Warum indische Frauen lernen müssen, aus der Rolle zu fallen

jnu_1302989fAus dem englischen Original von Rita Banerji
übersetzt von Japleen Pasricha

Warum haben sich Indiens Frauen nach der extrem öffentlichkeitswirksamen Berichterstattung zur Gruppenvergewaltigung von Delhi im Dezember 2012 plötzlich in einem wütenden Massenprotest aufgebäumt? Da ich eine Kampagne gegen den geschlechtsspezifischen Völkermord an Frauen in Indien führe, wurde mir diese Frage wiederholt gestellt.

Ich verstehe nicht, warum das die Leute verwirrt. Indien ist das viertgefährlichste Land für Frauen nach Afghanistan, dem Kongo und Pakistan. In 20 Jahren werden 20 Prozent der Frauen in Indien durch die verschiedensten Formen geschlechtsspezifischer Gewalt systematisch ausgerottet worden sein.

Wieviel mehr hätten indische Frauen erdulden sollen, bevor sie sich zum Aufstand erheben?

Vielleicht müssen wir begreifen, dass Frauenrevolutionen überall aus den gleichen Gründen geschehen. Der Impuls ist derselbe. Was ist dieser Impuls? Den vollständigen (englischen) Bericht aus „The Huffington Post“ finden Sie hier.

ABOUT THE WRITER

Rita Banerji ist Autorin, Frauenrechtsaktivistin und Begründerin von „The 50 Million Missing“ (50 Millionen verschwunden), einer Kampagne zur Beendung des Völkermords am weiblichen Geschlecht in Indien. Ihr Buch ‘Sex and Power: Defining History Shaping Societies ist ein historischer und gesellschaftlicher Blick darauf, wie die Beziehung von Geschlecht und Macht in Indien zum anhaltenden weiblichen Genderzid führte. Ihre Webseite ist zu finden unter www.ritabanerji.com. Sie bloggt auf Revolutions in my Space und twittert auf @Rita_Banerji

ZUM ÜBERSETZER
Japleen Pasricha ist Studentin der Germanistik an der Jawaharlal Nehru University, New Delhi. Außerdem interessiert sie sich für Frauen-, Männer- und Geschlechterforschung. Sie bloggt hier und hat eine englischsprachige Facebook-Seite über Feminismus in Indien.

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Das Brandmarken und Lynchen von Frauen als „Hexen“ in Indien nimmt zu

Aus dem englischen Original übersetzt von Japleen Pasricha

Am 18. Oktober 2012 wurden drei Frauen in West Midnapore im Bezirk Bengalen brutal gelyncht von einer Gruppe Männer ihres Dorfes, die behaupteten, die Frauen seien „Hexen“.

Nach Angaben des National Crime Record Bureau sind seit 2008 768 Frauen wegen Ausübung von Hexerei ermordet worden. Dies sind jedoch nur die gemeldeten Fälle.

Die Anzahl der Tötungen von Frauen als „Hexen“ erhöht sich jedes Jahr und breitet sich in Gebiete aus, in denen diese Tradition bislang unbekannt war. Eine Analyse der Zee Research Group (ZRG) zeigt, dass Bundesstaaten wie Karnataka und Chhattisgarh, die 2010 keine bzw. 8 „Hexenmorde“ meldeten, in nur einem Jahr eine Besorgnis erregende Zunahme verzeichneten. Während Karnataka in 2011 77 Fälle meldete, gab es in Chattisgarh in 2011 eine Steigerung von 8 auf 17 Fälle.

Professor Bula Bhadra, ein Soziologe aus Kalkutta, sagt :„Wir stellen fest, dass Witwen oder Frauen, die getrennt leben, die bevorzugte Zielgruppe jener Täter sind, die Frauen angeblich für die Hexenjagd töten. Die Gesellschaft glaubt, dass finanziell unabhängige Frauen kein Recht haben zu leben und dass ihnen ihr ganzes Eigentum und ihr Besitz unter dem Vorwand der Hexenjagd einfach abgenommen werden kann. Den vollständigen (englischen) Bericht finden Sie hier.

ZUM ÜBERSETZER
Japleen Pasricha ist Studentin der Germanistik an der Jawaharlal Nehru University, New Delhi. Außerdem interessiert sie sich für Frauen-, Männer- und Geschlechterforschung. Sie bloggt hier und hat eine englischsprachige Facebook-Seite über Feminismus in Indien.

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