#Wahlen in #Indien: #Politikerinnen während des Wahlkampfs belästigt

Aus dem englischen Original übersetzt von Andrea Wlazik

nagma30. März 2014

Politik und Regierung werden in Indien oft als Orte angepriesen, an denen Frauen gleichberechtigt sind.  Tatsache ist aber, dass Politikerinnen in der Öffentlichkeit der gleichen Art von Schikanen und sexuellen Belästigungen ausgesetzt sind, wie andere Frauen in Indien es tagtäglich sind, auch dann, wenn sie für die Wahlen im April 2014 in den Wahlkampf ziehen.

Die Politikerin Nagma wurde, obwohl sie von Bodyguards umringt war,  anlässlich zahlreicher Gelegenheiten, manchmal von männlichen Politikern und manchmal auch von Männern in öffentlichen Versammlungen, angetatscht. Letzte Woche reagierte sie,  indem sie einen Mann, der sie anfasste, öffentlich ohrfeigte. Einige weibliche Politiker steigen nicht aus ihren Autos, weil sie fürchten, belästigt zu werden. Andere räumen weite Bereiche und sprechen nur von einer erhöhten Plattform aus.

http://timesofindia.indiatimes.com/home/lok-sabha-elections-2014/news/Women-politicians-face-sexist-slurs-pawing-seek-safety-inside-cars/articleshow/32934688.cms

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#Versuchskaninchen für Studien zu #Gebärmutterhalskrebs – 254 arme #Frauen starben in #Indien

Aus dem englischen Original übersetzt von Andrea Wlazik

guinea pigs

Yathart, ein Opfer von Medikamentenversuchen, mit seiner Mutter. Nach einer Impfung bekam er weiße Punkte auf dem Körper. Mail Today berichtet von illegalen Versuchen in Indore.


Versuchskaninchen

3.138 klinische Studien wurden zwischen 2006 und 2009 durchgeführt
806 Studien wurden in 2010 durchgeführt

122 Versuche wurden zwischen Januar Februar 2011 durchgeführt
1.727 anlässlich der Studien gemeldete Todesfälle zwischen 2006 und 2009
132 Todesfälle in 2007
288 Personen starben in 2008
637 Patienten starben i 2009
670 gemeldete Todesfälle in 2010

 

New Delhi,  20 April 2014

Der Tod von 254 armen Frauen aus indischen Dörfern und Slums, die an einer US-finanzierten klinischen Studie zu Gebärmutterhalskrebs teilgenommen hatten, führte zu heftigen Diskussionen über die ethische oder vielmehr unethische Art und Weise, wie klinische Studien in Indien aufgebaut werden. Die im Laufe der Studie gestorbenen Frauen waren Teil einer Kontrollgruppe, die ohne Screening blieb, um die Sterberate bei ungescreenter Bevölkerung zu testen.

Eine ähnliche Auseinandersetzung gab es bereits, als in denselben klinischen Studien im Jahr 2010 vier Mädchen im Teenageralter, die an der Testreihe zur Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV-Impfung) teilnahmen, gestorben waren. Die indische Regierung wurde beschuldigt, ihre Bürger den westlichen medizinischen Unternehmen zum Einsatz als Versuchskaninchen für gefährliche Impfstoffe zur Verfügung zu stellen. Die Probanden wurden aus der ärmsten Schicht Indiens gewählt, die nicht über ausreichende Bildung verfügt, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Für die von der Bill & Melinda Gates-Stiftung finanzierte und vom internationalen Gesundheitsverband PATH und dem indischen Council of Medical Research (ICMR) durchgeführte Studie wurden mehr als 23.000 Mädchen im Alter von 10-14 gegen HPV, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können, geimpft. Die indische Regierung hatte behauptet, die Mädchen seien an anderen Ursachen gestorben, die nichts mit der Impfung zu tun gehabt hätten.

Dennoch wurde Anzeige erstattet beim US  Office for Human Research Protections (OHRP), wo festgestellt wurde, dass die Frauen nicht ausreichend informiert wurden und somit keine fundierte Einwilligung abgeben konnten.

Weitere Informationen in englischer Sprache erhalten Sie hier:

http://timesofindia.indiatimes.com/india/Row-over-clinical-trial-as-254-Indian-women-die/articleshow/34016785.cms

http://www.nature.com/news/2011/110622/full/474427a.html

http://www.australasianscience.com.au/article/issue-october-2013/care-and-consent-fraught-ethics-international-clinical-trials.html

http://www.bihardays.com/making-living-guinea-pig-india-clinical-trials-drug-companies/

Einen ergänzenden deutschen Artikel finden Sie hier:  Indische Frauen als „Versuchskaninchen“ – 254 starben

 

 

Wir haben den Ehrenpreis des Katerva People’s Choice Award gewonnen! Herzlichen Dank!

