Werden #Frauen in #Indien bei den #Wahlen 2014 #NOTA wählen, um #Vergewaltiger und #Mörder aus der Regierung zu entfernen?

why are rapists sitting in parliamentAus dem englischen Original von Rita Banerji,
übersetzt und ergänzt von Samira Goth

Während in Indien vom 07. April bis 12. Mai 2014 gewählt wird, fordert die „The 50 Million Missing Campaign“ indische Frauen dazu auf, NOTA zu wählen, um eine Regierung herbeizuführen, die für Frauen sicher ist. NOTA ist eine Wahloption für indische Bürger, die erstmals bei einer Wahl zur Verfügung steht und „None of The Above“ (keinen der oben Genannten) bedeutet. Drückt ein Wähler den NOTA-Knopf, bringt er damit zum Ausdruck, dass er alle politischen Parteien und ihre Kandidaten ablehnt, die bei dieser Wahl antreten.

WARUM HAT DAS OBERSTE INDISCHE GERICHT DIE NOTA-OPTION EINGERICHTET?

Im Laufe der letzten 20 Jahre besteht immer größere Sorge darüber, dass es eine eskalierende Präsenz von Kriminellen in der indischen Regierung und den politischen Parteien gibt. Mit jeder Wahl erhöht sich dieser Zuwachs an Kriminellen. Bei derWahl von 2004 waren 24 % der Parlamentsabgeordneten (MPs) in laufende strafrechtliche Verfahren verwickelt. 

In der Wahl von 2009 war ihre Zahl bereits auf 30 % gestiegen. Die Mehrheit dieser Fälle dreht sich um ernstzunehmende Anklagen wie Vergewaltigung, Mord, Erpressung und andere Formen von Gewalt gegen Frauen wie Belästigungen, Stalking und mit Mitgift in Verbindung stehende Gewalt und/oderMord. Die Aufstellung krimineller Politiker nach Bundesstaat zeigt haarsträubende Statistiken. So werden z.B. aktuell gegen 50 % der MPs aus Jharkhand strafrechtliche Vorwürfe erhoben und gegen 48 % der MPs aus Maharashtra.

Kriminelle, die in de rindischen Regierung das Sagen haben, sind wenig geneigt, Gesetze anzuwenden, die Frauen und andere Bürger schützen. In der Tat besteht ein erheblicher politischer Druck und es wird enorm manövriert, damit Straftaten ungeahndet bleiben. Es ließ sich schon häufig beobachten, dass Vergewaltigung und andere Gewaltverbrechen gegen Frauen als politischer „Anreiz“ vom System fast „genossen“ werden.

Kürzlich versuchte das Oberste Gericht, Kriminelle aus der Regierung zu entfernen,  sah sich aber immensem Widerstand gegenüber. Die regierende Congress-Partei versuchte sogar, eine Verordnung durchzudrücken, um der Initiative des Obersten Gerichtes eine Abfuhr zu erteilen.

Die Einrichtung des NOTA-Knopfes als Wahloption für indische Bürger zeigt klar, wie hilflos der Oberste Indische Gerichtshof dabei ist, die Regierung von Straftaten und Straftätern zu befreien. In seiner Stellungnahme erklärte das Oberste Gericht: Wenn eine große Zahl von Wählern den NOTA-Knopf drückt, wird dies die politischen Parteien zwingen, bessere Kandidaten zu suchen.“

Der NOTA-Knopf ist leicht zu finden. Er ist der LETZTE Knopf auf der Kandidatenliste im elektronischen Abstimmungsgerät. Dort steht: „None of the Above – NOTA“.

WIESO SIND ALLE POLITISCHEN PARTEIEN FRAUENFEINDLICH?

