Wenn Indiens Oberster Gerichtshof entscheidet, dass vorehelicher #Sex für #Frauen unmoralisch ist

Aus dem englischen Original übersetzt von Tina Sternberg

virginitytest

Jungfräulichkeitstests sind eine Beleidigung für die Würde der Frau

Eine 2013 durchgeführte Studie der India Today Group und dem Marktforschungsinstitut MDRA zu den sexuellen Gepflogenheiten und der sexuellen Einstellung von Männern und Frauen in Indien hat Erstaunliches zutage gefördert. Sie offenbart, dass trotz der zunehmenden Verbreitung vorehelichen Geschlechtsverkehrs unter Männern und Frauen, 77% der Männer angeben, sie würden keine Frau heiraten, die keine Jungfrau mehr ist! Vor Massenhochzeiten, die die Regierung für arme Familien organisiert, werden die Bräute gezwungen, sich durch einen Jungfräulichkeitstest zu qualifizieren!

Im Januar 2014 hat der Oberste Gerichtshof in Neu-Delhi verfügt, dass eine erwachsene Frau, die vorehelichen Sex hat, …dies auf eigenes Risiko  tut … [und]  sie verstehen muss, dass sie sich einem Akt hingibt, der nicht nur unmoralisch ist, sondern auch gegen die Lehre jeder Religion verstößt.

In einem Artikel mit dem Titel „Braut und Vorurteil“ im Magazin India Today untersucht Rita Banerji, warum indische Männer so grundkonservativ bleiben, selbst innerhalb gebildeter Kreise. Außerdem führt sie aus, warum die Fixierung auf die Jungfräulichkeit der Frau als grundlegende Wahrnehmung der weiblichen Sexualität auch ein Grund für andere Formen sexueller Einschränkungen und Gewalttätigkeiten ist, die sich in Indien gegen Frauen richten.

Den vollständigen englischsprachigen Artikel können Sie hier nachlesen: http://indiatoday.intoday.in/story/india-today-group-mdra-2013-sex-survey-virginity-sexuality-marriage/1/328135.html (Die deutsche Übersetzung finden Sie hier: http://wp.me/p3pTPS-nu)



ZUR AUTORIN

Rita Banerji ist Autorin, Frauenrechtsaktivistin und Begründerin von “The 50 Million Missing”, einer Kampagne zur Beendung des Völkermords am weiblichen Geschlecht in Indien. Ihr Buch „Sex and Power: Defining History Shaping Societies“ ist ein historischer und gesellschaftlicher Blick darauf, wie die Beziehung von Geschlecht und Macht in Indien zum anhaltenden weiblichen Genderzid führte. Ihre Webseite ist zu finden unter www.ritabanerji.com. Sie bloggt auf Revolutions in my Space und twittert auf @Rita_Banerji.

 

ZUR ÜBERSETZERIN

Tina Sternberg hat nach ihrem Studium der Literatur und Medien acht Monate in Indien gelebt. Die oft brutalen Widersprüche zwischen zukunftsorientierter Zivilisation und altertümlicher Kultur gehen ihr seither nicht mehr aus dem Kopf.

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#Mumbai: Modedesignerin von Chefin in #Sexhandel verkauft

Aus dem englischen Original übersetzt von Andrea Wlazik

Mumbai, 11. Januar 2014
Auf der Polizeistation in Khar zeigte am Donnerstag eine 27-jährige Modedesignerin ihre Chefin wegen Menschenhandels an. Die Inhaberin von Boutiquen in Khar und Dubai soll dem Opfer einen lukrativen Auftrag in der Dubai versprochen haben. Statt dessen verkaufte sie sie in den dortigen Sexhandel. Die Frau hatte für den angeblichen Auftrag vom Opfer eine Vermittlungsprovision von 100.000 Rupien bekommen. Das Opfer erreichte Dubai im Juni. Sie berichtet, dass sie 25 Tage lang im Zimmer eines 5-Sterne-Hotels gefangengehalten und von verschiedenen Männern vergewaltigt worden sei. Hier der Bericht:
http://timesofindia.indiatimes.com/city/mumbai/Fashion-designer-pushed-into-prostitution/articleshow/28653361.cms

Von Gandhi bis Asaram: Wer ermöglicht „Gurus“ sexuelle Strafhandlungen?

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Asaram in Haft

Aus dem englischen Original von Rita Banerji
übersetzt von Carmen Berelson

Es ist unheimlich, wieviel er mit Gandhi gemein hat. Ich meine damit Asaram, den indischen spirituellen Führer, der vor kurzem wegen sexuellen Missbrauchs an der 15-jährigen Tochter eines seiner Anhänger verhaftet wurde.

Sowohl Gandhi als auch Asaram hatten Millionen von Anhängern, die sie als Heilige und spirituelle Führer sahen und von denen sie „Bapu“ oder Vater genannt wurden. Gandhi wie Asaram haben Sex und sexuelles Begehren als „Sünden“ bezeichnet und jeden Ausdruck von Sexualität verdammt als schmutzige Importe aus dem Westen, die zu vermeiden sind, weil sie Indiens Jugend und Kultur gefährden. Beide predigten ihren Anhängern Abstinenz und die Kontrolle sexuellen Begehrens als eine Form der Selbstläuterung.

Und Gandhi wie auch Asaram waren Heuchler, die in ihrem Streben nach sexueller Befriedigung verschiedener Art gegen ihre eigenen Lehren verstoßen haben, selbst wenn dies zum sexuellen Missbrauch von Mädchen und Frauen unter ihren Anhängern führte.

Details aus Asarams Vergangenheit, die sich nun zu einem Gesamtbild zusammenfügen,  lassen erkennen, dass er Frauen nicht nur sexuell missbrauchte und vergewaltigte, sondern dass er die Frauen in seinem Ashram als sexuelle „Gespielinnen“ betrachtete. Gandhi dagegen hatte unter den jüngeren seiner weiblichen Anhänger einige in den späten Teenagerjahren, die nachts nackt in seinem Bett schliefen. Er behauptete, dass er dadurch die „Macht“ der Enthaltsamkeit testen könne. Umso erschreckender, dass dies nicht nur seinen Anhängern bekannt war, sondern allen, mit denen er in Kontakt kam – seiner großen Fangemeinde aus Politikern, Aktivisten, Philosophen und Journalisten – sowohl in Indien und auch im Ausland. Zu verlangen, dass Mädchen und Frauen nackt in seinem Bett schlafen, ist an sich bereits eine Form des sexuellen Missbrauchs – ein Privileg, dessen sich Gandhi wegen seiner Position und Stellung bediente. Was sich in seinem Bett tatsächlich abspielte, ist bis dato unbekannt, da die Frauen zur Verschwiegenheit verpflichtet waren. Das Verhalten und die Reaktionen der Frauen in seiner Umgebung und Auszüge aus ihren Tagebüchern weisen klare Anzeichen sexueller Manipulation und Ausbeutung auf. [Siehe unten ein Auszug aus meinem Buch ,Sex and Powerʹ.]

Wer oder was ermöglicht diesen spirituellen Führern, die ungestrafte sexuelle Ausbeutung?