 

katerva bigLiebe Freunde,

im März hatten wir Sie darüber informiert, dass „The 50 Million Missing Campaign“ als Finalist für die Kategorie „Gleichberechtigung“ des Katerva Award 2013 ausgewählt wurde. Damals baten wir Sie um Ihre Unterstützung für die offene Wahl anlässlich des Katerva People’s Choice Award.

Wir danken Ihnen allen für Ihre herzliche Unterstützung und das mit Ihrer Wahl ausgedrückte Vertrauen in unsere Arbeit.  Dank Ihrer Stimmen haben wir den Katerva People’s Choice Ehrenpreis gewonnen!!!

Der „Katerva Award“ honoriert zukunftsweisende Projekte aus der ganzen Welt und wird auch „der Nobelpreis der Zukunftsfähigkeit“ genannt. 

Die Nominierungen zum Katerva Award finden in 10 Kategorien statt, in 2013  gab es 12 Nominierungen und 5 Finalisten. Um die anderen Nominierungen, Finalisten und Gewinner in der Kategorie „Katerva 2013 – Gleichberechtigung“ und in den anderen Kategorien zu sehen, klicken Sie hier.

Für eine Liste der Katerva Award Gewinner klicken Sie hier.

Um zu erfahren, wie 20% der Frauen systematisch aus Indien ausgelöscht wurden, klicken Sie hier.

Für Ihre Unterstützung danken wir Ihnen sehr. Der einzige Grund, warum wir in den letzten 8 Jahren unermüdlich gegen das kämpfen konnten, was wir als größte Menschenrechtsverletzung dieses Jahrhunderts ansehen, waren unsere gut 500.000 Unterstützer aus über 200 Ländern. Ihre Unterstützung ist unsere Antriebskraft!

In Dankbarkeit

Die Administratoren der „The 50 Million Missing Campaign“

Rita Banerji

Manvendra Bhangui

Caroline Martin

Roxane Metzger

Girendra Singh

Lars-Gunnar Svärd

Andrea Wlazik

Unsere Antwort auf den Brief: „Mein #Ehemann und seine Familie haben versucht, mich zu töten!“

domestic violence is crime

Häusliche Gewalt ist ein Verbrechen!

Aus dem englischen Original übersetzt von Melanie Beaven

„The 50 Million Missing Campaign“ erhält viele eMails von indischen Frauen, die ihre Probleme mitteilen und um Rat fragen.

Vor zwei Tagen erhielten wir den Brief einer jungen Frau, der uns sehr erschüttert hat. Der geschilderte Fall ist nicht außergewöhnlich und wir haben ähnliche Dinge gehört, die sich in vielen Häusern Indiens abspielen. Daher veröffentlichen wir diesen Brief (Name und Anschrift sind uns bekannt) einschließlich unseres Rats, den wir dieser jungen Frau und allen Frauen in ähnlichen Situationen geben.

Bitte befolgen Sie unseren Rat!

Nachstehend ist der Brief, den wir von der jungen Frau erhalten haben:

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Im Moment bin ich völlig aufgelöst und kann keinen klaren Gedanken darüber fassen, was ich als nächstes tun soll. Welche Entscheidung soll ich jetzt treffen? Heute haben mein Schwager und seine Frau zusammen versucht, mich umzubringen, und mein Mann hat ihnen ebenfalls geholfen. Seit meiner Hochzeit haben sie mich ständig gequält. Unsere Hochzeit fand am _/_/2012 statt. Ich hätte nie gedacht, dass man versuchen würde, mich zu töten. In meiner Familie gibt es niemanden, der mir helfen könnte. Mein Vater ist verstorben und meiner Mutter geht es nicht gut. Ich habe zwei jüngere Brüder. Sie sind sehr enttäuscht über den Ausgang meiner Ehe. Ich habe Angst, dass sie sich dazu entscheiden, niemals zu heiraten. Ich möchte auf keinen Fall eine Scheidung, denn danach wird mein Leben wertlos sein. Aber was soll ich jetzt anfangen? Mein Schwiegervater hat mir heute versichert, dass dies nie mehr vorkommen wird. Soll ich ihm vertrauen und meiner Ehe noch eine Chance geben? Er hat mir auch versprochen, dass er mich zusammen mit meinem Mann in ein anderes Haus bringen wird, in dem er dann auch leben wird. Ich habe ihn direkt darum gebeten, dass er bei uns bleiben soll. Bitte helfen Sie mir.

