Teenagermädchen vergewaltigt und erhängt

Der Baum, an dem die Mädchen aufgehängt wurden

Der Baum, an dem die Mädchen aufgehängt wurden

Zwei Teenagermädchen, die in die Felder in der Nähe ihres Dorfes Badayun gegangen sind, wurden von vermutlich 5 Männern vergewaltigt, zwei von ihnen Polizeibeamte. Anschließend wurden sie getötet und an einem Baum aufgehängt. Die Polzei hatte sich geweigert der Famlie bei der Suche nach den Mädchen behilflich zu sein und sie statt dessen direkt dorthin geschickt, wo die Mädchen zu finden sein könnten. Die Mädchen gehören zur untersten Kaste, den Dalit, während die Vergewaltiger einer der höheren Kasten, den Yadav angehören.

Es wird vermutet, dass es sich um ein kastenbasiertes Hassverbrechen handelt. Andere glauben, dass es ein Racheakt gegen das Dorf ist, weil dieses gegen die regierende Partei gestimmt hatte.

Weiterführende deutschsprachige Informationen: http://netzfrauen.org/?p=13617

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Unsere Antwort auf den Brief: „Mein #Ehemann und seine Familie haben versucht, mich zu töten!“

domestic violence is crime

Häusliche Gewalt ist ein Verbrechen!

Aus dem englischen Original übersetzt von Melanie Beaven

„The 50 Million Missing Campaign“ erhält viele eMails von indischen Frauen, die ihre Probleme mitteilen und um Rat fragen.

Vor zwei Tagen erhielten wir den Brief einer jungen Frau, der uns sehr erschüttert hat. Der geschilderte Fall ist nicht außergewöhnlich und wir haben ähnliche Dinge gehört, die sich in vielen Häusern Indiens abspielen. Daher veröffentlichen wir diesen Brief (Name und Anschrift sind uns bekannt) einschließlich unseres Rats, den wir dieser jungen Frau und allen Frauen in ähnlichen Situationen geben.

Bitte befolgen Sie unseren Rat!

Nachstehend ist der Brief, den wir von der jungen Frau erhalten haben:

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Im Moment bin ich völlig aufgelöst und kann keinen klaren Gedanken darüber fassen, was ich als nächstes tun soll. Welche Entscheidung soll ich jetzt treffen? Heute haben mein Schwager und seine Frau zusammen versucht, mich umzubringen, und mein Mann hat ihnen ebenfalls geholfen. Seit meiner Hochzeit haben sie mich ständig gequält. Unsere Hochzeit fand am _/_/2012 statt. Ich hätte nie gedacht, dass man versuchen würde, mich zu töten. In meiner Familie gibt es niemanden, der mir helfen könnte. Mein Vater ist verstorben und meiner Mutter geht es nicht gut. Ich habe zwei jüngere Brüder. Sie sind sehr enttäuscht über den Ausgang meiner Ehe. Ich habe Angst, dass sie sich dazu entscheiden, niemals zu heiraten. Ich möchte auf keinen Fall eine Scheidung, denn danach wird mein Leben wertlos sein. Aber was soll ich jetzt anfangen? Mein Schwiegervater hat mir heute versichert, dass dies nie mehr vorkommen wird. Soll ich ihm vertrauen und meiner Ehe noch eine Chance geben? Er hat mir auch versprochen, dass er mich zusammen mit meinem Mann in ein anderes Haus bringen wird, in dem er dann auch leben wird. Ich habe ihn direkt darum gebeten, dass er bei uns bleiben soll. Bitte helfen Sie mir.

 

Dies ist unser Rat an die junge Frau und alle Frauen in ähnlichen Situationen:

Ihr Ehemann und Schwiegerfamilie haben sich zusammengeschlossen, um Sie zu töten! Hierbei handelt es sich im Sinne des Gesetzes um ein schweres Verbrechen, da unter Vorsatz gehandelt wurde. Wenn diese Menschen Fremde oder Nachbarn wären, würden Sie ihnen dann jemals wieder vertrauen? Würden Sie deren Haus betreten, wenn Sie eingeladen wären? Nein, das würden Sie nicht. Denn Sie würden ihnen nicht Ihr Leben anvertrauen. Also warum setzen Sie mit Ihrem Mann und seiner Familie Ihre Sicherheit und Ihr Leben aufs Spiel? Vor dem Gesetz sind Ihr Mann und Ihre Schwiegerfamilie Kriminelle. Sie sollten mit anderen Verbrechern im Gefängnis sitzen. Würden Sie einem Mann vertrauen, der wegen versuchten Mordes im Gefängnis sitzt? Wie schwer die Lage im Haus Ihrer Mutter auch sein mag, es ist im Moment Ihre beste Möglichkeit. Ihr Leben und Ihre Sicherheit sind wichtiger als Ihre Ehe. Ein Heim und eine Ehe sollen Sicherheit und Geborgenheit bieten. Aber ein Haus und eine Ehe, wo Sie misshandelt werden und man versucht, Sie zu töten, ist kein Heim und diese Leute sind nicht Ihre Familie. Dieser Ort ist schlimmer als die Hölle. Sie machen sich Sorgen, wie sich dies auf Ihre Brüder auswirken wird. Wenn Sie länger in dem Haus und der Ehe verbleiben, lehren Sie Ihre Brüder etwas viel Schlimmeres. Sie geben Ihren jüngeren Brüdern zu verstehen, dass auch sie ihre Frauen misshandeln und gegen sie Mordversuche unternehmen können. Indem Sie die Situation verlassen, werden Sie Ihren jüngeren Brüdern klar machen, dass sie so nicht mit ihren Frauen, oder jedem anderen Menschen, umgehen können. Sie werden ihren Brüdern zeigen, dass es sich hierbei um kriminelles Verhalten handelt. Sie möchten nicht, dass Ihre Brüder zu Kriminellen heranwachsen wie Ihr Mann und seine Familie. Wir raten Ihnen, unverzüglich die folgenden fünf Schritte zu unternehmen:

1) Machen Sie Ihre Sicherheit und den Schutz Ihres Lebens zu Ihrer obersten Priorität

2) Packen Sie einige notwendige Dinge und verlassen Sie das Haus Ihres Mannes ruhig und zügig, ohne jemandem etwas zu sagen, und gehen Sie zum Haus Ihrer Mutter.

3) Auf Sie wird Druck von Ihrer Verwandtschaft, Nachbarn usw. ausgeübt werden, damit Sie zu Ihrem Mann zurückkehren. SPRECHEN Sie mit niemandem und hören Sie niemandem zu.

4) Ihr Mann und die Schwiegerfamilie werden versuchen, Sie zurück zu bringen, um zu verhindern, dass Sie bei der Polizei Anzeige erstatten. Sprechen Sie nicht mit ihnen und hören Sie nicht zu. Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit ihnen.

4) Erstatten Sie unverzüglich Anzeige (FIR) gegen Ihren Mann und seine Familie. Geben Sie alle Namen und Einzelheiten zu Protokoll, einschließlich Datum und Uhrzeit des Mordversuchs und der vorangegangenen Quälereien.

5) Stabilisieren Sie Ihr Leben, finden Sie Trost und Liebe bei Ihrer Mutter und Ihren Brüdern und wenn Sie dann stark genug sind, reichen Sie die Scheidung ein.

 

ZUR ÜBERSETZERIN
Melanie Beaven wurde in Hamburg geboren und lebt seit 2004 in England. Sie hat verschiedene Übersetzungstätigkeiten ausgeführt, unter anderem auch Texte über das babylonische Justizsystem. Sie ist Diakonin in der Methodistischen Kirche in Großbritannien; ihre Interessensschwerpunkte sind Feministische Theologie und der interreligiöse Dialog.

13-jähriges Dalitmädchen in Uttarakhand gruppenvergewaltigt, gefoltert und getötet

Aus dem englischen Original übersetzt von Andrea Wlazik

Uttarakhand, 09. Januar 2014
Im Bezirk Haridwar in Uttarakhand wurde ein 13-jähriges Dalitmädchen gruppenvergewaltigt, gefoltert und schließlich getötet. Ihr nackter, geschundener Körper wurde in einem Zuckerrohrfeld entdeckt. Sie war Schülerin eines zentralen staatlichen Mädcheninternats in der Nähe von Haridwar. Sie war nach Hause gekommen, um die Winterferien dort zu verbringen.
http://articles.timesofindia.indiatimes.com/2014-01-09/india/46028771_1_dalit-girl-uttarakhand-chief-minister-haridwar

#Mitgift-Morde: 106.000 Frauen innerhalb eines Jahres lebendig verbrannt

Aus dem englischen Original übersetzt von Lakshmi Samira Goth


2009 veröffentlichte die renommierte medizinische Zeitschrift „The Lancet“ eine Studie, die Schockierendes enthüllte. Sie deckte auf, dass innerhalb von einem Jahr mindestens 106.000 Frauen in Indien in ihrem Zuhause durch Feuer ums Leben gekommen sind. Das bedeutet, dass alle fünf Minuten eine Frau bei lebendigem Leib verbrannt ist! 

burnt for dowry by ron harmon

Foto: Ron Harmon. Alle Rechte vorbehalten.

