 2013 (bis Oktober) 14.500 an Frauen begangene Straftaten erfasst, deutlich mehr als im Vorjahr. 7.362 Fälle von Grausamkeit durch den Ehemann (§498 A), nahmen die verschiedenen Polizeistationen des Staates auf, desweiteren 1.673 Vergewaltigungsfälle, 1.804 Fälle von Belästigung und 3.535 Entführungen.

Quelle: http://www.assamtribune.com/scripts/detailsnew.asp?id=jan0414/at085

Von Gandhi bis Asaram: Wer ermöglicht „Gurus“ sexuelle Strafhandlungen?

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Asaram in Haft

Aus dem englischen Original von Rita Banerji
übersetzt von Carmen Berelson

Es ist unheimlich, wieviel er mit Gandhi gemein hat. Ich meine damit Asaram, den indischen spirituellen Führer, der vor kurzem wegen sexuellen Missbrauchs an der 15-jährigen Tochter eines seiner Anhänger verhaftet wurde.

Sowohl Gandhi als auch Asaram hatten Millionen von Anhängern, die sie als Heilige und spirituelle Führer sahen und von denen sie „Bapu“ oder Vater genannt wurden. Gandhi wie Asaram haben Sex und sexuelles Begehren als „Sünden“ bezeichnet und jeden Ausdruck von Sexualität verdammt als schmutzige Importe aus dem Westen, die zu vermeiden sind, weil sie Indiens Jugend und Kultur gefährden. Beide predigten ihren Anhängern Abstinenz und die Kontrolle sexuellen Begehrens als eine Form der Selbstläuterung.

Und Gandhi wie auch Asaram waren Heuchler, die in ihrem Streben nach sexueller Befriedigung verschiedener Art gegen ihre eigenen Lehren verstoßen haben, selbst wenn dies zum sexuellen Missbrauch von Mädchen und Frauen unter ihren Anhängern führte.

Details aus Asarams Vergangenheit, die sich nun zu einem Gesamtbild zusammenfügen,  lassen erkennen, dass er Frauen nicht nur sexuell missbrauchte und vergewaltigte, sondern dass er die Frauen in seinem Ashram als sexuelle „Gespielinnen“ betrachtete. Gandhi dagegen hatte unter den jüngeren seiner weiblichen Anhänger einige in den späten Teenagerjahren, die nachts nackt in seinem Bett schliefen. Er behauptete, dass er dadurch die „Macht“ der Enthaltsamkeit testen könne. Umso erschreckender, dass dies nicht nur seinen Anhängern bekannt war, sondern allen, mit denen er in Kontakt kam – seiner großen Fangemeinde aus Politikern, Aktivisten, Philosophen und Journalisten – sowohl in Indien und auch im Ausland. Zu verlangen, dass Mädchen und Frauen nackt in seinem Bett schlafen, ist an sich bereits eine Form des sexuellen Missbrauchs – ein Privileg, dessen sich Gandhi wegen seiner Position und Stellung bediente. Was sich in seinem Bett tatsächlich abspielte, ist bis dato unbekannt, da die Frauen zur Verschwiegenheit verpflichtet waren. Das Verhalten und die Reaktionen der Frauen in seiner Umgebung und Auszüge aus ihren Tagebüchern weisen klare Anzeichen sexueller Manipulation und Ausbeutung auf. [Siehe unten ein Auszug aus meinem Buch ,Sex and Powerʹ.]

Wer oder was ermöglicht diesen spirituellen Führern, die ungestrafte sexuelle Ausbeutung?

Da ist zunächst der Einfluss, den diese Personen wegen ihrer hypnotischen Kraft über große Menschenmassen und damit über die politischen und an der Regierung befindlichen Klassen ausüben. Da sie wegen ihres Status als Kultfigur von Millionen blind verehrt werden, sehen Politiker sie als einfachen Weg, die Massen zu erreichen und zu beeinflussen. Genau deshalb schwiegen die engen politischen Verbündeten Gandhis, selbst jene, die seine Handlungen missbilligten. Die Gründe, warum es 15 Tage gedauert hat, bis Asaram von der Polizei verhaftet wurde, sind ähnlich. Er hatte den Schutz von Politikern, die hoffen, in der nächsten Wahl in Indien im Jahr 2014 die Stimmen von Millionen Indern zu erhalten, die Asaram verehren. Es sind also die blind folgenden Massen, die Gurus und Gottheiten Immunität verleihen. Schließlich eignen sich organisierte Religionen oder Glaubensformen ausgezeichnet für diese Art von Kultmentalität und blinden Gehorsam.

