Von Gandhi bis Asaram: Wer ermöglicht „Gurus“ sexuelle Strafhandlungen?

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Asaram in Haft

Aus dem englischen Original von Rita Banerji
übersetzt von Carmen Berelson

Es ist unheimlich, wieviel er mit Gandhi gemein hat. Ich meine damit Asaram, den indischen spirituellen Führer, der vor kurzem wegen sexuellen Missbrauchs an der 15-jährigen Tochter eines seiner Anhänger verhaftet wurde.

Sowohl Gandhi als auch Asaram hatten Millionen von Anhängern, die sie als Heilige und spirituelle Führer sahen und von denen sie „Bapu“ oder Vater genannt wurden. Gandhi wie Asaram haben Sex und sexuelles Begehren als „Sünden“ bezeichnet und jeden Ausdruck von Sexualität verdammt als schmutzige Importe aus dem Westen, die zu vermeiden sind, weil sie Indiens Jugend und Kultur gefährden. Beide predigten ihren Anhängern Abstinenz und die Kontrolle sexuellen Begehrens als eine Form der Selbstläuterung.

Und Gandhi wie auch Asaram waren Heuchler, die in ihrem Streben nach sexueller Befriedigung verschiedener Art gegen ihre eigenen Lehren verstoßen haben, selbst wenn dies zum sexuellen Missbrauch von Mädchen und Frauen unter ihren Anhängern führte.

Details aus Asarams Vergangenheit, die sich nun zu einem Gesamtbild zusammenfügen,  lassen erkennen, dass er Frauen nicht nur sexuell missbrauchte und vergewaltigte, sondern dass er die Frauen in seinem Ashram als sexuelle „Gespielinnen“ betrachtete. Gandhi dagegen hatte unter den jüngeren seiner weiblichen Anhänger einige in den späten Teenagerjahren, die nachts nackt in seinem Bett schliefen. Er behauptete, dass er dadurch die „Macht“ der Enthaltsamkeit testen könne. Umso erschreckender, dass dies nicht nur seinen Anhängern bekannt war, sondern allen, mit denen er in Kontakt kam – seiner großen Fangemeinde aus Politikern, Aktivisten, Philosophen und Journalisten – sowohl in Indien und auch im Ausland. Zu verlangen, dass Mädchen und Frauen nackt in seinem Bett schlafen, ist an sich bereits eine Form des sexuellen Missbrauchs – ein Privileg, dessen sich Gandhi wegen seiner Position und Stellung bediente. Was sich in seinem Bett tatsächlich abspielte, ist bis dato unbekannt, da die Frauen zur Verschwiegenheit verpflichtet waren. Das Verhalten und die Reaktionen der Frauen in seiner Umgebung und Auszüge aus ihren Tagebüchern weisen klare Anzeichen sexueller Manipulation und Ausbeutung auf. [Siehe unten ein Auszug aus meinem Buch ,Sex and Powerʹ.]

Wer oder was ermöglicht diesen spirituellen Führern, die ungestrafte sexuelle Ausbeutung?

Da ist zunächst der Einfluss, den diese Personen wegen ihrer hypnotischen Kraft über große Menschenmassen und damit über die politischen und an der Regierung befindlichen Klassen ausüben. Da sie wegen ihres Status als Kultfigur von Millionen blind verehrt werden, sehen Politiker sie als einfachen Weg, die Massen zu erreichen und zu beeinflussen. Genau deshalb schwiegen die engen politischen Verbündeten Gandhis, selbst jene, die seine Handlungen missbilligten. Die Gründe, warum es 15 Tage gedauert hat, bis Asaram von der Polizei verhaftet wurde, sind ähnlich. Er hatte den Schutz von Politikern, die hoffen, in der nächsten Wahl in Indien im Jahr 2014 die Stimmen von Millionen Indern zu erhalten, die Asaram verehren. Es sind also die blind folgenden Massen, die Gurus und Gottheiten Immunität verleihen. Schließlich eignen sich organisierte Religionen oder Glaubensformen ausgezeichnet für diese Art von Kultmentalität und blinden Gehorsam.

Allerdings geht es dabei im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht um Religion. Diese kultähnliche Mentalität und das blinde Vertrauen bezieht auch Menschen ein, die Religion scheuen, die jedoch Personen wie Gandhi, die für sie gleichbedeutend sind mit hehren Ideen und Idealen, verherrlichen und auf ein Podest stellen.  Und diese geheiligten Männer mit Kultstatus sind in allen Bereichen anzutreffen – Religion, Politik, Sport und sogar in der darstellenden Kunst!