  1. ALLE PARTEIEN REKRUTIEREN UNVERHOHLEN VERGEWALTIGER UND MÖRDER
    Jede einzelne Partei, die dieses Jahr zur Wahl antritt, hat
    eine Zunahme an Politikern mit kriminellem Hintergrund. Von den zwei größten Parteien haben 48 MPs von der Congress-Partei und 46 MPs von der BJP schwebende Verfahren laufen. Kleinere Parteien wie die Shiv Sena haben 8, doch wenn man bedenkt, dass sie nur 10 MPs haben, bedeutet dies, 80 % ihrer Politiker sind krimineller Vergehen angeklagt. Einer Mehrzahl von ihnen werden ernste Vergehen wie Vergewaltigung und Mord zur Last gelegt.
  2. ALLE PARTEIEN ARBEITEN MIT FOREN ZUSAMMEN, DIE FRAUEN SYSTEMATISCH UNTERDRÜCKEN
    Zu diesen Foren gehören religiöse Organisationen und Anführer wie
    Asaram (jetzt verurteilt wegen einer Reihe von Vergewaltigungen und sexuellen Belästigungen von Mädchen), Ram Dev (der offen Methoden propagiert, Söhne statt Töchter zu zeugen) und moslemische Anführer (wie Maulana Taqueer Raza), die Fatwas gegen Frauen aussprechen, die sich gegen ihre fundamentalistischen, frauenfeindlichen Diktate wehren. Alle politischen Parteien bilden auch Allianzen mit Khap Panchayats (Dorfräten), die berüchtigt für das Abhalten von Scheingerichten sind, bei denen außergerichtliche Bestrafungen wie „Ehrenmorde“ und Massenvergewaltigungen erteilt werden.
  3. SPITZENPOLITIKER SIND FÜR FÄLLE ERNSTER INTERNATIONALER MENSCHENRECHTSVERGEHEN VERANTWORTLICH
    Die Anführer bzw. der Premierministerkandidat der beiden größten Parteien, Congress und BJP, sind auch verantwortlich für eine direkte Mitwirkung oder den Schutz der Verantwortlichen an systematischen Massakern und Massenvergewaltigungen von Minderheiten. 
    2002 gab es einen systematischen und geplanten Angriff auf Moslems im Gujarat, wobei Tausende getötet, vergewaltigt und heimatlos gemacht wurden. Narendra Modi, der damals Ministerpräsident des Gujarat war und den man lange Zeit dafür verantwortlich machte, direkt sein geheimes Einverständnis zu diesen Taten von Leuten in seiner eigenen Regierung gegeben zu haben, ist der heutige Premierministerkandidat der BJP. Obgleich viele in Modis Regierung für schuldig befunden wurden, konnte man Modi trotz vieler Zeugenaussagen keine Beteiligung nachweisen. Ein ähnlicher, systematischer Angriff auf Sikhs fand 1984 in Delhi statt, als Tausende unter stillschweigendem Einverständnis getötet, vergewaltigt und heimatlos gemacht wurden. Gandhis Schergen, die bekanntermaßen das Massaker und die Vergewaltigungen organisierten, werden bis heute von Sonia Gandhi, der Witwe Rajiv Gandhis, und dem aktuellen Führer der Congress-Partei geschützt. [Rajiv Gandhi war persönlich motiviert, da seine Mutter Indira Gandhi von ihren Sikh-Leibwächtern ermordet worden war. Anm. d. Ü.] In der Tat belohnt Frau Gandhi diese Politiker sogar mit politischen Positionen und verschafft ihnen damit Macht. Menschenrechtsgruppen, deren Rechtsfälle wiederholt in indischen Gerichten blockiert wurden, versuchen nun über ein Gericht in New York, Sonia Gandhi wegen Behinderung der Justiz und Schutz von Verbrechern, die gegen die Menschenrechte verstoßen haben, verurteilen zu lassen.
  4. ALLE PARTEIEN NEHMEN OFFEN POLITIKER AUF, DIE UNGENIERT FRAUENRECHTE VERLETZEN
    Manche Parteispitzenfunktionäre wie Mamta Banerjee von der TMC-Partei sowie viele andere aus ihrer Partei haben
    Vergewaltigungsopfer wiederholt für die an ihnen begangenen Verbrechen verantwortlich gemacht. Der Bundesstaat ist mittlerweile die Nr. 1 in Vergewaltigungen und anderen Gewaltverbrechen gegen Frauen. Parteien wie die SP in Uttar Pradesh, einem Staat mit einer der höchsten Vergewaltigungsraten, haben sogar den Männern versprochen, die Vergewaltigungsgesetze zu „lockern“, falls sie diese Wahl gewinnen! Der Justizminister der neu gegründeten AAP-Partei führte einen Lynchmob zu den Wohnungen afrikanischer Frauen in Delhi und verletzte damit das Gesetz, für dessen Schutz er eintreten sollte, indem er von der Polizei gegen alle gesetzlichen Protokolle verlangte, die Frauen zu verhaften, weil man dem Mob eingeredet hatte, diese Frauen seien Prostituierte.

 WARUM ALLE INDISCHEN FRAUEN MIT„NOTA“ STIMMEN SOLLTEN

Indien ist heute das weltweit viertgefährlichste Land für Frauen. Doch da in den anderen drei Ländern Bürgerkrieg herrscht, macht dies Indien für Frauen zur gefährlichsten Demokratie der Welt.