Diese Ergebnisse kamen zustande, indem man Krankenhausdaten zu Todesfällen durch Verbrennungen  zusammentrug. Die meisten der betroffenen Frauen waren verheiratet und 18-35 Jahre alt, gehörten also zu der Altersgruppe, in der verheiratete Frauen in Indien am ehesten Opfer von Mitgiftmorden durch ihre Ehemänner und ihre Schwiegerfamilie werden. Auch im Gespräch mit Angehörigen der Opfer stellten die Forscher fest, dass die meisten dieser Todesfälle unter verdächtigen Umständen geschahen.

Die Studie wies ferner darauf hin, dass die Polizei es ablehnte, Ermittlungen anzustellen und sich in den meisten Fällen sogar weigerte, eine Anzeige aufzunehmen, was bei mutmaßlichen Mitgiftmorden häufig vorkommt. Wie die Untersuchung des Lancet außerdem ergab, werden viele Frauen, die wegen der Mitgift umgebracht werden, verbrannt, weil diese Todesursache sich am einfachsten als Selbstmord oder „Küchenunfall“ inszenieren lässt.

Indira Jaisingh, eine hochkarätige Frauenrechtlerin und am Obersten Gerichtshof von Indien als Rechtsanwältin tätig, betonte zudem in einem Fernsehinterview, dass die meisten Fälle nie ins Krankenhaus- oder Strafregister eingehen. Somit sind selbst diese 106.000 Todesfälle durch Feuer pro Jahr eine vorsichtige Schätzung und die tatsächlichen Zahlen liegen wahrscheinlich viel höherJaisingh gab dabei auch zu bedenken, dass es viele weitere Arten gibt, wie Frauen wegen der Mitgift getötet werden, also lasse sich kaum einschätzen, wie viele tausend Frauen in Indien tatsächlich jedes Jahr wegen der Mitgift umgebracht werden.

Alljährlich werden Tausende von jungen Frauen in Indien von ihren Ehemännern und Schwiegereltern der Mitgift wegen erpresst und gefoltert. Das Brauchtum der Mitgift gibt es in Indien schon lange. Dabei wird von der Familie der Braut erwartet, dass sie der Familie des Bräutigams zum Zeitpunkt der Eheschließung eine bestimmte Summe an Geld oder Sachgütern bezahlt. 1961 wurde ein Gesetz verabschiedet (der Dowry Prohibition Act), das die Weitergabe und Annahme von Mitgift in Indien für illegal erklärte. Doch der Brauch besteht weiter. Die Mitgiftforderungen enden auch nicht mit der Zahlung einer einmaligen Summe bei der Hochzeit. Immer häufiger nehmen sie kein Ende und gehen noch Jahre nach der Eheschließung weiter. Dazu gehört auch, dass wiederholt Geld gefordert wird, Waren, Gold oder sogar größere Geldtransaktionen, z.B. für Häuser, Grundstücke oder für die Ausbildung eines Familienmitglieds im Ausland.

Häufig wird die Braut, wenn ihre Familie den Forderungen nicht mehr nachgibt, Opfer eines oft eiskalt geplanten Gruppenmords. Sie wird erhängt, erstochen, erschossen, ertränkt oder mit Benzin übergossen und angezündet. Letztere Methode ist so weit verbreitet, dass man diese Morde oft unpassend als „Brautverbrennungen“ bezeichnet.