Da ist zunächst der Einfluss, den diese Personen wegen ihrer hypnotischen Kraft über große Menschenmassen und damit über die politischen und an der Regierung befindlichen Klassen ausüben. Da sie wegen ihres Status als Kultfigur von Millionen blind verehrt werden, sehen Politiker sie als einfachen Weg, die Massen zu erreichen und zu beeinflussen. Genau deshalb schwiegen die engen politischen Verbündeten Gandhis, selbst jene, die seine Handlungen missbilligten. Die Gründe, warum es 15 Tage gedauert hat, bis Asaram von der Polizei verhaftet wurde, sind ähnlich. Er hatte den Schutz von Politikern, die hoffen, in der nächsten Wahl in Indien im Jahr 2014 die Stimmen von Millionen Indern zu erhalten, die Asaram verehren. Es sind also die blind folgenden Massen, die Gurus und Gottheiten Immunität verleihen. Schließlich eignen sich organisierte Religionen oder Glaubensformen ausgezeichnet für diese Art von Kultmentalität und blinden Gehorsam.

Allerdings geht es dabei im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht um Religion. Diese kultähnliche Mentalität und das blinde Vertrauen bezieht auch Menschen ein, die Religion scheuen, die jedoch Personen wie Gandhi, die für sie gleichbedeutend sind mit hehren Ideen und Idealen, verherrlichen und auf ein Podest stellen.  Und diese geheiligten Männer mit Kultstatus sind in allen Bereichen anzutreffen – Religion, Politik, Sport und sogar in der darstellenden Kunst!

gandhi crowds

Gandhis Gefolgschaft

Asarams Anhänger gingen in die gewaltsame Defensive und attackierten Übertragungswagen  und Journalisten. Die Verehrer Gandhis tun jedoch dasselbe, selbst heute noch!  Artikel, die ich über Gandhi hinsichtlich seiner Einstellung zu Sex, Sexualität und Frauen geschrieben habe, und sogar ein Artikel in einer britischen Zeitung, in der ich zitiert wurde, wurden mit öffentlichen Kommentaren aus Indien und westlichen Ländern bedacht, die verbal feindlich und defensiv waren.  Interessanterweise wollten sich die Kritiker nicht mit dem auseinandersetzen, was geschrieben wurde, sondern hoben die Aspekte hervor, die sie als rehabilitierend erachteten. Anders ausgedrückt:  Weil sie meinen, dass Gandhi Gewaltlosigkeit gepredigt und Indien in die Freiheit geführt hat, ist dieses Verhalten eine Kleinigkeit, die zu ignorieren sie freuding bereit sind! Und sie wünschen sich, dass der Rest von uns das auch tun würde. Andere bestanden darauf, dass sexueller Missbrauch usw. ein Problem unserer Zeit ist, das damals nicht dieselbe Bedeutung hatte!  Ich frage mich, was nach Meinung dieser Leute die Eltern der jungen Mädchen gefühlt haben, die in den 1940er Jahren Gandhis Gefolge angehörten? Wollen sie unterstellen, dass diese Eltern sich geehrt gefühlt haben, weil Gandhi ihre Töchter für seine perversen Sexexperimente missbrauchte?

Es ist sehr wichtig, sich klar zu machen, dass Männer in Führungspositionen Mädchen und Frauen sexuell ausbeuten können, weil die Personen, die ihrem Status huldigen, auch den Raum und die Macht für ihre Handlungen schaffen!

Asaram wurde jetzt verhaftet, was nicht einfach war. Der Vater eines 15-jährigen Opfers stand als Einziger seiner Tochter bei, als sie bei der Polizei ihre Anzeige machte und beschrieb, wie Asaram sie eine Stunde lang gefangen hielt und sich sexuell an ihr verging. Trotz des mächtigen Schutzes, den Asaram durch Politiker, die Polizei und Millionen von wütenden Anhängern genoss, blieb er hartnäckig bei seiner Forderung, dass Asaram verhaftet werden müsse. Der Vater, der einst zu den Anhängern Asarams gehörte, sagte, dass sein damaliger blinder Gehorsam falsch gewesen sei. Andere von Asarams Opfern haben dadurch den Mut erhalten, gegen Asaram auszusagen.

Es ist eine wichtige Erkenntnis, dass jeder von uns verantwortlich ist, für das Unrecht, das Menschen begehen, die wir auf einen Sockel erheben. Jeden von uns trifft eine Mitschuld.

[Nachfolgend einige Auszüge aus den Seiten 265-281 von Sex and Power: Defining History, Shaping Societies geschrieben von Rita Banerji.  Penguin Books, Indien, 2008; Penguin Global, 2009] 

Mohandas K. Gandhi ;Manilal Gandhi ;Mrs. Kanu Gandhi;Pyarelal;Sita Gandhi;Sushila Pai;Raj Kumari[Das Zölibat war eine] von Gandhis bevorzugten Ideologien…die er leidenschaftlich als wesentlichen Aspekt seiner sozialen und politischen Lehren vertrat. …[Er] erachtete Sex bei allen Menschen, auch bei Eheleuten, als „unrein“. Gandhi missfiel die sexuelle Neugierde [der unverheirateten Jugendlichen seines Ashrams]. Er war dafür bekannt, dass er Frauen [unter seinen Anhängern] bat, als guru-dakshina [eine Bezahlung an ihn als Lehrer] ein lebenslanges Gelübde der Keuschheit abzulegen. Er riet [sogar] Eheleuten [in seinem Ashram]…es nicht nur zu vermeiden, ein Bett zu teilen, sondern auch ein Zimmer, es sei denn, sie wollten ein Kind zeugen… Obwohl er den [auf dem Kastenwesen basierenden] Brauch der „Unberührbarkeit“ beklagte,  …besetzte er verantwortungsvolle Positionen in seinem Ashram selten mit Adivasis oder Tribals, … da ihm deren liberale sexuelle Gewohnheiten missfielen … Er hatte die Vision, dass eines Tages „die ganze Welt“ Keuschheit üben würde.“

Gandhis Kampf gegen seine Libido entwickelte sich zu einem lebenslangen Martyrium, weil er wie besessen mit allen möglichen Strategien experimentierte, um „den heimtückischen Feind“, wie er es bezeichnete, zu bekämpfen. Er gab zu, ein Mensch mit intensiver „sexueller Lust“ zu sein,… und er sprach davon, dass er in seinem „Krieg“ gegen diesen „Feind“ ständig „Mut“ brauche und „wachsam“ sein müsse. Er versuchte, Kontrolle durch Nahrungsmittel zu erlangen, die er in solche unterteilte, die seine Libido schürten und in die, die sie abtöteten.

Laut [dem Schweizer Psychologen] Jung drückt diese [Art der sexuellen Unterdrückung, die Gandhi an den Tag legte] sich oftmals durch sexuell perverses Verhalten oder Puritanismus aus, wobei bei Gandhi beide Verhaltensformen deutlich waren. Obwohl er davon besessen war, durch Nahrungsmittel [sexuelle] Stimulation auszuschalten, hat er diese Theorie nicht auf seine [Nähe zu Frauen] angewandt.