Indien hat systematisch 20 % der Frauen durch unterschiedlichste Formen der Gewalt ausgelöscht. Das schlägt sich auch in einem geringeren Anteil an Wählerinnen nieder. Dies ist eine Botschaft an die Frauen Indiens, dass es für sie in diesem Land keinen Platz gibt.  Man erlaubt ihnen nicht einmal zu überleben! Es ist ein Genozid, der weltweit seinesgleichen sucht. 

Warum fanden die indischen Frauen bisher keine vereinte und starke Stimme und keinen Impuls,gegen diese völkermörderische Gewalt im gesamten Land zu protestieren und sich zu wehren?

Vielleicht weil indische Frauen so in ihren Identitäten von Region, Kaste, Klasse, Klan und Religion gefangen sind, dass sie den Blick auf ihre Identität als „Frauen“ verloren haben. Sind die indischen Frauen so verloren, dass sie nicht erkennen, wie die Gewalt, die sie durch Kindesmord, Mitgiftmord, Ehrenmorde und Vergewaltigungen ausmerzt, sie alle betrifft? 

Begreifen indische Frauen,dass keine andere Menschengruppe in Indien in diesem Maße durch Gewalt ausgelöscht wurde wie sie – die Frauen?

Vielleicht sind die politischen Parteien verantwortlich, weil sie Kaste, Klasse und Religion mit List und Tücke einsetzen, um Unfrieden zwischen den Menschen zu stiften. Vielleicht muss man es sogar den Liberalen Indiens anlasten, die die Menschenrechte einer Gruppe verteidigen, doch zur Verletzung der Menschenrechte einer anderen Gruppe schweigen und dadurch eine Trennung zwischen den Menschen schaffen.

Als Nobelpreisträger Amartya Sen sagte, er würde weder für BJP noch Modi stimmen, weil wir die moslemischen Minderheiten schützen müssen, hätte er auch betonen müssen, dass er nicht für Congress stimmen könne, weil wir unsere Sikh-Minderheiten schützen müssen. Stattdessen verteidigte er Sonia Gandhi! Wir müssen die Menschenrechte aller schützen, egal von wem! Als die Sozialaktivistin Arundhati Roy ihre Stimme gegen die Vergewaltigungen von moslemischen Frauen in Kashmir durch die indische Armee erhob,hätte sie auch etwas gegen die systematischen Vergewaltigungen und Morde an den in der Minderheit lebenden Hindus und Sikhs in Kashmir sagen müssen, die zu deren Massenabwanderung führte. Tatsächlich hätte sie sich auch gegen die Kontrolle der Taliban in Kashmir stark machen sollen, die ihre unterdrückerischen Diktate gegen Frauen immer mehr verstärken, sie zum Tragen von Schleiern zwingen und sie mit Säureangriffen bedrohen, falls sie Jeans tragen, singen, tanzen oder zur Schule gehen.  

Alle Frauen sind Menschen. Und als solche haben wir Menschenrechte. Es ist völlig unerheblich, welche Gruppe diese Rechte verletzt oder zu welcher Gruppe eine Frau gehört, deren Rechte verletzt werden. Die Unterdrückung einer Frau ist die Unterdrückung einer jeden Frau.

Als Frauen können wir uns es nicht leisten, dieser Gewalt und Ausrottung durch Indien und sein kriminelles Regierungssystem schweigend zuzusehen. Damit sich etwas ändert, müssen die Frauen Indiens sich vereinigen und mit EINER STIMME Sicherheit und Freiheit einfordern!  

DIE „THE 50 MILLION MISSING CAMPAIGN“ FORDERT ALLE INDISCHEN FRAUEN AUF, DEN NOTA-KNOPF ZU DRÜCKEN, WENN SIE ZUR WAHL GEHEN UND DEN POLITISCHEN PARTEIEN DAMIT ZU SIGNALISIEREN, DASS VERGEWALTIGER UND MÖRDER IN DER REGIERUNG NICHT LÄNGER TOLERIERT WERDEN!

ZUR ÜBERSETZERIN

Lakshmi Samira Goth hat ihre Magisterarbeit in Ethnologie über die Mitgift-Problematik in Indien geschrieben, ist mit einem Inder verheiratet und lebt in Indien und Deutschland.  Sie ist professionelle Übersetzerin und beratende Lektorin der „The 50 Million Missing Campaign”. Ihre Homepage ist zu finden unter www.geckolingua.com.

 

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#Mitgift-Morde: 106.000 Frauen innerhalb eines Jahres lebendig verbrannt

Aus dem englischen Original übersetzt von Lakshmi Samira Goth


2009 veröffentlichte die renommierte medizinische Zeitschrift „The Lancet“ eine Studie, die Schockierendes enthüllte. Sie deckte auf, dass innerhalb von einem Jahr mindestens 106.000 Frauen in Indien in ihrem Zuhause durch Feuer ums Leben gekommen sind. Das bedeutet, dass alle fünf Minuten eine Frau bei lebendigem Leib verbrannt ist! 