 

Dies ist unser Rat an die junge Frau und alle Frauen in ähnlichen Situationen:

Ihr Ehemann und Schwiegerfamilie haben sich zusammengeschlossen, um Sie zu töten! Hierbei handelt es sich im Sinne des Gesetzes um ein schweres Verbrechen, da unter Vorsatz gehandelt wurde. Wenn diese Menschen Fremde oder Nachbarn wären, würden Sie ihnen dann jemals wieder vertrauen? Würden Sie deren Haus betreten, wenn Sie eingeladen wären? Nein, das würden Sie nicht. Denn Sie würden ihnen nicht Ihr Leben anvertrauen. Also warum setzen Sie mit Ihrem Mann und seiner Familie Ihre Sicherheit und Ihr Leben aufs Spiel? Vor dem Gesetz sind Ihr Mann und Ihre Schwiegerfamilie Kriminelle. Sie sollten mit anderen Verbrechern im Gefängnis sitzen. Würden Sie einem Mann vertrauen, der wegen versuchten Mordes im Gefängnis sitzt? Wie schwer die Lage im Haus Ihrer Mutter auch sein mag, es ist im Moment Ihre beste Möglichkeit. Ihr Leben und Ihre Sicherheit sind wichtiger als Ihre Ehe. Ein Heim und eine Ehe sollen Sicherheit und Geborgenheit bieten. Aber ein Haus und eine Ehe, wo Sie misshandelt werden und man versucht, Sie zu töten, ist kein Heim und diese Leute sind nicht Ihre Familie. Dieser Ort ist schlimmer als die Hölle. Sie machen sich Sorgen, wie sich dies auf Ihre Brüder auswirken wird. Wenn Sie länger in dem Haus und der Ehe verbleiben, lehren Sie Ihre Brüder etwas viel Schlimmeres. Sie geben Ihren jüngeren Brüdern zu verstehen, dass auch sie ihre Frauen misshandeln und gegen sie Mordversuche unternehmen können. Indem Sie die Situation verlassen, werden Sie Ihren jüngeren Brüdern klar machen, dass sie so nicht mit ihren Frauen, oder jedem anderen Menschen, umgehen können. Sie werden ihren Brüdern zeigen, dass es sich hierbei um kriminelles Verhalten handelt. Sie möchten nicht, dass Ihre Brüder zu Kriminellen heranwachsen wie Ihr Mann und seine Familie. Wir raten Ihnen, unverzüglich die folgenden fünf Schritte zu unternehmen:

1) Machen Sie Ihre Sicherheit und den Schutz Ihres Lebens zu Ihrer obersten Priorität

2) Packen Sie einige notwendige Dinge und verlassen Sie das Haus Ihres Mannes ruhig und zügig, ohne jemandem etwas zu sagen, und gehen Sie zum Haus Ihrer Mutter.

3) Auf Sie wird Druck von Ihrer Verwandtschaft, Nachbarn usw. ausgeübt werden, damit Sie zu Ihrem Mann zurückkehren. SPRECHEN Sie mit niemandem und hören Sie niemandem zu.

4) Ihr Mann und die Schwiegerfamilie werden versuchen, Sie zurück zu bringen, um zu verhindern, dass Sie bei der Polizei Anzeige erstatten. Sprechen Sie nicht mit ihnen und hören Sie nicht zu. Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit ihnen.

4) Erstatten Sie unverzüglich Anzeige (FIR) gegen Ihren Mann und seine Familie. Geben Sie alle Namen und Einzelheiten zu Protokoll, einschließlich Datum und Uhrzeit des Mordversuchs und der vorangegangenen Quälereien.

5) Stabilisieren Sie Ihr Leben, finden Sie Trost und Liebe bei Ihrer Mutter und Ihren Brüdern und wenn Sie dann stark genug sind, reichen Sie die Scheidung ein.

 

ZUR ÜBERSETZERIN
Melanie Beaven wurde in Hamburg geboren und lebt seit 2004 in England. Sie hat verschiedene Übersetzungstätigkeiten ausgeführt, unter anderem auch Texte über das babylonische Justizsystem. Sie ist Diakonin in der Methodistischen Kirche in Großbritannien; ihre Interessensschwerpunkte sind Feministische Theologie und der interreligiöse Dialog.

Chetan Bhagat: #Indiens Politikern sind #weibliche #Wählerstimmen ziemlich egal

 

Aus dem englischen Original von Chetan Bhagat
übersetzt von Melanie Beaven

Warum ist es unwahrscheinlich, dass die Verwirklichung der Frauengleichberechtigung [in Indien] von der Politik ausgehen wird? … Nun, [weil] nur diejenigen [Regierungs-] Schritte in Richtung Gleichberechtigung der Frau eine Chance haben, realisiert zu werden, die nicht zu einem Konflikt mit Männern führen… …Schritte, die sich nicht auf den großartigen indischen Mann auswirken. 