Er war ständig von jungen Frauen umringt, die sich seiner [körperlichen] Bedürfnisse annahmen…wozu Massagen in unbekleidetem Zustand [und Bäder] gehörten. Er benutzte Frauen zur Stütze… und beim Gehen legte er seine Arme um ihre Schultern, wenngleich durch einen Spazierstock oder ein paar junge Männer dasselbe hätte erreicht werden können. [Zu seinen sogenannten „Experimenten mit der Wahrheit“ gehörte] Schlafen mit nackten jungen Frauen, um seine Keuschheit zu testen, wobei eines dieser Mädchen seine eigene Großnichte war.

Es ist schwierig, sich den psychologischen Zustand [dieser jungen Frauen, von denen viele Teenager waren] vorzustellen. Es ist allgemein bekannt, dass ihm die Frauen seiner Gefolgschaft körperlich nahe sein wollten …sie konkurrierten darum, von ihm berührt zu werden, …und Frauen, die in seinem Bett schliefen, verhielten sich hysterisch, zeigten [Eifersucht und] Angst vor Zurückweisung, wenn er sich von ihnen abwandte… Der Aufruhr der Gefühle [und in den Leben] einiger dieser Frauen wird in [dem, was in dem Tagebuch als Erzählung eines „Traums“ bezeichnet wird] von Prema Kantak deutlich.  [Sie schreibt,] sie war ein kleines Mädchen in Gandhis Schoß und trank Milch, die von seiner Brust in ihren Mund floss. Sie erinnert sich an den alarmierten Zustand, in dem sie sich in dem Traum befand, weil die Milch nicht aufhörte zu fließen, selbst als sie nicht mehr durstig war und ihre Kleidung und ihr Körper durchnässt waren, während Gandhi sie aufforderte, mehr zu trinken. Obwohl Gandhi freudig versicherte, dies bedeute, dass sie sich bei ihm geborgen fühle, sind der Symbolismus von Samen als Milch und der unterdrückt sexuelle Inhalt [und Hinweis auf sexuellen Missbrauch in dieser Beziehung] unverkennbare Elemente von Premas [aus dem Unterbewusstsein stammenden] Beschreibung.


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ZUR AUTORIN
Rita Banerji ist Autorin, Frauenrechtsaktivistin und Begründerin von “The 50 Million Missing”, einer Kampagne zur Beendung des Völkermords am weiblichen Geschlecht in Indien. Ihr Buch „Sex and Power: Defining History Shaping Societies“ ist ein historischer und gesellschaftlicher Blick darauf, wie die Beziehung von Geschlecht und Macht in Indien zum anhaltenden weiblichen Genderzid führte. Ihre Webseite ist zu finden unter www.ritabanerji.com. Sie bloggt auf Revolutions in my Space und twittert auf @Rita_Banerji.

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Carmen Berelson ist gebürtige Deutsche, wurde in Deutschland zur Übersetzerin ausgebildet und übt diesen Beruf (Fachgebiete Recht, Wirtschaft und Finanzen) freiberuflich in den Vereinigten Staaten aus. Sie interessiert sich für die Rechte von Mensch und Tier, für Ethik und Umweltbelange. Carmen ist unter
CBerelson@aol.com zu erreichen. Ihr Profil ist zu finden unter http://www.atanet.org/onlinedirectories/tsd_listings/tsd_view.fpl?id=2469.

Überlebende der Suryanelli-Gruppenvergewaltigung: Hätte ich mehr Unterstützung erhalten, wenn ich gestorben wäre?

Aus dem englischen Original übersetzt von Carmen Berelson

Im Januar 1996 wurde ein Schulmädchen gekidnappt, gefangen gehalten und 40 Tage lang von 42 Männern vergewaltigt und misshandelt. 16 Jahre später wartet sie immer noch auf Gerechtigkeit. Nach indischem Gesetz dürfen Vergewaltigungsopfer nicht namentlich genannt werden, weshalb sie als das „Suryanelli-Mädchen“ bekannt wurde. Klicken Sie hier, um die Geschichte über ihren Kampf um Gerechtigkeit zu lesen.

Nachdem das Opfer der Gruppenvergewaltigung in einem Bus in Delhi seinen Verletzungen erlag, haben eine Reihe von Frauen, die brutale Gruppenvergewaltigungen überlebt haben, dieselbe Frage gestellt: Hätten sie mehr öffentliche Sympathie erhalten, wenn auch sie nach der Vergewaltigung ermordet worden wären? Warum erhalten Frauen, die in Indien brutale Gruppenvergewaltigungen überleben und gegen ein korruptes Polizei- und Justizsystem ankämpfen, nicht denselben Beistand durch die Öffentlichkeit in Indien und in aller Welt, selbst wenn ihre Fälle so spektakulär sind wie der Suryanelli- und der Park Street-Fall? Warum steht ihnen niemand bei, wenn sie trotz der Bedrohung durch das Strafsystem und durch gesellschaftliche Stigmatisierung ihren Kampf fortsetzen?

Nachstehend stellt das Suryanelli-Opfer diese Frage mit ihren eigenen Worten:

suryanelli facelessSie lernen meinen Namen wahrscheinlich nie kennen. Bis zu meinem Tod bin ich dazu verdammt, mit diesem Makel zu leben, von dem ich mich nicht befreien kann. Ich bin das Suryanelli-Mädchen.

In den vergangenen 17 Jahren habe ich für Gerechtigkeit gekämpft, während ich von einigen als Kinderprostituierte und von anderen als Opfer bezeichnet wurde. Aber niemand hat mich jemals Nirbhaya oder Amanat (Kostbarkeit) genannt [wie das beim Opfer der Gruppenvergewaltigung in Delhi der Fall war]. Ich werde nie der Stolz des Landes sein oder das Gesicht von Frauen, denen Unrecht getan wurde. Ich bin nicht mehr das 16jährige Schulmädchen, das sich im Bann ihrer ersten Liebe befand und ihr Leben verlor.

Ich bin jetzt 33 Jahre alt und kämpfe immer noch mit denselben Albträumen. Meine Welt besteht aus einer grauen, gewundenen und langen Straße, die sich von meinem Haus zur Kirche und zum Büro hinzieht.

Die Menschen neigen dazu, spöttisch zu grinsen, wenn ich über die 40 Tage spreche, in denen ich zu einem weiblichen Körper gemacht wurde, der nach Lust und Laune benutzt werden konnte, wie ein Stück Vieh verkauft, in verschiedenen Teilen des Staates in dunklen Zimmern festgehalten, Tag und Nacht vergewaltigt und geschlagen. Ich werde gefragt, wie ich mich an alles erinnern kann? Ich frage mich, wie ich es jemals vergessen könnte. Jede Nacht sinke ich in einen unruhigen Schlaf, in dem sich diese Tage wieder und wieder vor meinen Augen abspielen und ich in einem dunkeln, unergründlichen Loch mit schmierigen Männern und bösartigen Frauen aufwache.

Mein Trauma endete nicht damit, dass sie mich in der Nähe meines Hauses wegwarfen, als ich dem Tode nah war. Meine Familie stand mir bei. Ich habe den Fall gemeldet, weil ich der Meinung war, dass dies keinem anderen Mädchen passieren sollte. Ich dachte, ich tue das Richtige, aber die darauf folgenden Ereignisse haben meinen Glauben erschüttert. Das Untersuchungsteam hat mich im ganzen Staat herumgezeigt, mich unzählige Male um die Beschreibung dessen gebeten, was mir zugefügt wurde. Sie machten mir klar, dass es nicht einfach ist, eine Frau zu sein, ob als Opfer oder Überlebende.