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Foto: Ron Harmon. Alle Rechte vorbehalten.

Diese Ergebnisse kamen zustande, indem man Krankenhausdaten zu Todesfällen durch Verbrennungen  zusammentrug. Die meisten der betroffenen Frauen waren verheiratet und 18-35 Jahre alt, gehörten also zu der Altersgruppe, in der verheiratete Frauen in Indien am ehesten Opfer von Mitgiftmorden durch ihre Ehemänner und ihre Schwiegerfamilie werden. Auch im Gespräch mit Angehörigen der Opfer stellten die Forscher fest, dass die meisten dieser Todesfälle unter verdächtigen Umständen geschahen.

Die Studie wies ferner darauf hin, dass die Polizei es ablehnte, Ermittlungen anzustellen und sich in den meisten Fällen sogar weigerte, eine Anzeige aufzunehmen, was bei mutmaßlichen Mitgiftmorden häufig vorkommt. Wie die Untersuchung des Lancet außerdem ergab, werden viele Frauen, die wegen der Mitgift umgebracht werden, verbrannt, weil diese Todesursache sich am einfachsten als Selbstmord oder „Küchenunfall“ inszenieren lässt.

Indira Jaisingh, eine hochkarätige Frauenrechtlerin und am Obersten Gerichtshof von Indien als Rechtsanwältin tätig, betonte zudem in einem Fernsehinterview, dass die meisten Fälle nie ins Krankenhaus- oder Strafregister eingehen. Somit sind selbst diese 106.000 Todesfälle durch Feuer pro Jahr eine vorsichtige Schätzung und die tatsächlichen Zahlen liegen wahrscheinlich viel höherJaisingh gab dabei auch zu bedenken, dass es viele weitere Arten gibt, wie Frauen wegen der Mitgift getötet werden, also lasse sich kaum einschätzen, wie viele tausend Frauen in Indien tatsächlich jedes Jahr wegen der Mitgift umgebracht werden.

Alljährlich werden Tausende von jungen Frauen in Indien von ihren Ehemännern und Schwiegereltern der Mitgift wegen erpresst und gefoltert. Das Brauchtum der Mitgift gibt es in Indien schon lange. Dabei wird von der Familie der Braut erwartet, dass sie der Familie des Bräutigams zum Zeitpunkt der Eheschließung eine bestimmte Summe an Geld oder Sachgütern bezahlt. 1961 wurde ein Gesetz verabschiedet (der Dowry Prohibition Act), das die Weitergabe und Annahme von Mitgift in Indien für illegal erklärte. Doch der Brauch besteht weiter. Die Mitgiftforderungen enden auch nicht mit der Zahlung einer einmaligen Summe bei der Hochzeit. Immer häufiger nehmen sie kein Ende und gehen noch Jahre nach der Eheschließung weiter. Dazu gehört auch, dass wiederholt Geld gefordert wird, Waren, Gold oder sogar größere Geldtransaktionen, z.B. für Häuser, Grundstücke oder für die Ausbildung eines Familienmitglieds im Ausland.

Häufig wird die Braut, wenn ihre Familie den Forderungen nicht mehr nachgibt, Opfer eines oft eiskalt geplanten Gruppenmords. Sie wird erhängt, erstochen, erschossen, ertränkt oder mit Benzin übergossen und angezündet. Letztere Methode ist so weit verbreitet, dass man diese Morde oft unpassend als „Brautverbrennungen“ bezeichnet.

Nachfolgend einige Zeitungsmeldungen über indische Frauen, die wegen der Mitgift ermordet wurden:

Balrampur, Uttar Pradesh, 01. Okt. 2012: Die zum Zeitpunkt des Vorfalls schwangere 21-jährige Gudda Devi war seit vier Jahren mit Jhinkan verheiratet und wurde ständig wegen mehr Mitgift schikaniert. Sie wurde von ihrem Ehemann und der Schwiegermutter bei lebendigem Leib verbrannt. Der vollständige Bericht