Nachfolgend einige Zeitungsmeldungen über indische Frauen, die wegen der Mitgift ermordet wurden:

Balrampur, Uttar Pradesh, 01. Okt. 2012: Die zum Zeitpunkt des Vorfalls schwangere 21-jährige Gudda Devi war seit vier Jahren mit Jhinkan verheiratet und wurde ständig wegen mehr Mitgift schikaniert. Sie wurde von ihrem Ehemann und der Schwiegermutter bei lebendigem Leib verbrannt. Der vollständige Bericht

Lucknow, 28. Dez. 2012: Am Mittwoch um 03.00 Uhr früh wurde die 26-jährige Jahnvi von ihrem Ehemann Kamal Kishore, einem Milchmann, getötet. Er erschoss sie aus nächster Nähe und tötete sie auf der Stelle. Sechs Monate vorher musste Jahnvis Vater, ein Landwirt, einen Teil seines Landes verkaufen, um Kamal die Rs. 2 Lakh (€ 2.500) zu geben, die dieser als weitere Mitgift gefordert hatte, da Kamal nicht mit der Summe zufrieden war, die er vorher erhalten hatte. Jahnvis Vater gab an, dass seine Tochter gequält wurde und dass er deshalb sein Land verkaufte, um ihrem Ehemann das Geld zu geben. Doch nachdem er das Geld erhalten hatte, wollte Kamal nun ein Auto. Als er das Auto nicht bekam, erschoss er Jahnvi!  Der vollständige Bericht

Allahabad, Gujarat, 09. Nov. 2012: Sushila Gupta, die Rakesh Gupta im Jahre 2009 geheiratet hatte, beklagte sich oft bei ihren Eltern, dass ihr Ehemann und die Schwiegereltern sie misshandelten, weil sie mehr Mitgift wollten. Sie forderten ein Motorrad und Rs. 50.000 (€ 750) zusätzlich zu dem, was sie bereits an Mitgift erhalten hatten. Als sie keine weitere Mitgift bekamen, wurde Sushila mit ihrer 1½- jährigen Tochter in eine Kiste gesperrt und die Kiste wurde angezündet. Um sicher zu stellen, dass sie nicht entkommen konnte, verriegelten Mann und Schwiegereltern die Zimmertüre von außen. Bis die Nachbarn die Türe aufbrechen und versuchen konnten, Mutter und Tochter aus der Kiste zu befreien, waren sie verbrannt. Hier der Bericht

Surat, Gujarat, 06. Nov. 2012: Ihr Ehemann und ihre Schwiegereltern ließen die 27-jährige Puja verhungern, weil ihre Eltern nicht mehr Mitgift zahlen konnten. „Meiner Schwester ging es in den letzten Monaten durch den Hunger sehr schlecht und ihr sich immer weiter verschlechternder Gesundheitszustand führte schließlich zu ihrem Tod. Sie quälten sie wegen der Mitgift“ erklärte ihr Bruder in seiner Anzeige bei der Polizei.  Hier der vollständige Bericht

Hyderabad, Andhra Pradesh, 30. Jan. 2013: Shaikh Bibijan hatte Chinna Qasim 2005 geheiratet, einen Mann, von dem sie dachte, dass er sie liebt.  Doch Chinna begann, sie wegen der Mitgift zu schikanieren und zu misshandeln.  Bibijan kam seinen Geldforderungen mehrere Male nach, indem sie ihre alte Mutter darum bat.  Doch als die Forderungen nicht nachließen, verließ Bibijan Chinna und kehrte 2012 mit ihren beiden Kindern ins Haus der Mutter zurück. Sie versuchte bei der örtlichen Polizei eine Anzeige wegen Mitgift-Misshandlung zu machen, doch – wie es häufig der Fall ist – sie wurde von der Polizei ignoriert und man nahm keine Anzeige auf. Eines Abends erschien Chinna betrunken und aggressiv im Haus von Bibijans Eltern. Er griff seine Frau mit einem Schlachtermesser an und schlug ihr beide Arme ab. Bibijan hatte sich durch Näharbeiten ihren Lebensunterhalt verdient, was sie nun nicht mehr tun kann. Ihre Mutter ist sehr alt und arm und kämpft um Arbeit, um sich um ihre Tochter und ihre Enkel kümmern zu können, die oft hungern müssen. Und die Familie wartet noch immer auf Gerechtigkeit. Lesen Sie hier den Bericht.

Jaisalmer, Rajasthan, 10. August 2012:  Eine 21-Jährige, die drei Jahre lang wegen der Mitgift von ihrem Ehemann und der Schwiegermutter gequält worden war, wurde von den beiden angegriffen, mit Kerosin übergossen und angezündet. Sie erlag am späten Mittwoch Abend ihren Verletzungen im Krankenhaus. Vor ihrem Tod machte sie der Polizei gegenüber noch eine vollständige Aussage.  Hier der Bericht

Muzaffarnagar, 08. Juli 2012:  Asma, die mit Naeem verheiratet war, wurde von ihrem Ehemann und den Schwiegereltern zu Tode geprügelt, nachdem sie deren ständigen Forderungen nach mehr Mitgift nicht nachkommen konnte. Die Polizei nahm den Ehemann und seine Eltern fest. Lesen Sie hier den Bericht.