Ich bin erleichtert, dass das Mädchen in Delhi gestorben ist. Anderenfalls wären ihr dieselben gezielten, mit Pornografie gespickten Fragen gestellt worden. Sie wäre gezwungen worden, unzählige Fragen nach dem Warum zu beantworten und sie hätte damit leben müssen, dass sie sich vor ihrem eigenen Schatten fürchtet und keine Freunde hat.

Auch ich habe keine Freunde. Im Büro will niemand mit mir sprechen. Meine Eltern und meine Schwester, die in Karnataka arbeitet, sind die einzigen, die meine Stimme hören. Sicher, es gibt Anwälte, Leute von den Medien und soziale Aktivisten. Inzwischen lese ich auch viel, momentan „Aarachar“ (Der Henker) von K R Meera.

Außer meiner Familie weiß niemand, dass ich mir wegen meiner gesundheitlichen Probleme und meiner ständigen Kopfschmerzen Sorgen mache – ein Überbleibsel aus den 40 Tagen, in denen ein Tritt gegen den Kopf zu den Misshandlungen gehörte, denen ich ausgesetzt war. Mein Arzt meinte, ich sollte nicht so gestresst sein, was ich wirklich amüsant fand. Ich habe auch zugenommen. Ich wiege fast 90 kg. Als ich neun Monate lang von meiner Arbeit suspendiert war, verbrachte ich einen Großteil meiner Tage im Bett und die Kilos häuften sich. Jetzt treibe ich ein bißchen Sport. Vollständige Heilung ist ein weiterer Traum, ein weiteres Gebet, das mich am Leben hält.

Mein Glaube an den Allmächtigen, daran, dass sich alles zum Guten wenden wird, ist nach wie vor vorhanden. Jeden Morgen und jeden Abend bete ich, und ich hadere nicht mit meinem Schicksal. Ich vertraue ihm – selbst damals, als ich kaum meine Augen öffnen konnte und beinahe nicht überlebt hätte, habe ich gebetet. Ich gehöre der Lateinischen Kirche an – der größten, zur Katholischen Kirche gehörenden Teilkirche, aber in all den 17 Jahren wurde in keiner Kirche auch nur ein einziges Gebet für mich gesprochen. Keine Rosenkränze begleiteten das Ave Maria und es kamen keine Engel, um mir Trost zu spenden.

Aber mein Glaube ist unerschütterlich. Er gibt mir die Kraft, rund um die Uhr die Nachrichten zu verfolgen, in denen mich die Leute, die das Gesetz hochhalten und schützen, als Kinderprostituierte bezeichnen, und angesehene Persönlichkeiten darüber diskutieren, warum mein Fall keine Aussichten auf Erfolg hat. Selbst wenn im Büro gegen mich falsche Anschuldigungen wegen Betrugs erhoben werden und meine Eltern erhebliche gesundheitliche Probleme haben, rede ich mir ein, dass auch dies eines Tages vorübergehen wird.

Dieser Bericht ist ein Auszug aus The Sunday Times.

ZUR ÜBERSETZERIN
Carmen Berelson ist gebürtige Deutsche, wurde in Deutschland zur Übersetzerin ausgebildet und übt diesen Beruf (Fachgebiete Recht, Wirtschaft und Finanzen) freiberuflich  in den Vereinigten Staaten aus. Sie interessiert sich für die Rechte von Mensch und Tier, für Ethik und Umweltbelange. Carmen ist unter CBerelson@aol.com zu erreichen. Ihr Profil ist zu finden unter http://www.atanet.org/onlinedirectories/tsd_listings/tsd_view.fpl?id=2469.

Wenn ein Unternehmen, das gegen #Vergewaltigung kämpft, diese erhält

robert de niro thinkAus dem englischen Original  von Rita Banerji
übersetzt von Andrea Wlazik

Im November kursierte im Internet ein Artikel über ein fingiertes „Rape Festival“ (Vergewaltigungsfestival), der für Aufregung sorgte, weil er Vergewaltigung zum Gespött zu machen schien.

Die Ironie ist, dass zur selben Zeit die Premiere einer Veranstaltung mit Größen wie Robert De Niro und anderen berühmten Gästen, das „THINK“ Festival in Goa, genau dies tat – es spottete Vergewaltigung und Vergewaltigungsopfern!

Das „THINK“ Festival wurde von Tehelka organisiert, einer von Indiens radikalsten liberalen Zeitschriften. Für Indien aber ist diese Institution mehr als das. Das Wort „Tehelka“ ist Synonym geworden für Revolution und öffentliche Forderung nach Gerechtigkeit und Gleichberechtigung.

Tehelkas Reichweite ist immens. Sie haben enormen Einfluss, sowohl national als auch international. Ihr THINK Festival dieses Jahr prahlte mit Gästen und Rednern wie Robert De Niro, Amitabh Bachchan, Medha Patkar, Garry Kasparov, Tina Brown, Mary Kom, John Pilger und vielen anderen.

meira paibisVergewaltigung war eines der großen Themen des diesjährigen THINK Festivals.  Überlebende von Vergewaltigungen und Aktivisten aus Indien sprachen auf einer Plattform mit Namen „The Beast in Our Midst (Die Bestie in unserer Mitte). Rednerinnen waren unter anderem Suzette Jordan, die mit vorgehaltener Waffe vergewaltigt wurde und nun Überlebende berät, obwohl sie selbst nach wie vor für Gerechtigkeit kämpft; Harish Iyerwho, die als Kind von Verwandten vergewaltigt wurde und darüber sprach, dass Vergewaltiger nicht immer Fremde sind, sondern oft jene, die wir kennen und denen wir vertrauen; Sandhya, ein 16 Jahre altes Opfer einer Gruppenvergewaltigung, deren Mutter auch gruppenvergewaltigt und ermordet wurde, nachdem ihre Familie Anzeige erstattet hatte; Ima Ngambi, Mitglied von Meira Paibis, einer Gruppe von Müttern, die sich entblößten um gegen die systematischen Vergewaltigungen und die Gewalt gegen Frauen von Seiten der indischen Armee in Manipur zu protestieren; Schwester Jesme, die den systematischen sexuellen Missbrauch von Nonnen in der katholischen Kirche in Indien aufdeckte und Manisha Devi, die darüber sprach, dass der schlimmste Teil der Vergewaltigung die Art ist, wie Justiz, Polizei und soziale Systeme den Opfern weiteres Unrecht zufügen.

Und es gab einen weiteren Vergewaltigungsfall, der sich während des Festivals anbahnte und der einige Tage später ins Licht der Öffentlichkeit treten sollte. Er schockte die Nation und zwang sie, zu hinterfragen, warum Tehelka das, wogegen sie nach eigener Aussage kämpfen, aufrechterhalten.