Lucknow, 28. Dez. 2012: Am Mittwoch um 03.00 Uhr früh wurde die 26-jährige Jahnvi von ihrem Ehemann Kamal Kishore, einem Milchmann, getötet. Er erschoss sie aus nächster Nähe und tötete sie auf der Stelle. Sechs Monate vorher musste Jahnvis Vater, ein Landwirt, einen Teil seines Landes verkaufen, um Kamal die Rs. 2 Lakh (€ 2.500) zu geben, die dieser als weitere Mitgift gefordert hatte, da Kamal nicht mit der Summe zufrieden war, die er vorher erhalten hatte. Jahnvis Vater gab an, dass seine Tochter gequält wurde und dass er deshalb sein Land verkaufte, um ihrem Ehemann das Geld zu geben. Doch nachdem er das Geld erhalten hatte, wollte Kamal nun ein Auto. Als er das Auto nicht bekam, erschoss er Jahnvi!  Der vollständige Bericht

Allahabad, Gujarat, 09. Nov. 2012: Sushila Gupta, die Rakesh Gupta im Jahre 2009 geheiratet hatte, beklagte sich oft bei ihren Eltern, dass ihr Ehemann und die Schwiegereltern sie misshandelten, weil sie mehr Mitgift wollten. Sie forderten ein Motorrad und Rs. 50.000 (€ 750) zusätzlich zu dem, was sie bereits an Mitgift erhalten hatten. Als sie keine weitere Mitgift bekamen, wurde Sushila mit ihrer 1½- jährigen Tochter in eine Kiste gesperrt und die Kiste wurde angezündet. Um sicher zu stellen, dass sie nicht entkommen konnte, verriegelten Mann und Schwiegereltern die Zimmertüre von außen. Bis die Nachbarn die Türe aufbrechen und versuchen konnten, Mutter und Tochter aus der Kiste zu befreien, waren sie verbrannt. Hier der Bericht

Surat, Gujarat, 06. Nov. 2012: Ihr Ehemann und ihre Schwiegereltern ließen die 27-jährige Puja verhungern, weil ihre Eltern nicht mehr Mitgift zahlen konnten. „Meiner Schwester ging es in den letzten Monaten durch den Hunger sehr schlecht und ihr sich immer weiter verschlechternder Gesundheitszustand führte schließlich zu ihrem Tod. Sie quälten sie wegen der Mitgift“ erklärte ihr Bruder in seiner Anzeige bei der Polizei.  Hier der vollständige Bericht

Hyderabad, Andhra Pradesh, 30. Jan. 2013: Shaikh Bibijan hatte Chinna Qasim 2005 geheiratet, einen Mann, von dem sie dachte, dass er sie liebt.  Doch Chinna begann, sie wegen der Mitgift zu schikanieren und zu misshandeln.  Bibijan kam seinen Geldforderungen mehrere Male nach, indem sie ihre alte Mutter darum bat.  Doch als die Forderungen nicht nachließen, verließ Bibijan Chinna und kehrte 2012 mit ihren beiden Kindern ins Haus der Mutter zurück. Sie versuchte bei der örtlichen Polizei eine Anzeige wegen Mitgift-Misshandlung zu machen, doch – wie es häufig der Fall ist – sie wurde von der Polizei ignoriert und man nahm keine Anzeige auf. Eines Abends erschien Chinna betrunken und aggressiv im Haus von Bibijans Eltern. Er griff seine Frau mit einem Schlachtermesser an und schlug ihr beide Arme ab. Bibijan hatte sich durch Näharbeiten ihren Lebensunterhalt verdient, was sie nun nicht mehr tun kann. Ihre Mutter ist sehr alt und arm und kämpft um Arbeit, um sich um ihre Tochter und ihre Enkel kümmern zu können, die oft hungern müssen. Und die Familie wartet noch immer auf Gerechtigkeit. Lesen Sie hier den Bericht.

Jaisalmer, Rajasthan, 10. August 2012:  Eine 21-Jährige, die drei Jahre lang wegen der Mitgift von ihrem Ehemann und der Schwiegermutter gequält worden war, wurde von den beiden angegriffen, mit Kerosin übergossen und angezündet. Sie erlag am späten Mittwoch Abend ihren Verletzungen im Krankenhaus. Vor ihrem Tod machte sie der Polizei gegenüber noch eine vollständige Aussage.  Hier der Bericht

Muzaffarnagar, 08. Juli 2012:  Asma, die mit Naeem verheiratet war, wurde von ihrem Ehemann und den Schwiegereltern zu Tode geprügelt, nachdem sie deren ständigen Forderungen nach mehr Mitgift nicht nachkommen konnte. Die Polizei nahm den Ehemann und seine Eltern fest. Lesen Sie hier den Bericht.