Allerdings geht es dabei im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht um Religion. Diese kultähnliche Mentalität und das blinde Vertrauen bezieht auch Menschen ein, die Religion scheuen, die jedoch Personen wie Gandhi, die für sie gleichbedeutend sind mit hehren Ideen und Idealen, verherrlichen und auf ein Podest stellen.  Und diese geheiligten Männer mit Kultstatus sind in allen Bereichen anzutreffen – Religion, Politik, Sport und sogar in der darstellenden Kunst!

gandhi crowds

Gandhis Gefolgschaft

Asarams Anhänger gingen in die gewaltsame Defensive und attackierten Übertragungswagen  und Journalisten. Die Verehrer Gandhis tun jedoch dasselbe, selbst heute noch!  Artikel, die ich über Gandhi hinsichtlich seiner Einstellung zu Sex, Sexualität und Frauen geschrieben habe, und sogar ein Artikel in einer britischen Zeitung, in der ich zitiert wurde, wurden mit öffentlichen Kommentaren aus Indien und westlichen Ländern bedacht, die verbal feindlich und defensiv waren.  Interessanterweise wollten sich die Kritiker nicht mit dem auseinandersetzen, was geschrieben wurde, sondern hoben die Aspekte hervor, die sie als rehabilitierend erachteten. Anders ausgedrückt:  Weil sie meinen, dass Gandhi Gewaltlosigkeit gepredigt und Indien in die Freiheit geführt hat, ist dieses Verhalten eine Kleinigkeit, die zu ignorieren sie freuding bereit sind! Und sie wünschen sich, dass der Rest von uns das auch tun würde. Andere bestanden darauf, dass sexueller Missbrauch usw. ein Problem unserer Zeit ist, das damals nicht dieselbe Bedeutung hatte!  Ich frage mich, was nach Meinung dieser Leute die Eltern der jungen Mädchen gefühlt haben, die in den 1940er Jahren Gandhis Gefolge angehörten? Wollen sie unterstellen, dass diese Eltern sich geehrt gefühlt haben, weil Gandhi ihre Töchter für seine perversen Sexexperimente missbrauchte?

Es ist sehr wichtig, sich klar zu machen, dass Männer in Führungspositionen Mädchen und Frauen sexuell ausbeuten können, weil die Personen, die ihrem Status huldigen, auch den Raum und die Macht für ihre Handlungen schaffen!

Asaram wurde jetzt verhaftet, was nicht einfach war. Der Vater eines 15-jährigen Opfers stand als Einziger seiner Tochter bei, als sie bei der Polizei ihre Anzeige machte und beschrieb, wie Asaram sie eine Stunde lang gefangen hielt und sich sexuell an ihr verging. Trotz des mächtigen Schutzes, den Asaram durch Politiker, die Polizei und Millionen von wütenden Anhängern genoss, blieb er hartnäckig bei seiner Forderung, dass Asaram verhaftet werden müsse. Der Vater, der einst zu den Anhängern Asarams gehörte, sagte, dass sein damaliger blinder Gehorsam falsch gewesen sei. Andere von Asarams Opfern haben dadurch den Mut erhalten, gegen Asaram auszusagen.

Es ist eine wichtige Erkenntnis, dass jeder von uns verantwortlich ist, für das Unrecht, das Menschen begehen, die wir auf einen Sockel erheben. Jeden von uns trifft eine Mitschuld.

[Nachfolgend einige Auszüge aus den Seiten 265-281 von Sex and Power: Defining History, Shaping Societies geschrieben von Rita Banerji.  Penguin Books, Indien, 2008; Penguin Global, 2009] 

Mohandas K. Gandhi ;Manilal Gandhi ;Mrs. Kanu Gandhi;Pyarelal;Sita Gandhi;Sushila Pai;Raj Kumari[Das Zölibat war eine] von Gandhis bevorzugten Ideologien…die er leidenschaftlich als wesentlichen Aspekt seiner sozialen und politischen Lehren vertrat. …[Er] erachtete Sex bei allen Menschen, auch bei Eheleuten, als „unrein“. Gandhi missfiel die sexuelle Neugierde [der unverheirateten Jugendlichen seines Ashrams]. Er war dafür bekannt, dass er Frauen [unter seinen Anhängern] bat, als guru-dakshina [eine Bezahlung an ihn als Lehrer] ein lebenslanges Gelübde der Keuschheit abzulegen. Er riet [sogar] Eheleuten [in seinem Ashram]…es nicht nur zu vermeiden, ein Bett zu teilen, sondern auch ein Zimmer, es sei denn, sie wollten ein Kind zeugen… Obwohl er den [auf dem Kastenwesen basierenden] Brauch der „Unberührbarkeit“ beklagte,  …besetzte er verantwortungsvolle Positionen in seinem Ashram selten mit Adivasis oder Tribals, … da ihm deren liberale sexuelle Gewohnheiten missfielen … Er hatte die Vision, dass eines Tages „die ganze Welt“ Keuschheit üben würde.“