Voting for Delhi Assembly [Auch] wenn man Frauen ausbilden kann, wie kann man sicherstellen, dass Arbeitgeber keinerlei Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Bewerbern machen? Es ist vielleicht möglich, einen weiblichen Fötus vor der Abtreibung zu retten, aber wie kann man dafür sorgen, dass dieses Kind später genauso gut aufgezogen wird wie ein männliches Kind? Es gibt womöglich Polizisten, die einen Sexualtäter festnehmen können, aber wie kann man Gruppen von Männern daran hindern, Frauen in Bussen anzüglich anzugrinsen und ihnen die Fahrt unerträglich zu machen? Wie erklärt man Männern, dass eine Frau das Recht hat, attraktive Kleidung zu tragen, oder vielleicht sogar sexy auszusehen, ohne dass ihr unterstellt wird „es“ zu wollen? Dies sind unbequeme Fragen und die Antwort liegt in der Veränderung des Verhaltens und der Einstellung von Männern.

Indische Männer müssen lernen, dass das Land [auch] den Frauen gehört. Sie werden akzeptieren müssen, dass es für sie eventuell weniger Karrierechancen geben wird, weil Frauen einige von diesen für sich in Anspruch nehmen werden… Männer müssen lernen, mit einem gewissen Gefühl der Machtlosigkeit zu leben, wenn sie von einer Frau abgelehnt werden [anderenfalls handelt es sich um Stalking und sexuelle Belästigung!]. Bis all dies geschieht, werden Frauen nicht gleichgestellt sein. Leider wird sich kein Politiker der Männer annehmen, um dies in die Realität umzusetzen. Politiker wollen den „Aam admi“, den indischen Durchschnittsmann, für sich gewinnen [und nicht die „Aam aurat“ – die indische Durchschnittsfrau!]. 

Daher, meine Damen, verlassen Sie sich bitte nicht auf Politiker, wenn es darum geht, Dinge für Sie zu verändern… Wenn es Ihnen ernst ist mit Ihrer Gleichberechtigung, müssen Sie selbst aktiv werden.  Frauen müssen einige der oben angeführten Sachen selbst umsetzen und Männer dazu bringen, sich zu ändern – jweils einen zur Zeit. Setzen Sie sich durch, geben Sie nicht nach und seien Sie nicht zu eifrig damit, Männer zufrieden zu stellen. Wenn Sie Ungleichheit akzeptieren, schaden Sie den Frauen im Allgemeinen – und somit der Hälfte der Nation.

Dies ist ein bearbeiteter Auszug aus Chetan Bhagats Essay „Das neue Wählerpotenzial für der Politiker: Die Durchschnittsfrau“. Sie können das gesamte Essay (auf Englisch) hier lesen. 

ZUM AUTOR

chetan-bhagatChetan Bhagat ist Schriftsteller und Kolumnist.
Seine Website finden Sie unter www.chetanbhagat.com.
Er twittert unter @chetan_bhagat.
 
 
 
 

ZUR ÜBERSETZERIN

Melanie Beaven wurde in Hamburg geboren und lebt seit 2004 in England. Sie hat verschiedene Übersetzungstätigkeiten ausgeführt, unter anderem auch Texte über das babylonische Justizsystem. Sie ist Diakonin in der Methodistischen Kirche in Großbritannien; ihre Interessensschwerpunkte sind Feministische Theologie und der interreligiöse Dialog.

Schwangere lebendig verbrannt – ein #Mitgiftmord?


Die 20-jährige D. Pushpa war im achten Monat schwanger, als sie – vermutlich von ihrem Ehemann und den Schwiegereltern –  angezündet wurde. Ihre Eltern berichteten, dass die Familie mehr Mitgift forderte. Es wurde Anzeige erstattet, alle drei Verdächtigen sind flüchtig.

http://violenceonindianwomen.wordpress.com/2014/04/01/burnt-alive-for-dowry-when-she-was-8-months-pregnant/


Obwohl schon seit 1961 per Gesetz verboten, ist die Mitgiftproblematik in Indien nach wie vor sehr aktuell. Schätzungen gehen davon aus, dass dort jedes Jahr über 100.000 Frauen wegen der Mitgift verbrannt werden.

Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel #Mitgift-Morde: 106.000 Frauen innerhalb eines Jahres lebendig verbrannt.

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