Noida, Haryana, 03. Juli 2012:  Jyoti, die vor zwei Jahren Gyanender aus der Gegend von Bisrakh geheiratet hatte und immer wieder wegen Mitgift drangsaliert worden war, wurde plötzlich krank und starb im Krankenhaus. Ihr Vater Rati Ram machte bei der Polizei eine Anzeige gegen ihren Ehemann und die Schwiegereltern und sagte, sie hätten Jyoti nicht nur ständig wegen der Mitgift gequält, sondern sie zudem auch vergiftet. Die Schwiegereltern sind derzeit flüchtig. Hier der Bericht

Ethah, Uttar Pradesh, 16. Juni 2012:  Eine verheiratete Frau Mitte 20 und ihre beiden Töchter (3 Jahre alt und 8 Monate alt) wurden von den Schwiegereltern der Frau angezündet und verbrannt.  Der Bruder der Frau gab an, dass die Schwiegerfamilie seit ihrer Hochzeit Mitgiftforderungen gestellt hatte. Lesen Sie hier den Bericht.

Kanpur, 22. Mai 2012:  Umesh Verma und drei andere Mitglieder seiner Familie, einschließlich der Mutter, wurden für den Mord an seiner Frau zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Umesh und seine Familie waren nicht mit der Mitgift zufrieden, die seine Frau Vidushi zum Zeitpunkt ihrer Eheschließung erhalten hatte und forderten ein Auto. Sie quälten Vidushi physisch und psychisch. Am 8. Dezember 2010 schlugen Umesh und andere Familienmitglieder so lange auf Vidushi ein, bis sie starb.  Später hingen sie ihre Leiche in einem Zimmer des Hauses auf, um es nach einem Selbstmord aussehen zu lassen.  Lesen Sie hier den Bericht.

Kolkata, West Bengal, 09. April 2012:  Zusammen mit seinem Sohn, seiner Frau und seiner Tochter übergoss Raj Kumar Pandey, ein Polizei-Wachtmeister, seine 25-jährige Schwiegertochter Anuska mit Kerosin und zündete sie an, weil ihre Eltern nicht den Forderungen nach mehr Mitgift in Form von Gold und einem Motorrad nachkamen. Anuska starb im Krankenhaus. Hier der Bericht

Amritsar, Punjab, 07. April 2012:  Für viele Frauen in Indien ist es ein Albtraum, eine Tochter zur Welt zu bringen, denn dann fangen ihre Ehemänner und Schwiegereltern an, sie zu quälen. In vielen Fällen werden Frauen umgebracht, weil sie Töchter zur Welt bringen. [Hier der Nachrichtenartikel] Um dieser Art von Gewalt zu entgehen, töten Frauen ihre Töchter nach der Geburt oft selbst. [Lesen Sie hier den Nachrichtenartikel] Doch Jagroop Kaur aus Amritsar, die die ständigen Misshandlungen ihres Mannes wegen der Mitgift nicht länger ertragen konnte, zündete sich selbst und ihre 3-jährige Tochter an. Beide starben. Es kam zu keiner Verhaftung. Lesen Sie hier den Bericht.

Hyderabad, 06. April 2012:  Nazeer Khan ermordete seine beiden Töchter – die 8-jährige Shakirin und die 16-jährige Shajeeda –, damit er später keine Mitgift für sie zahlen muss. Khan erwürgte Shakirin und entledigte sich ihrer Leiche.  Shajeeda verabreichte er Schlaftabletten und legte ihren Körper auf die Eisenbahnschienen, wo sie von einem Zug überfahren und getötet wurde. Hier der Bericht

Orissa,  09. April 2012:  Ratnakar Behera aus Parang in Orissa erschoss seine Ehefrau Churni. Außerdem schoss er auf seine Schwiegermutter und verwundete diese schwer. 2007 hatte Behera Churni geheiratet und begann schon bald, sie zu misshandeln, weil er mehr Mitgift wollte. Sie zeigte ihn bei der Polizei an, verließ ihn schließlich und kehrte in ihr Elternhaus zurück. Behera besuchte seine Schwiegereltern und wollte Churni wieder mitnehmen, doch sie weigerte sich. Daraufhin eröffnete Behera das Feuer auf die Familie und tötete seine FrauLesen Sie hier den Bericht.

New Delhi, 24. November 2011:  Rekha Ranis Ehemann quälte sie zusammen mit seiner Schwester und seiner Mutter psychisch und physisch und bedrohte sie sogar mit dem Tod, um mehr Mitgift von Rekhas Eltern zu erpressen. Am 9. Mai 2011 erhielten Rekhas Eltern die Nachricht, dass sie sich erhängt habe. Die Eltern waren sofort der Ansicht, dass dieser „Selbstmord“ nur inszeniert war. Eine von Rekha Ranis Schwägerinnen, Seema Singhal, die zusammen mit anderen Familienmitgliedern verhaftet wurde und der man keine Kaution gewährte, war Lehrerin mit Jura-Abschluss. Lesen Sie hier den Bericht.