Gandhis Kampf gegen seine Libido entwickelte sich zu einem lebenslangen Martyrium, weil er wie besessen mit allen möglichen Strategien experimentierte, um „den heimtückischen Feind“, wie er es bezeichnete, zu bekämpfen. Er gab zu, ein Mensch mit intensiver „sexueller Lust“ zu sein,… und er sprach davon, dass er in seinem „Krieg“ gegen diesen „Feind“ ständig „Mut“ brauche und „wachsam“ sein müsse. Er versuchte, Kontrolle durch Nahrungsmittel zu erlangen, die er in solche unterteilte, die seine Libido schürten und in die, die sie abtöteten.

Laut [dem Schweizer Psychologen] Jung drückt diese [Art der sexuellen Unterdrückung, die Gandhi an den Tag legte] sich oftmals durch sexuell perverses Verhalten oder Puritanismus aus, wobei bei Gandhi beide Verhaltensformen deutlich waren. Obwohl er davon besessen war, durch Nahrungsmittel [sexuelle] Stimulation auszuschalten, hat er diese Theorie nicht auf seine [Nähe zu Frauen] angewandt.

Er war ständig von jungen Frauen umringt, die sich seiner [körperlichen] Bedürfnisse annahmen…wozu Massagen in unbekleidetem Zustand [und Bäder] gehörten. Er benutzte Frauen zur Stütze… und beim Gehen legte er seine Arme um ihre Schultern, wenngleich durch einen Spazierstock oder ein paar junge Männer dasselbe hätte erreicht werden können. [Zu seinen sogenannten „Experimenten mit der Wahrheit“ gehörte] Schlafen mit nackten jungen Frauen, um seine Keuschheit zu testen, wobei eines dieser Mädchen seine eigene Großnichte war.

Es ist schwierig, sich den psychologischen Zustand [dieser jungen Frauen, von denen viele Teenager waren] vorzustellen. Es ist allgemein bekannt, dass ihm die Frauen seiner Gefolgschaft körperlich nahe sein wollten …sie konkurrierten darum, von ihm berührt zu werden, …und Frauen, die in seinem Bett schliefen, verhielten sich hysterisch, zeigten [Eifersucht und] Angst vor Zurückweisung, wenn er sich von ihnen abwandte… Der Aufruhr der Gefühle [und in den Leben] einiger dieser Frauen wird in [dem, was in dem Tagebuch als Erzählung eines „Traums“ bezeichnet wird] von Prema Kantak deutlich.  [Sie schreibt,] sie war ein kleines Mädchen in Gandhis Schoß und trank Milch, die von seiner Brust in ihren Mund floss. Sie erinnert sich an den alarmierten Zustand, in dem sie sich in dem Traum befand, weil die Milch nicht aufhörte zu fließen, selbst als sie nicht mehr durstig war und ihre Kleidung und ihr Körper durchnässt waren, während Gandhi sie aufforderte, mehr zu trinken. Obwohl Gandhi freudig versicherte, dies bedeute, dass sie sich bei ihm geborgen fühle, sind der Symbolismus von Samen als Milch und der unterdrückt sexuelle Inhalt [und Hinweis auf sexuellen Missbrauch in dieser Beziehung] unverkennbare Elemente von Premas [aus dem Unterbewusstsein stammenden] Beschreibung.


© The 50 Million Missing Campaign“. Alle Rechte vorbehalten. Bitte beachten Sie bei Weitergabe unsere Hinweise zum Copyright.