Tarun Tejpal, der Gründer, Herausgeber und Hauptgesellschafter von Tehelka, entkleidete bei zwei Gelegenheiten im Laufe des Festivals eine jüngere Tehelka-Journalistin gewaltsam und belästigte sie sexuell. Die Journalistin war als Begleitung für Robert De Niro während des Festivals eingeteilt worden. Es scheint, als hätte Tejpal einen Besuch in De Niros Zimmer zum Vorwand genommen, um das Opfer in den Aufzug zu lotsen, wo der Vorfall stattfand. Als sie sich widersetzte und ihn anflehte, aufzuhören, sagte er zu ihr, dass dies der beste Weg sei, ihren Job zu behalten. Einzelheiten des Angriffs, die später in einer internen Mail enthüllt wurden, welche ins Internet durchsickerte, zeigten eindeutig, dass die Art des Angriffs [das Einführen von Fingern in die Vagina] nach Indiens neuem Gesetz, demgemäß jede Form der Penetration eine Vergewaltigung darstellt, als Vergewaltigung einzustufen ist.

Das Opfer vertraute sich sofort drei Kolleginnen an und Tejpals Tochter, die eine gute Freundin des Opfers war, alle anwesend beim Festival. Einige Tage später beschwerte sie sich bei Shoma Choudhary, Tehelkas leitender Redakteurin, einer hitzköpfigen Feministin, die – ebenso wie Tejpal – scharf gegen Vergewaltigung und Gewalt an Frauen in Indien geschrieben und gesprochen hatte.

indian army rape usTejpal gesteht grundsätzlich die Vergewaltigung in einer Mail, einer Art Entschuldigung an das Opfer, in der er den Versuch eingesteht, eine „sexuelle Liaison“ mit ihr zu „forcieren“, obwohl sie sich verweigerte. In einer anderen Mail tat er den Vorfall ab als „Geplänkel“ eines Betrunkenen und teilte mit, er würde dafür Buße tun, indem er sich 6 Monate lang vom Firmensitz fernhalten würde. In seiner Mail an das Opfer schrieb Tejpal: „Du bist eine junge Frau, auf die ich sehr stolz war, als Tochter eines Kollegen und dann als Kollegin in unserer Firma. Ich habe gesehen, wie Du aufgewachsen und beruflich zu einer sehr integeren und vielversprechenden Journalistin gereift bist. Darum zerreisst es mich unbeschreiblich, zu sehen, dass ich diese langjährige vertrauens- und respektvolle Beziehung zwischen uns verletzt habe und ich entschuldige mich vorbehaltlos für diesen rechtlichen Fehltritt, der bei zwei Gelegenheiten, am 7. November und 8. November 2013, dazu geführt hat, dass ich versuchte, eine sexuelle Liaison mit Dir zu beginnen, trotz Deines eindeutigen Widerwillens gegen diese Art von Aufmerksamkeit von mir. Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich meine Position als Herausgeber ausgenutzt habe, um Dir meine Aufmerksamkeit aufzuzwingen und ich bestätige, dass ich einmal auf Deinen Hinweis, ich sei Dein Boss, sagte „Das macht es einfacher“…

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Tejpal mit De Niro und Bachchan beim THINK-Festival

Was dann folgte, ist noch empörender. Die beiden zentralen Autoritätspersonen bei Tehelka, Tejpal und Choudhary, gingen in die Offensive und versuchten, die Anklage zu vereiteln. Sie änderten ihre Haltung und nutzten jede schmutzige Strategie, die alle Vergewaltiger und deren Komplizen nutzen, auch die, das Opfer zu diskreditieren und zu verleumden.

Der Vergewaltigungsprozess gegen Tejpal ist im Grunde genommen wasserdicht. Die Einzelheiten der Aussage des Opfers sind gleich geblieben. Sie wurden von anderen beim Festival anwesenden Angestellten bestätigt und teilweise untermauert durch Filmmaterial der Überwachungskamera aus dem Hotel, in dem der Vorfall stattfand. Und Tejpal, der sich zunächst der Verhaftung entzog und sich aus seinem Versteck heraus nur über Shoma Choudary und seine Anwälte äußerte, ist mittlerweile wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung inhaftiert

Da es sich um eine Vergewaltigung von Schutzbefohlenen handelt, begangen durch eine Autoritätsperson, de Macht über das Opfer hat, erwarten Tejpal  mindestens 10 Jahre HaftIronischerweise wird das anzuwendende Gesetz (Section 376 C), das Tejpal und Tehelka zum Schutz von Vergewaltigungsopfern in Indien vorangetrieben haben, nun von Tejpals Anwälten als „drakonisch“ bezeichnet.

sandhyaSuzette Jordan, Überlebende einer Gruppenvergewaltigung und Rednerin beim THINK Festival, erzählte, wie verärgert sie ist.  Sie sagte, sie fühle sich regelrecht „betrogen“. In einem Interview mit NDTV erklärte sie, sie fühle sich „schmutzig“ und benutzt. Für sie sähe es aus, als hätte man sie auf die Bühne gestellt, nur um sich über sie lustig zu machen!

In ihrem Kündigungsschreiben an Tehelkas leitende Redakteurin, Shoma Chaudhuri, schreibt das Opfer: “Während der letzten Jahre haben wir [bei Tehelka] gemeinsam die Rechte von Frauen verteidigt, über Vergewaltigung von Untergebenen und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz geschrieben und uns scharf ausgesprochen gegen die Kultur der Schuldigsprechung von Opfern, die taktische emotionale Einschüchterung und den Rufmord an jenen, die es wagen, sich gegen sexuelle Gewalt auszusprechen. Jetzt, da ich selbst Opfer eines solchen Verbrechens bin, bin ich erschüttert darüber, dass der Chefredakteur von Tehelka und Sie – in Ihrer Eigenschaft als leitende Redakteurin – auf genau diese Taktiken der Einschüchterung, des Rufmords und der Verleumdung zurückgreifen… In Bezug auf die Abläufe seit dem 7. November hat nicht nur Mr. Tejpal mir gegenüber als Arbeitgeber versagt, sondern Tehelka hat versagt gegenüber Frauen, Angestellten, Journalistinnen und Feministen gleichermaßen.

Dieser Vergewaltigungsfall scheint ein Wespennest zu sein, bestehend aus einer Reihe schmutziger Geheimnisse, inklusive der Anhäufung von Reichtümern seitens der Top-Bosse durch geheime, undurchsichtige Unternehmenszusammenschlüsse. Und während Tehelkas Aktieneigner reiche Dividenden abschöpften, wurden die Angestellten schäbig behandelt. Es wird berichtet, dass sie keinerlei Grundsicherung, wie Krankenversicherung, Abfindung und Altersvorsorge, bekanen. Oft hatten die Gehälter 2-3 Monaten Verspätung. 

Indiens Liberale und die führenden Feministinnen, die Teil von Tehelkas elitärem selbstgerechtem Netzwerk sind, das behauptet, die Frauenrechte zu schützen, sind entweder still oder sie kommen mit aller Kraft hervor und beschweren sich bitterlich über die „übertriebene“ öffentliche Empörung oder über die Medienwirksamkeit dieses Falls. Viele dieser Feministinnen haben versichert, dass Shoma Chaudhuri nicht als Komplizin an dem von Tejpal begangenen Verbrechen der Vergewaltigung und dessen Vertuschung anzusehen ist.