Noida, Haryana, 03. Juli 2012:  Jyoti, die vor zwei Jahren Gyanender aus der Gegend von Bisrakh geheiratet hatte und immer wieder wegen Mitgift drangsaliert worden war, wurde plötzlich krank und starb im Krankenhaus. Ihr Vater Rati Ram machte bei der Polizei eine Anzeige gegen ihren Ehemann und die Schwiegereltern und sagte, sie hätten Jyoti nicht nur ständig wegen der Mitgift gequält, sondern sie zudem auch vergiftet. Die Schwiegereltern sind derzeit flüchtig. Hier der Bericht

Ethah, Uttar Pradesh, 16. Juni 2012:  Eine verheiratete Frau Mitte 20 und ihre beiden Töchter (3 Jahre alt und 8 Monate alt) wurden von den Schwiegereltern der Frau angezündet und verbrannt.  Der Bruder der Frau gab an, dass die Schwiegerfamilie seit ihrer Hochzeit Mitgiftforderungen gestellt hatte. Lesen Sie hier den Bericht.

Kanpur, 22. Mai 2012:  Umesh Verma und drei andere Mitglieder seiner Familie, einschließlich der Mutter, wurden für den Mord an seiner Frau zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Umesh und seine Familie waren nicht mit der Mitgift zufrieden, die seine Frau Vidushi zum Zeitpunkt ihrer Eheschließung erhalten hatte und forderten ein Auto. Sie quälten Vidushi physisch und psychisch. Am 8. Dezember 2010 schlugen Umesh und andere Familienmitglieder so lange auf Vidushi ein, bis sie starb.  Später hingen sie ihre Leiche in einem Zimmer des Hauses auf, um es nach einem Selbstmord aussehen zu lassen.  Lesen Sie hier den Bericht.

Kolkata, West Bengal, 09. April 2012:  Zusammen mit seinem Sohn, seiner Frau und seiner Tochter übergoss Raj Kumar Pandey, ein Polizei-Wachtmeister, seine 25-jährige Schwiegertochter Anuska mit Kerosin und zündete sie an, weil ihre Eltern nicht den Forderungen nach mehr Mitgift in Form von Gold und einem Motorrad nachkamen. Anuska starb im Krankenhaus. Hier der Bericht

Amritsar, Punjab, 07. April 2012:  Für viele Frauen in Indien ist es ein Albtraum, eine Tochter zur Welt zu bringen, denn dann fangen ihre Ehemänner und Schwiegereltern an, sie zu quälen. In vielen Fällen werden Frauen umgebracht, weil sie Töchter zur Welt bringen. [Hier der Nachrichtenartikel] Um dieser Art von Gewalt zu entgehen, töten Frauen ihre Töchter nach der Geburt oft selbst. [Lesen Sie hier den Nachrichtenartikel] Doch Jagroop Kaur aus Amritsar, die die ständigen Misshandlungen ihres Mannes wegen der Mitgift nicht länger ertragen konnte, zündete sich selbst und ihre 3-jährige Tochter an. Beide starben. Es kam zu keiner Verhaftung. Lesen Sie hier den Bericht.

Hyderabad, 06. April 2012:  Nazeer Khan ermordete seine beiden Töchter – die 8-jährige Shakirin und die 16-jährige Shajeeda –, damit er später keine Mitgift für sie zahlen muss. Khan erwürgte Shakirin und entledigte sich ihrer Leiche.  Shajeeda verabreichte er Schlaftabletten und legte ihren Körper auf die Eisenbahnschienen, wo sie von einem Zug überfahren und getötet wurde. Hier der Bericht

Orissa,  09. April 2012:  Ratnakar Behera aus Parang in Orissa erschoss seine Ehefrau Churni. Außerdem schoss er auf seine Schwiegermutter und verwundete diese schwer. 2007 hatte Behera Churni geheiratet und begann schon bald, sie zu misshandeln, weil er mehr Mitgift wollte. Sie zeigte ihn bei der Polizei an, verließ ihn schließlich und kehrte in ihr Elternhaus zurück. Behera besuchte seine Schwiegereltern und wollte Churni wieder mitnehmen, doch sie weigerte sich. Daraufhin eröffnete Behera das Feuer auf die Familie und tötete seine FrauLesen Sie hier den Bericht.