Herndon, Virginia, USA, 25. Juni 2004:  Divya, 21, wurde in drei Stücke gehackt, die dann in drei Koffer gepackt und in Herndon in der Nähe des Dulles International Airport in Virginia als Abfall entsorgt wurden. Divyas Eltern gaben an, sie sei von ihrem Mann, K. Praveen Kumar, wegen Mitgiftforderungen ermordet worden. Praveen gestand, Divya mit Kissen erstickt zu haben und ihre Leiche dann mit Axt, Säge und Schneidemaschine ausgeblutet und zerteilt zu haben. Hier der Bericht

Kanpur, Uttar Pradesh, 01. Oktober, 2011:  Die 25-jährige Neeru Verma, die im 6. Monat schwanger war, wurde im Distrikt Chakeri vom Ehemann und den Schwiegereltern der Mitgift wegen ermordet. Neerus Mann, Schwiegervater und Schwiegermutter verlangten von ihr, ein Motorrad, eine Waschmaschine und Geld aus dem Haus ihrer Eltern zu holen. Als Neeru sich weigerte, verletzten sie sie mit Ledergürteln, erdrosselten sie mit einem Nylonseil und hingen sie später an der Decke ihres Zimmers auf. Hier finden Sie den vollständigen Bericht.

Mumbai, 19. April 2011:  Komal Cheda, eine 31-jährige Bankmanagerin bei HDFC, einer der größten Banken in Asien, erhängte sich in Mumbai, nachdem sie wegen Mitgift von ihrem Ehemann und dessen Eltern psychisch und physisch gequält worden war. Ihr Vater gab an, dass Komals Tortur sofort nach der Heirat begann. Ihr Ehemann und ihre Schwiegereltern waren bankrott und forderten immer wieder Geld von Komal, damit sie ihre Schulden zurückzahlen konnten. „Komal gab sogar dem jüngeren Bruder [ihres Mannes] 2 Lakh Rupien (€ 2.500), damit er in den USA studieren kann“  Lesen Sie hier den Bericht.

Patna, 26. September 2011:  Amrita Kumari wurde am Mittwoch Abend von ihrem Ehemann und dessen Onkel in der Nähe der Gandhi-Setu-Brücke in Patna in den Fluss geworfen. Fischer am Rasalpur Ganga Ghat im Distrikt Samastipur, über 40 km flussabwärts, sahen ihren bewusstlosen Körper am nächsten Morgen vorbeitreiben und retteten sie. „Mein Ehemann, sein Onkel, meine Schwiegermutter und zwei Freunde der Familie fuhren abends mit mir im Auto zur Ganges-Brücke. Mein Mann und sein Freund packten mich an den Händen, während sein Onkel und dessen Freund meine Füße nahmen und mich in den Ganges warfen, wo ich sterben sollte erzählte Kumari am Samstag einem Richter. Lesen Sie hier den Bericht

ANSHU SINGH: 45 TAGE NACH IHRER HOCHZEIT GETÖTET

anshuAnshu Singh war eine intelligente, junge Frau, die von einer erfolgreichen Karriere und einem glücklichen Familienleben träumte. Doch sie wurde von ihrem Ehemann und den Schwiegereltern aufgrund deren Gier nach Mitgift nur 6 Wochen nach der Hochzeit getötet. Die „The 50 Million Missing Campaign“ unterstützt Anshu Singhs Vater, Girendra Singh, in seinem Kampf für Gerechtigkeit und wünscht der Familie Stärke und Mut, ihren Kampf fortzusetzen, bis der Gerechtigkeit Genüge getan wurde.  Klicken Sie hier, um Anshu Singhs Geschichte zu lesen.




ROOPA: AUS GIER NACH MITGIFT ZUM TRINKEN VON SÄURE GEZWUNGEN

slide 11 Roopa's story

Foto: Rita Banerji

Roopa ist eine junge Frau, die von ihrer wohlhabenden, Land besitzenden Schwiegerfamilie unerbittlich wegen der Mitgift drangsaliert wurde. Als ihre Eltern sich weigerten, diese zu zahlen, hielten ihr Mann und seine Eltern sie fest und zwangen sie, Säure zu trinken. Als die „The 50 Million Missing Campaign“ von Roopas Fall erfuhr, wurde uns klar, dass sie schnellstmöglich eine Operation benötigte oder sterben würde. Ihre Eingeweide waren verbrannt und sie verhungerte langsam. Die Kampagne verfügt über keinerlei Geldmittel, daher baten wir zahllose kapitalkräftige Vereine, Organisationen, Regierungen in Indien und in anderen Ländern um Hilfe für sie. Doch die Zeit wurde knapp und Roopa benötigte eine sofortige Operation. Daher spendeten einige Mitglieder der Kampagne schließlich direkt und halfen ihren Eltern, die sehr arm waren und kein Geld hatten, ihre Krankenhausrechnungen zu bezahlen. Klicken Sie hier, um Roopas Geschichte zu lesen.