Das beunruhigt mich am meisten. Warum weigern sich mit Tejpal befreundete Feministinnen und Liberale, sowohl in Indien als auch im Westen, diese Vergewaltigung zu sehen oder so zornig zu verurteilen, wie sie es normalerweise in anderen Fällen tun würden? Warum erkennen sie Shoma Chaudhuris Komplizenschaft daran nicht? Warum sind sie über diesen Vorfall nicht so aufgebracht, zornig und beunruhigt wie die vergewaltigte Journalistin und andere Vergewaltigungsopfer, die an diesem Festival teilgenommen haben? Warum beugen sie sich, ignorieren und/oder verteidigen ihn?

Tejpal-1Wie tief geht die wirtschafliche Ausbeutung von Vergewaltigung und von Gewalt an Frauen als „soziale Fälle“? Sind diese unter den NGOs und Organisationen, unter Feministen und Liberalen nun zu Themen geworden, die persönlich und wirtschaftlich leicht auszubeuten sind? Ist Tehelka nur die Spitze des Eisbergs? Ist es das, was einen Großteil der Feministen, Liberalen, Aktivisten und Intellektuellen an der Tehelka-Vergewaltigung so verunsichert?


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ZUR AUTORIN
rita.banerji.photoRita Banerji ist Autorin, Frauenrechtsaktivistin und Begründerin von „The 50 Million Missing“, einer Kampagne zur Beendung des Völkermords am weiblichen Geschlecht in Indien. Ihr Buch Sex and Power: Defining History Shaping Societies ist ein historischer und gesellschaftlicher Blick darauf, wie die Beziehung von Geschlecht und Macht in Indien zum anhaltenden weiblichen Genderzid führte. Ihre Webseite ist zu finden unter www.ritabanerji.com. Sie bloggt auf Revolutions in my Space und twittert auf @Rita_Banerji

ZUM ÜBERSETZER
Andrea Wlazik ist gelernte Fremdsprachenkorrespondentin. Sie arbeitet als freiberufliche Texterin und Übersetzerin und koordiniert den deutschen Blog der „The 50 Million Missing Campaign“. Sie ist außerdem Initiatorin der von der Kampagne unabhängigen deutschen Facebook-Gruppe Femizid in Indien“.

Sohaila Abdulali: #Vergewaltigt zu werden war furchtbar, aber am Leben zu sein ist wichtiger

Aus dem englischen Original übersetzt von Melanie Beaven

sohailaSohaila Abdulali ist eine aus Indien stammende Autorin und Journalistin, die derzeit in den USA lebt. Im Jahr 1980, im Alter von 17 Jahren, überlebte sie eine brutale Gruppenvergewaltigung in Indien. Drei Jahre später schrieb sie im indischen Magazin „Manushi“ über ihr Erlebnis. Einen Auszug aus ihrem Artikel finden Sie weiter unten.

Sohailas persönlicher Erfahrungsbericht ist unbeschreiblich mutig! Frauen in Indien, sogar jene aus der gebildeten Mittelschicht, zeigen aufgrund der Assoziation mit „Schande“ Vergewaltigungen weder an, noch machen sie anderweitig öffentlich auf diese aufmerksam.

Aber Sohaila diskutiert noch einen weiteren Aspekt. Einen Aspekt, den zu thematisieren sich Medien und Frauenforen in Indien sogar angesichts der aktuell extrem eskalierenden Gewalt gegen Frauen scheuen. Konfrontiert mit einer Gruppe gewalttätiger Männer, entscheidet sich Sohaila zu überleben. Dem Bericht über das Vergewaltigungsopfer von Delhi zufolge, schien die Gewalt gegen sie zu eskalieren, als sie einen der Vergewaltiger biss und versuchte, sich zu wehren. Tatsächlich enthüllten die fünf Männer, die Ende August eine Fotojournalistin in Mumbai ebenfalls gruppenvergewaltigt hatten, dass sie geplant hatten, die Fotografin und ihre Kollegin zu ermorden, hätten diese versucht, Widerstand zu leisten. Sohaila stellt die Frage, warum eine Frau, die sich einer Gruppe gewalttätiger Männer gegenüber sieht, nicht alles tun sollte, um zu überleben?

Wir sollten hinterfragen: Warum diskutieren Frauenforen und Medien nicht darüber, anstatt Selbstverteidigung und Pfefferspray als effektive Mittel zur Abwehr von Banden bewaffneter Vergewaltiger zu propagieren? Warum erfährt in Indien die Frau höhere Bewunderung, die bei dem Versuch stirbt, irrationale und frauenfeindliche gesellschaftliche Ansichten von „Ehre“ zu verteidigen? Die Mutter einer Rechtsanwältin, die 2012 in ihrer Wohnung in Mumbai von einem Wachmann des Sicherheitsdienstes angegriffen und getötet wurde, während sie seine Vergewaltigungsversuche abwehrte, erzählte bestimmt und mit einem gewissen Stolz Millionen von Fernsehzuschauern, sie wolle Indien wissen lassen, dass ihre Tochter nicht vergewaltigt worden sei. Sie sei im Kampf für ihre „Ehre“ gestorben!

Wie viele Frauen in Indien, die sich Vergewaltigern gegenüber sehen, sorgen sich mehr um die vermeintliche „Schande“ einer Vergewaltigung, als darum, ihr Leben zu retten?

Sohaila ungefähr zur Zeit des Vorfalls

von Sohaila Abdulali

Ich wurde [im Jahr 1980] im Alter von 17 Jahren gruppenvergewaltigt. Es war das Jahr, in dem Frauengruppen [in Indien] begannen, eine Verbesserung des Strafgesetzes im Hinblick auf Vergewaltigung zu fordern.

Ich war mit meinem Freund Rashid zusammen. Wir waren spazieren gegangen und befanden uns etwa 1½ Meilen (ca. 2,5 Kilometer) von meinem Zuhause in einer Vorstadt von Bombay entfernt. Wir wurden von vier mit einer Sichel bewaffneten Männern angegriffen. Wir wurden getrennt, wir schrien und sie vergewaltigten mich, während sie Rashid als Geisel hielten. Sollte einer von uns Widerstand leisten, würde dem anderen Schaden zugefügt. Dies war eine wirksame Taktik.

Sie konnten sich nicht entscheiden, ob sie uns töten sollten oder nicht. Wir haben alles versucht, was in unserer Macht stand, um am Leben zu bleiben. Mein Ziel war zu leben und das war wichtiger als alles andere. Zuerst habe ich mich körperlich gegen die Angreifer gewehrt. Später, als ich auf den Boden gedrückt wurde, wehrte ich mich verbal. Ärger und Schreien zeigte keine Wirkung und so fing ich an, ziemlich verrücktes Zeug zu schwafeln – über Liebe und Mitleid. Ich sprach von Menschlichkeit und der Tatsache, dass ich ein menschliches Wesen sei und dass sie dies auch seien – tief in ihrem Innersten. Sie waren etwas sanfter danach, zumindest diejenigen, die mich nicht gerade vergewaltigten. Ich sagte einem von ihnen, dass ich am nächsten Tag zurück kommen und mich mit ihm – dem Vergewaltiger – treffen würde, wenn er sicherstellen könne, dass weder Rashid noch ich getötet würden. Diese Worte kosteten mich mehr als ich beschreiben kann, aber zwei Leben hingen am seidenen Faden. Ich wäre höchstens mit einem sehr, sehr scharfen Instrument zurückgekehrt, das sicher gestellt hätte, dass er nie wieder hätte vergewaltigen können.