New Delhi, 24. November 2011:  Rekha Ranis Ehemann quälte sie zusammen mit seiner Schwester und seiner Mutter psychisch und physisch und bedrohte sie sogar mit dem Tod, um mehr Mitgift von Rekhas Eltern zu erpressen. Am 9. Mai 2011 erhielten Rekhas Eltern die Nachricht, dass sie sich erhängt habe. Die Eltern waren sofort der Ansicht, dass dieser „Selbstmord“ nur inszeniert war. Eine von Rekha Ranis Schwägerinnen, Seema Singhal, die zusammen mit anderen Familienmitgliedern verhaftet wurde und der man keine Kaution gewährte, war Lehrerin mit Jura-Abschluss. Lesen Sie hier den Bericht.

Herndon, Virginia, USA, 25. Juni 2004:  Divya, 21, wurde in drei Stücke gehackt, die dann in drei Koffer gepackt und in Herndon in der Nähe des Dulles International Airport in Virginia als Abfall entsorgt wurden. Divyas Eltern gaben an, sie sei von ihrem Mann, K. Praveen Kumar, wegen Mitgiftforderungen ermordet worden. Praveen gestand, Divya mit Kissen erstickt zu haben und ihre Leiche dann mit Axt, Säge und Schneidemaschine ausgeblutet und zerteilt zu haben. Hier der Bericht

Kanpur, Uttar Pradesh, 01. Oktober, 2011:  Die 25-jährige Neeru Verma, die im 6. Monat schwanger war, wurde im Distrikt Chakeri vom Ehemann und den Schwiegereltern der Mitgift wegen ermordet. Neerus Mann, Schwiegervater und Schwiegermutter verlangten von ihr, ein Motorrad, eine Waschmaschine und Geld aus dem Haus ihrer Eltern zu holen. Als Neeru sich weigerte, verletzten sie sie mit Ledergürteln, erdrosselten sie mit einem Nylonseil und hingen sie später an der Decke ihres Zimmers auf. Hier finden Sie den vollständigen Bericht.

Mumbai, 19. April 2011:  Komal Cheda, eine 31-jährige Bankmanagerin bei HDFC, einer der größten Banken in Asien, erhängte sich in Mumbai, nachdem sie wegen Mitgift von ihrem Ehemann und dessen Eltern psychisch und physisch gequält worden war. Ihr Vater gab an, dass Komals Tortur sofort nach der Heirat begann. Ihr Ehemann und ihre Schwiegereltern waren bankrott und forderten immer wieder Geld von Komal, damit sie ihre Schulden zurückzahlen konnten. „Komal gab sogar dem jüngeren Bruder [ihres Mannes] 2 Lakh Rupien (€ 2.500), damit er in den USA studieren kann“  Lesen Sie hier den Bericht.

Patna, 26. September 2011:  Amrita Kumari wurde am Mittwoch Abend von ihrem Ehemann und dessen Onkel in der Nähe der Gandhi-Setu-Brücke in Patna in den Fluss geworfen. Fischer am Rasalpur Ganga Ghat im Distrikt Samastipur, über 40 km flussabwärts, sahen ihren bewusstlosen Körper am nächsten Morgen vorbeitreiben und retteten sie. „Mein Ehemann, sein Onkel, meine Schwiegermutter und zwei Freunde der Familie fuhren abends mit mir im Auto zur Ganges-Brücke. Mein Mann und sein Freund packten mich an den Händen, während sein Onkel und dessen Freund meine Füße nahmen und mich in den Ganges warfen, wo ich sterben sollte erzählte Kumari am Samstag einem Richter. Lesen Sie hier den Bericht

ANSHU SINGH: 45 TAGE NACH IHRER HOCHZEIT GETÖTET

anshuAnshu Singh war eine intelligente, junge Frau, die von einer erfolgreichen Karriere und einem glücklichen Familienleben träumte. Doch sie wurde von ihrem Ehemann und den Schwiegereltern aufgrund deren Gier nach Mitgift nur 6 Wochen nach der Hochzeit getötet. Die „The 50 Million Missing Campaign“ unterstützt Anshu Singhs Vater, Girendra Singh, in seinem Kampf für Gerechtigkeit und wünscht der Familie Stärke und Mut, ihren Kampf fortzusetzen, bis der Gerechtigkeit Genüge getan wurde.  Klicken Sie hier, um Anshu Singhs Geschichte zu lesen.