© „The 50 Million Missing Campaign“. Alle Rechte vorbehalten. Bitte beachten Sie bei Weitergabe unsere Hinweise zum Copyright.

ZU DEN FOTOGRAFEN
Die Fotos in diesem Beitrag wurden von Fotografen gemacht, die Mitglieder der „The 50 Million Missing Campaign“ sind.  2400 Fotografen aus der ganzen Welt unterstützen den
Fotopool der „The 50 Million Missing Campaign“ auf flickr. Weitere Arbeiten dieser Fotografen können Sie sehen, wenn Sie auf die Fotos klicken. Von dort werden Sie auf deren eigene Webseiten weitergeleitet.

ZUR ÜBERSETZERIN
Lakshmi Samira Goth hat ihre Magisterarbeit in Ethnologie über die Mitgift-Problematik in Indien geschrieben, ist mit einem Inder verheiratet und lebt in Indien und Deutschland. Sie ist professionelle Übersetzerin und beratende Lektorin der „The 50 Million Missing Campaign“. Ihre Homepage ist zu finden unter www.geckolingua.com

Fragen Sie den indischen Premierminister: Kann eine gewalttätige Polizei Gewalt gegen Frauen stoppen?

Aus dem englischen Original übersetzt von Lakshmi Samira Goth

Fragen Sie den indischen Premierminister: Weiß er, warum die Menge, die gegen die Gruppenvergewaltigung eines 5-jährigen Kindes in Delhi protestiert, so wütend auf seine Regierung ist? 

Bitte unterstützen Sie unsere Forderung: Der Premierminister soll den Polizeichef von Delhi, Neeraj Kumar, sofort entlassen. Unterzeichnen Sie hier unsere Petition.

women beating_vivid times_z Die Vergewaltigung von Kindern ist abscheulich! Umso erschreckender ist, dass selbst regierungseigene Daten zeigen, dass jedes zweite Kind in Indien Opfer irgend einer Form von sexuellem Missbrauch  ist.

Stellen Sie die Frage, die auch von der indischen Öffentlichkeit immer lauter gestellt wird: Kann eine korrupte und gewalttätige Polizei Vergewaltigungen und andere Formen von Gewalt gegen Mädchen und Frauen unter Kontrolle halten oder stoppen – Gewalt, die in Indien mittlerweile Mehr von diesem Beitrag lesen

Proteste in Delhi wegen Anstieg von Kindesvergewaltigungen um 336% und Polizeigewalt

delhi rape police pkgAus dem englischen Original übersetzt von Lakshmi Samira Goth

Ähnlich wie bei den Protesten gegen die Gruppenvergewaltigung in Delhi im Dezember 2012 macht erneut eine wütende Öffentlichkeit ihrem Ärger in Indiens Hauptstadt Luft. Letzte Woche wurde ein 5-jähriges Mädchen entführt, zwei Tage lang von zwei erwachsenen Männern festgehalten, wiederholt vergewaltigt und mit unterschiedlichen Objekten wie Kerzen und Flaschen, die in sie eingeführt wurden, sexuell gefoltert. Dann versuchten die Vergewaltiger, sie zu töten, indem sie ihr die Kehle aufschlitzten. Die Polizei, die sich zuvor geweigert hatte, eine Vermisstenanzeige der Eltern aufzunehmen, versuchte später, den Fall zu vertuschen, während das Kind im Krankenhaus um sein Leben kämpfte. Sie weigerten sich nicht nur, eine Anzeige wegen Vergewaltigung aufzunehmen, sondern boten dem Vater Rs. 2000 (€ 29) an, damit er seinen Mund hält! Sie sagten ihm, er solle sich nicht an die Medien oder die Öffentlichkeit wenden, da man ihn nur auslachen würde! Als später Frauen vor der Polizei protestierten, wurden einige von ihnen von Polizisten verprügelt!

Wie wir bereits in einem früheren Beitrag berichteten, hat die Vergewaltigung von Frauen in Indien um 873 % zugenommen. Doch auch Vergewaltigung von und sexuelle Gewalt gegen Kinder hat epidemische Mehr von diesem Beitrag lesen

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