Nach gefühlt jahrelanger Folter (ich glaube, ich wurde zehnmal vergewaltigt, aber ich hatte solche Schmerzen, dass ich nach einer Weile den Überblick verlor), wurden wir freigelassen unter einer langen Moralpredigt darüber, dass ich, da ich alleine mit einem Jungen zusammen war, eine unmoralische Hure sei. Dies regte sie mehr auf als alles andere. Sie handelten die ganze Zeit so, als täten sie mir einen Gefallen, indem sie mir eine Lektion erteilten. Ihr Verhalten war fanatischste Selbstgerechtigkeit.

Sie brachten uns den Berg hinunter und folgten uns eine Weile sichelschwingend. Endlich kamen wir zu Hause an – gebrochen, verletzt, erschüttert. Es war ein so unglaubliches Gefühl loszulassen und aufzuhören, um unsere Leben zu feilschen. Hysterisch weinend brachen wir zusammen.

Ich hatte den Vergewaltigern fest versprochen, niemandem von dem Vorfall zu erzählen, aber sobald ich zu Hause war, sagte ich meinem Vater, er solle die Polizei rufen. Er war genau wie ich darauf bedacht, sie festnehmen zu lassen. Ich hätte alles unternommen, nur damit nicht jemand anderes das gleiche wie ich durchmachen müsste. Die Polizisten waren unsensibel, herablassend und irgendwie schafften sie es, aus mir die schuldige Partei zu machen. Als sie mich fragten, was passiert sei, erklärte ich es ihnen sehr direkt und sie waren empört darüber, dass ich kein verschüchtertes, errötendes Opfer war. Als sie sagten, dass dies an die Öffentlichkeit käme, meinte ich, das sei schon in Ordnung. Mir ist es ehrlich nie in den Sinn gekommen, dass Rashid oder ich beschuldigt werden könnten. Als die Polizisten erklärten, dass ich zu meinem eigenen „Schutz“ in ein Heim für jugendliche Straftäter gehen müsse, war ich Willens, mit Zuhältern und Vergewaltigern zu leben, nur um meine Angreifer einer gerechten Strafe zuzuführen.

Bald musste ich feststellen, dass Gerechtigkeit für Frauen im Rechtssystem einfach nicht existiert. Als sie uns fragten, was wir auf dem Berg gesucht hätten, wurde ich ungehalten. Ich schrie auf, als sie Rashid fragten, warum er denn „untätig“ gewesen sei. Konnten sie nicht verstehen, dass sein Widerstand für mich nur weitere Qualen bedeutet hätte? Als sie danach fragten, welche Kleidung ich getragen hätte und warum es keine sichtbaren Spuren an Rashids Körper gäbe (er hatte innere Blutungen dadurch erlitten, dass der Sichelgriff wiederholt in seinen Magen gestoßen worden war), brach ich vor Kummer und Entsetzen zusammen. Mein Vater warf die Polizei aus dem Haus, nachdem er ihnen gründlich die Meinung gesagt hatte. So also sah die Unterstützung aus, die ich von der Polizei erhielt. Es wurde keine Anklage erhoben. Die Polizei nahm einen Bericht auf, der besagte, dass wir spazierengegangen und „verspätet“ zurück gekehrt seien.

Es vergeht [auch nach drei Jahren] kein einziger Tag, an dem ich nicht von den Geschehnissen heimgesucht werde [wurde]. Unsicherheit, Verwundbarkeit, Furcht, Zorn, Hilflosigkeit – gegen all dies habe ich ständig zu kämpfen. Manchmal, wenn ich die Straße entlang gehe und hinter mir Schritte höre, bricht mir der Schweiß aus und ich muss mir auf die Lippe beißen, damit ich nicht schreie. Ich zucke unter freundlichen Berührungen zusammen. Ich kann enge Halstücher nicht ausstehen, die sich wie Hände um meinen Hals anfühlen. Ich schrecke vor einem bestimmten Blick zurück, der in Männeraugen erscheint – dieser Blick ist so oft da.

Gleichzeitig bin ich mir der Fehlvorstellungen sehr bewusst, die Menschen über Vergewaltigung, Vergewaltiger und Überlebende von Vergewaltigungen haben. Mir ist außerdem bewusst geworden, welches Stigma den Überlebenden anhängt. Wieder und wieder haben Leute angedeutet, dass der Tod vielleicht doch besser gewesen wäre, als der Verlust dieser so wertvollen „Jungfräulichkeit“.

Ich weise das zurück. Mein Leben ist viel zu wertvoll.

Ich habe für mein Leben gekämpft und gewonnen. Keine noch so negative Reaktion hindert mich daran, dies als positiv zu empfinden. Vergewaltigt zu werden war so schrecklich, dass ich es nicht auszudrücken vermag. Aber ich denke, dass ich am Leben bin, ist wichtiger.

Wenn einer Frau das Recht verwehrt wird, so zu empfinden, ist etwas sehr verkehrt in unserem Wertesystem.

Sohailas Bericht ist Teil der Projektserie „Freedom“ im Rahmen der Kampagne „The 50 Million Missing“, für das Ende der Gewalt gegen Frauen. KLICKEN SIE HIER, um weitere persönliche Lebensberichte anderer indischer Frauen und Männer in unserer Serie „Freedom“ zu lesen.

ZUR AUTORIN
Sohaila Abdulali ist eine in Indien geborene Journalistin, die derzeit in den USA lebt. Sie hat zum Thema „sexuelle Gewalt“ geforscht und darüber zahlreiche öffentliche Vorträge gehalten. Sie ist leitende Redakteurin des
Ubuntu Education Fund, einem international tätigen gemeinnützigen Verein (NGO), für Kinder in Südafrika. Ihre Website ist www.sohailaink.com.

ZUR ÜBERSETZERIN
Melanie Beaven wurde in Hamburg geboren und lebt seit 2004 in England. Sie hat verschiedene Übersetzungstätigkeiten ausgeführt, unter anderem auch Texte über das babylonische Justizsystem. Sie ist Diakonin in der Methodistischen Kirche in Großbritannien; ihre Interessensschwerpunkte sind Feministische Theologie und der interreligiöse Dialog.

Schriftliche Aufforderung an @WomenDeliver, sich bei dem #Vergewaltigungsopfer von #Suryanelli zu entschuldigen

Aus dem englischen Original übersetzt von Andrea Wlazik

Herzlichen Dank an all jene, die unsere Petition bezüglich der ausstehenden Entschuldigung von Women Deliver an die Überlebende der Vergewaltigung von Suryanelli unterstützt haben. Hier finden Sie die Übersetzung des Briefes, den wir zusammen mit den fast 20.000 Unterschriften an Women Deliver geschickt haben.

Die Petition wird online weiterlaufen bis Women Deliver eine direkte Entschuldigung an das Opfer der Vergewaltigung von Suryanelli richtet. Wenn Sie es noch nicht getan haben, können Sie die Petition auch jetzt noch unterzeichen auf Change.Org oder auf Causes.com.

Um mehr über den Suryanelli-Fall zu lesen, klicken Sie bitte hier.

Für ein (englischsprachiges) Statement des Suryanelli-Opfers klicken Sie hier.