ROOPA: AUS GIER NACH MITGIFT ZUM TRINKEN VON SÄURE GEZWUNGEN

slide 11 Roopa's story

Foto: Rita Banerji

Roopa ist eine junge Frau, die von ihrer wohlhabenden, Land besitzenden Schwiegerfamilie unerbittlich wegen der Mitgift drangsaliert wurde. Als ihre Eltern sich weigerten, diese zu zahlen, hielten ihr Mann und seine Eltern sie fest und zwangen sie, Säure zu trinken. Als die „The 50 Million Missing Campaign“ von Roopas Fall erfuhr, wurde uns klar, dass sie schnellstmöglich eine Operation benötigte oder sterben würde. Ihre Eingeweide waren verbrannt und sie verhungerte langsam. Die Kampagne verfügt über keinerlei Geldmittel, daher baten wir zahllose kapitalkräftige Vereine, Organisationen, Regierungen in Indien und in anderen Ländern um Hilfe für sie. Doch die Zeit wurde knapp und Roopa benötigte eine sofortige Operation. Daher spendeten einige Mitglieder der Kampagne schließlich direkt und halfen ihren Eltern, die sehr arm waren und kein Geld hatten, ihre Krankenhausrechnungen zu bezahlen. Klicken Sie hier, um Roopas Geschichte zu lesen.

© „The 50 Million Missing Campaign“. Alle Rechte vorbehalten. Bitte beachten Sie bei Weitergabe unsere Hinweise zum Copyright.

ZU DEN FOTOGRAFEN
Die Fotos in diesem Beitrag wurden von Fotografen gemacht, die Mitglieder der „The 50 Million Missing Campaign“ sind.  2400 Fotografen aus der ganzen Welt unterstützen den
Fotopool der „The 50 Million Missing Campaign“ auf flickr. Weitere Arbeiten dieser Fotografen können Sie sehen, wenn Sie auf die Fotos klicken. Von dort werden Sie auf deren eigene Webseiten weitergeleitet.

ZUR ÜBERSETZERIN
Lakshmi Samira Goth hat ihre Magisterarbeit in Ethnologie über die Mitgift-Problematik in Indien geschrieben, ist mit einem Inder verheiratet und lebt in Indien und Deutschland. Sie ist professionelle Übersetzerin und beratende Lektorin der „The 50 Million Missing Campaign“. Ihre Homepage ist zu finden unter www.geckolingua.com

Volkszählung deckt auf: 17 Millionen Mädchen in Indien im Alter von 1-15 Jahren getötet!

ask why_50 million missingAus dem englischen Original von Rita Banerji
übersetzt von Andrea Wlazik

Die Daten der indischen Volkszählung von 2011 zeigen, dass 18 Millionen Mädchen vor ihrem 15. Lebensjahr aus der Bevölkerung ausgelöscht wurden. Die Leute vermuten häufig, dass dies hauptsächlich den geschlechtsspezifischen Abtreibungen geschuldet ist. Die Auswertung der altersbezogenen Daten der letzten indischen Volkszählung besagt allerdings nicht nur, dass die meisten der Mädchen nach der Geburt getötet werden, sondern tatsächlich auch, dass die Tötungen mit steigendem Alter an Häufigkeit zunehmen!

Seit 7 Jahren hinterfrage ich kontinuierlich, warum die Regierung in ihren Ausführungen die extrem undurchsichtige und seltsam anmutende Altersspanne „0-6 Jahre“ benutzt. Was stellt „0 Jahre“ dar? Föten? Und warum sollte die Regierung abgetriebene weibliche Föten und Mädchen, die nach ihrer Geburt bis zum Alter von sechs Jahren getötet wurden, in die selbe „Alterskategorie“ stecken? Außerdem frage ich mich, warum sechs Jahre die Altersgrenze für die Erhebung des Geschlechterverhältnisses bei Kindern ist. Warum ermittelt man das Geschlechterverhältnis nicht von 0-2 Jahren oder 0-10 Jahren? Ist dies ein bewusster Versuch zu verschleiern, wie viele Mädchen tatsächlich nach ihrer Geburt getötet werden?

Als ich begann, Zeitschriften und verschiedene Studien zu sichten, die sich mit der postnatalen Tötung von Mädchen in Indien beschäftigten, fand ich heraus, dass ALLE (von mir gesichteten) STUDIEN, von 5-6 Jahren als dem Alter ausgingen, bis zu dem geborene Mädchen besonders anfällig für Tötungen sind.