ZUR AUTORIN
Rita Banerji ist Autorin, Frauenrechtsaktivistin und Begründerin von “The 50 Million Missing”, einer Kampagne zur Beendung des Völkermords am weiblichen Geschlecht in Indien. Ihr Buch „Sex and Power: Defining History Shaping Societies“ ist ein historischer und gesellschaftlicher Blick darauf, wie die Beziehung von Geschlecht und Macht in Indien zum anhaltenden weiblichen Genderzid führte. Ihre Webseite ist zu finden unter www.ritabanerji.com. Sie bloggt auf Revolutions in my Space und twittert auf @Rita_Banerji.

ZUR ÜBERSETZERIN
Carmen Berelson ist gebürtige Deutsche, wurde in Deutschland zur Übersetzerin ausgebildet und übt diesen Beruf (Fachgebiete Recht, Wirtschaft und Finanzen) freiberuflich in den Vereinigten Staaten aus. Sie interessiert sich für die Rechte von Mensch und Tier, für Ethik und Umweltbelange. Carmen ist unter
CBerelson@aol.com zu erreichen. Ihr Profil ist zu finden unter http://www.atanet.org/onlinedirectories/tsd_listings/tsd_view.fpl?id=2469.

Fordern Sie die Freigabe von Taslima Nasreens Fernsehserie über Frauenrechte in Indien

Aus dem englischen Original übersetzt von Andrea Wlazik

Wie kommt man auf die Idee, dass eine Fernsehserie über die verschiedenen Belange, die Frauen in Indien belasten, religiöse Gefühle verletzen könnte und verboten werden muss?

taslima_nasreenDie Ausstrahlung der von der feministischen Autorin Taslima Nasreen als Drehbuch verfassten (bengalischen) Serie „Dusahobas“, was so viel bedeutet wie „unerträgliches Zusammenleben“, wurde aufgrund des Drucks von islamischen Klerikern in West Bengalen „auf unbestimmte Zeit verschoben“, obwohl sie sendefertig war.

Abdul Aziz von der religiösen Gruppierung Milli Ittehad Parishad erzählt, dass die Gruppierung an die Produzenten geschrieben und diese aufgefordert hätte, Taslimas Namen und Empfehlung aus dem Mehrteiler zu entfernen, obwohl Taslima das Drehbuch für Serie geschrieben hat. Aziz sagt: „Es wurde uns erzählt, dass es ein paar Szenen in der Serie gibt, die unsere Gefühle verletzen könnten.“, ohne weiter auszuführen, in welcher Art genau der Mehrteiler verletzend für die Gefühle von Muslimen in Indien sind.

Tatsächlich geht es in dieser Show nicht um den Islam, sondern um Themen, die Frauen aller Religionen und kulturellen Gemeinschaften in Indien betreffen – Themen wie Mitgift, Mitgiftgewalt, sexuelle Gewalt und das Unterbinden von Bildung. Belange, mit denen die indische Gesellschaft  sich über Massenmedien, wie das Fernsehen, auseinandersetzen muss. Laut Taslima Nasreen basiert die Handlung auf drei Schwestern. Eine von ihnen hat einen dunklen Teint und vermag es wegen der kulturellen Vorurteile gegen Frauen mit dunklerer Haut nicht, einen Bräutigam zu finden. Ihr Vater kann es sich nicht leisten, Mitgift zu zahlen. Die andere Schwester ist  ein Opfer sexueller Gewalt und die dritte ist Studentin.  „Die Geschichte dreht sich um diese drei Schwestern. Deshalb haben die muslimischen Fundamentalisten nichts zu befürchten. Hier geht in keiner Weise gegen Fundamentalismus.”  erklärt Taslima.

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Szene aus der Serie

West Bengalen, ehemals der sicherste Staat für Frauen in Indien, verzeichnet heute, unter der Regierung einer Frau, Ministerpräsidentin Mamata Banerjee, die höchste Rate an Verbrechen gegen Frauen in Indien. Dies hat viel zu tun mit Frau Banerjees Unterstützung einer frauenfeindlichen Kultur und dem patriarchalischen Trend, der ihre Beliebtheit auf Kosten der Frauenrechte aufrecht erhält – eine Schande für Westbengalen und für Indien!  Wir müssen an unsere weiblichen Führungskräfte höhere Anforderungen stellen.

Fordern Sie, dass Taslima Nasreens Fernsehserie über Frauenrechte sofort zur Ausstrahlung freigegeben wird!

Schicken Sie eine Mail an Ministerpräsidentin Mamata Banerjee at : cm-wb@nic.in

Oder kontaktieren Sie das Parlamentsmitglied Derek O’ Brien als Vertreter von Frau Banerjees Regierung per Twitter @quizderek

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