Um zu erfahren, was die Aktivistin Arundhati Roy über den Suryanelli-Fall sagt, klicken Sie hier (englisch).

An:  Women Deliver

Von: The 50 Million Missing Campaign

Betrifft: Petition mit der Forderung einer direkten Entschuldigung an die Überlebende der Vergewaltigung von Suryanelli

Wir sind eine weltweite Kampagne, die daran arbeitet, die geschlechtsspezifische Gewalt an Frauen in Indien zu beenden. Dieser Brief soll unsere Empörung darüber zum Ausdruck bringen, dass Sie P. J. Kurien, einen Angeklagten im spektakulären Fall der Suryanelli Gruppenvergewaltigung in Indien, als Sprecher zu Ihrer Frauenkonferenz 2013 eingeladen haben. Wir übermitteln Ihnen hiermit im Auftrag von 19.572 Unterzeichnern aus der ganzen Welt, eine Petition, in der diese fordern, dass Sie eine offizielle und direkt an die Überlebende der Vergewaltigungen von Suryanelli gerichtete Entschuldigung veröffentlichen.

So empörend Ihre Einladung an Kurien auch war, noch entsetzter waren wir über die Gefühllosigkeit der Stellungnahme, die Sie später veröffentlichten und die besagte, dass Ihnen nicht bewusst war, was Sie dann abwertend als „Kontroverse“ betitelten. Keine Spur von Empathie, Unterstützung oder einer direkten Entschuldigung für das Opfer. Dies ist die Art Sprache und Benehmen gegenüber den Opfern von Vergewaltigungen, gegen die Frauengruppen aus der ganzen Welt immer noch ankämpfen. Eine Sprache und ein Benehmen, die umso inakzeptabler sind, wenn sie von einer Organisation kommen, die behauptet, sich für die Stärkung von Frauen einzusetzen.

Das Opfer von Suryanelli und ihre Familie kommen aus einem kleinen Dorf und haben sich Tag für Tag abgestrampelt um finanziell zu überleben. Sie beweisen außerdem ungeheuren Mut, indem sie ihren Kampf für die Gerechtigkeit schon seit 16 Jahren führen, gegen die verschiedensten Formen von Schikanen von amtlicher Seite und die soziale Ausgrenzung, die Opfern von Vergewaltigungen in Indien zuteil wird. Das Opfer hat erst kürzlich gefragt, ob die Öffentlichkeit sie mehr unterstützt hätte, wenn sie gestorben wäre wie das Opfer der Vergewaltigung von Delhi – eine Frage, die andere Überlebende von brutalen Gruppenvergewaltigungen auch schon gestellt haben. Außerdem fragt sie sich, warum sie und ihre Familie weitere Schmähungen aus anderen Bereichen der Gesellschaft hinnehmen müssen (sehen Sie hier).  Wir möchten, dass sie weiß, dass zumindest die Frauenrechtsgruppen auf ihrer Seite sind und ihr beistehen bis ihr Gerechtigkeit widerfährt.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie eine offizielle Stellungnahme auf Ihrer Website veröffentlichen, in der Sie sich direkt bei dem Suryanelli-Opfer entschuldigen und sie Ihres Mitgefühls und Ihrer Unterstützung versichern. Wir haben diesem Brief die 19.572  Unterschriften beigefügt, die auf Change.org und Causes.com gepostet wurden. Wir haben außerdem einige zu den Petitionen gegebene öffentliche Kommentare kopiert, damit Sie ermessen können, wie die Menschen darüber denken. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass wir diese Petition so lange aktiv laufen lassen werden, bis Sie eine Entschuldigung veröffentlichen und dieses Unrecht korrigieren.

Wir hoffen auf eine positive Aktion Ihrerseits, die die Überlebende von Suryanelli und Überlebende von Vergewaltigungen und Misshandlungen auf der ganzen Welt stärkt.


Öffentliche Kommentare von Unterstützern der Petition:

J. Aster, UK: Ignoranz ist keine Entschuldigung für diesen Frevel. Bitte tun Sie immer das Richtige.

B. Doonan, Spain: Es ist schockierend, dass dieser Mann überhaupt noch Reden halten darf, wenn man die Vorwürfe gegen ihn betrachtet. Aber dass eine Gruppe, von der angenommen werden kann, dass sie sich für die Rechte von Frauen einsetzt (zumindest für ihr Recht zur Reproduktion) sich nicht über die Hintergründe seiner Gastredner im Klaren gewesen sein soll, ist zutiefst enttäuschend und beleidigend für jedes Vergewaltigungsopfer.

W. Bruun, USA: Ich bin ebenfalls empört, dass diese sogenannte Frauengruppe nicht den Anstand hatte, sich sofort beim Opfer dieses Falls zu entschuldigen – wieder ein Fall von „Slut-Shaming“ von Frau zu Frau?

G. Johnson, UK: Dieser grundlegende, andere Menschen respektierende Anstand. Diese Organisation scheint sich nur darum zu kümmern, wie sie große Namen für ihre Sache gewinnen kann, nicht um jene, die sie eigentlich unterstützen sollte.

B. Blond, Australia: Wenn ein Vergewaltigungsopfer keine vollständige und gänzliche Entschuldigung erwarten darf dafür, dass das Verbrechen seines Vergewaltigers trivialisiert wird (und sei es durch Ignoranz), welches Recht haben wir, Entschuldigungen von Fernseh- oder Radiomoderatoren für ihre Gefühllosigkeit und ihren offensiven Umgang mit Vergewaltigungsopfern zu fordern? Dass Frauenrechtsgruppen den Standard setzen für den Umgang mit Vergewaltigung und Vergewaltigungsopfern in der Öffentlichkeit, sollte zu den Basics gehören. Als Überlebende einer Vergewaltigung im Alter von 9 Jahren, kann ich Women Delivers schwaches Statement nicht akzeptieren. Es war keine Kontroverse, die der jungen Frau passiert ist, es war ein Akt der Gewalt, der für immer ein Teil von ihr sein wird und der ihr Leben für immer verändert hat. 

J. Claunch, USA: Sie hätten diese Person als Erstes überprüfen sollen, aber was passiert ist, ist passiert. Ihre Stellungnahme ist keine Entschuldigung und die Frauen in Indien und auf der ganzen Welt verdienen Besseres. Und noch wichtiger: sein Opfer verdient Besseres. Bitte stehen Sie auf, tun Sie das Richtige, zeigen Sie Ihre moralische Gesinnung, sprechen Sie sich gegen den Angriff aus, zeigen Sie Mitgefühl.


Vom Verwaltungskomittee der Kampagne „The 50 Million Missing“

Rita Banerji

Manvendra Bhangui

Caroline Martin

Roxane Metzger

Neil Pharr

Girendra Singh

Lars-Gunnar Svärd

Andrea Wlazik


ZUM ÜBERSETZER
Andrea Wlazik ist gelernte Fremdsprachenkorrespondentin. Sie arbeitet als freiberufliche Texterin und Übersetzerin und koordiniert den deutschen Blog der Kampagne „The 50 Million Missing“. Sie ist außerdem Initiatorin der von der Kampagne unabhängigen deutschen Facebook-Gruppe Femizid in Indien“.

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