Und da wo Daten abgeglichen oder analysiert wurden, gab es klare Hinweise darauf, dass die Anzahl der nach der Geburt getöteten Mädchen in Indien in die Millionen ging.  Daraufhin schrieb ich einen Artikel für „The Women’s News Network“, in dem ich diese Daten zusammenstellte. Der Artikel wurde auch im englischen Hauptblog veröffentlicht und für den deutschen Blog entsprechend übersetzt: Woran sterben Indiens kleine Mädchen?

Leider wurden meine Befürchtungen jetzt durch einen kürzlich veröffentlichten Bericht aus der Volkszählung von 2011 bestätigt, der das Geschlechterverhältnis für jeden vollendeten Altersjahrgang berücksichtigt. Er beweist, dass mindestens 18 Millionen Mädchen bis zum Alter von 15 Jahren aus Indiens Bevölkerung ausgelöscht wurden. Allerdings enthüllt er eine ganze Reihe weiterer erschütternder Fakten. So offenbart er, dass der Großteil dieser Mädchen nicht durch geschlechtsselektive Abtreibung ausgelöscht, sondern nach der Geburt getötet wurde! Noch schockierender ist die Tatsache, dass die Häufigkeit der Tötungen mit dem Alter ansteigt.

HIER DIE ENTHÜLLUNGEN DER ANALYSE DER VOLKSZÄHLUNGSDATEN VON 2011:

18 Millionen Mädchen bis zum Alter von 15 Jahren sind aus Indiens Bevölkerung ausgelöscht worden.

955.000 (weniger als eine Million) Mädchen bis zum Alter von einem Jahr wurden vernichtet. Das bedeutet erschreckenderweise, dass die 17 Millionen weiterer Mädchen nach ihrem ersten Geburtstag getötet wurde.

In der Altersgruppe von 1-6 Jahren wurden ungefähr sieben Millionen Mädchen getötet. (Dort gibt es sieben Millionen mehr Jungs als Mädchen.)

In der Altersgruppe von 7-15 Jahren wurden etwa elf Millionen Mädchen ausgelöscht. (Hier gibt es elf Millionen mehr Jungs als es Mädchen gibt. Meiner Schätzung nach sind in dieser Altersgruppe viele Mädchen nicht erfasst, die dem Frauenhandel zum Opfer gefallen sind.)


Weiterhin deckt die Analyse auf, dass die Anzahl der getöteten Mädchen in städtischen Gebieten viel höher ist als in ländlichen Bezirken. Dies bestätigt ein weiteres Argument, das ich im Zusammenhang mit dem Völkermord an Indiens weiblicher Bevölkerung konsequent vertreten habe. Ich habe behauptet, dass er nicht das Ergebnis von Armut und mangelnder Bildung ist, sondern dass es bei diesem Genozid (geschlechtsspezifischer Völkermord), so wie bei allen anderen Genoziden, um Machtausübung geht. Das ist der grundlegende Perspektivenwechsel, den wir vollziehen müssen, wenn wir den weiblichen Genozid stoppen wollen. Für weitere Informationen, lesen Sie bitte den Artikel:  Warum das Ausmaß des Völkermords an Indiens Frauen mit Wohlstand und Bildung zunimmt.


© The 50 Million Missing Campaign“.Alle Rechte vorbehalten. Bitte beachten Sie bei Weitergabe unsere Hinweise zum Copyright.

ZUR AUTORIN
rita.banerji.photoRita Banerji ist Autorin, Frauenrechtsaktivistin und Begründerin von „The 50 Million Missing“, einer Kampagne zur Beendung des Völkermords am weiblichen Geschlecht in Indien. Ihr Buch Sex and Power: Defining History Shaping Societies ist ein historischer und gesellschaftlicher Blick darauf, wie die Beziehung von Geschlecht und Macht in Indien zum anhaltenden weiblichen Genderzid führte. Ihre Webseite ist zu finden unter www.ritabanerji.com. Sie bloggt auf Revolutions in my Space und twittert auf @Rita_Banerji

ZUM ÜBERSETZER
Andrea Wlazik ist gelernte Fremdsprachenkorrespondentin. Sie arbeitet als freiberufliche Texterin und Übersetzerin und koordiniert den deutschen Blog der „The 50 Million Missing Campaign“. Sie ist außerdem Initiatorin der von der Kampagne unabhängigen deutschen Facebook-Gruppe Femizid in Indien“.

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