gandhi crowds

Gandhis Gefolgschaft

Asarams Anhänger gingen in die gewaltsame Defensive und attackierten Übertragungswagen  und Journalisten. Die Verehrer Gandhis tun jedoch dasselbe, selbst heute noch!  Artikel, die ich über Gandhi hinsichtlich seiner Einstellung zu Sex, Sexualität und Frauen geschrieben habe, und sogar ein Artikel in einer britischen Zeitung, in der ich zitiert wurde, wurden mit öffentlichen Kommentaren aus Indien und westlichen Ländern bedacht, die verbal feindlich und defensiv waren.  Interessanterweise wollten sich die Kritiker nicht mit dem auseinandersetzen, was geschrieben wurde, sondern hoben die Aspekte hervor, die sie als rehabilitierend erachteten. Anders ausgedrückt:  Weil sie meinen, dass Gandhi Gewaltlosigkeit gepredigt und Indien in die Freiheit geführt hat, ist dieses Verhalten eine Kleinigkeit, die zu ignorieren sie freuding bereit sind! Und sie wünschen sich, dass der Rest von uns das auch tun würde. Andere bestanden darauf, dass sexueller Missbrauch usw. ein Problem unserer Zeit ist, das damals nicht dieselbe Bedeutung hatte!  Ich frage mich, was nach Meinung dieser Leute die Eltern der jungen Mädchen gefühlt haben, die in den 1940er Jahren Gandhis Gefolge angehörten? Wollen sie unterstellen, dass diese Eltern sich geehrt gefühlt haben, weil Gandhi ihre Töchter für seine perversen Sexexperimente missbrauchte?

Es ist sehr wichtig, sich klar zu machen, dass Männer in Führungspositionen Mädchen und Frauen sexuell ausbeuten können, weil die Personen, die ihrem Status huldigen, auch den Raum und die Macht für ihre Handlungen schaffen!

Asaram wurde jetzt verhaftet, was nicht einfach war. Der Vater eines 15-jährigen Opfers stand als Einziger seiner Tochter bei, als sie bei der Polizei ihre Anzeige machte und beschrieb, wie Asaram sie eine Stunde lang gefangen hielt und sich sexuell an ihr verging. Trotz des mächtigen Schutzes, den Asaram durch Politiker, die Polizei und Millionen von wütenden Anhängern genoss, blieb er hartnäckig bei seiner Forderung, dass Asaram verhaftet werden müsse. Der Vater, der einst zu den Anhängern Asarams gehörte, sagte, dass sein damaliger blinder Gehorsam falsch gewesen sei. Andere von Asarams Opfern haben dadurch den Mut erhalten, gegen Asaram auszusagen.

Es ist eine wichtige Erkenntnis, dass jeder von uns verantwortlich ist, für das Unrecht, das Menschen begehen, die wir auf einen Sockel erheben. Jeden von uns trifft eine Mitschuld.

[Nachfolgend einige Auszüge aus den Seiten 265-281 von Sex and Power: Defining History, Shaping Societies geschrieben von Rita Banerji.  Penguin Books, Indien, 2008; Penguin Global, 2009] 

Mohandas K. Gandhi ;Manilal Gandhi ;Mrs. Kanu Gandhi;Pyarelal;Sita Gandhi;Sushila Pai;Raj Kumari[Das Zölibat war eine] von Gandhis bevorzugten Ideologien…die er leidenschaftlich als wesentlichen Aspekt seiner sozialen und politischen Lehren vertrat. …[Er] erachtete Sex bei allen Menschen, auch bei Eheleuten, als „unrein“. Gandhi missfiel die sexuelle Neugierde [der unverheirateten Jugendlichen seines Ashrams]. Er war dafür bekannt, dass er Frauen [unter seinen Anhängern] bat, als guru-dakshina [eine Bezahlung an ihn als Lehrer] ein lebenslanges Gelübde der Keuschheit abzulegen. Er riet [sogar] Eheleuten [in seinem Ashram]…es nicht nur zu vermeiden, ein Bett zu teilen, sondern auch ein Zimmer, es sei denn, sie wollten ein Kind zeugen… Obwohl er den [auf dem Kastenwesen basierenden] Brauch der „Unberührbarkeit“ beklagte,  …besetzte er verantwortungsvolle Positionen in seinem Ashram selten mit Adivasis oder Tribals, … da ihm deren liberale sexuelle Gewohnheiten missfielen … Er hatte die Vision, dass eines Tages „die ganze Welt“ Keuschheit üben würde.“

Gandhis Kampf gegen seine Libido entwickelte sich zu einem lebenslangen Martyrium, weil er wie besessen mit allen möglichen Strategien experimentierte, um „den heimtückischen Feind“, wie er es bezeichnete, zu bekämpfen. Er gab zu, ein Mensch mit intensiver „sexueller Lust“ zu sein,… und er sprach davon, dass er in seinem „Krieg“ gegen diesen „Feind“ ständig „Mut“ brauche und „wachsam“ sein müsse. Er versuchte, Kontrolle durch Nahrungsmittel zu erlangen, die er in solche unterteilte, die seine Libido schürten und in die, die sie abtöteten.

Laut [dem Schweizer Psychologen] Jung drückt diese [Art der sexuellen Unterdrückung, die Gandhi an den Tag legte] sich oftmals durch sexuell perverses Verhalten oder Puritanismus aus, wobei bei Gandhi beide Verhaltensformen deutlich waren. Obwohl er davon besessen war, durch Nahrungsmittel [sexuelle] Stimulation auszuschalten, hat er diese Theorie nicht auf seine [Nähe zu Frauen] angewandt.

Er war ständig von jungen Frauen umringt, die sich seiner [körperlichen] Bedürfnisse annahmen…wozu Massagen in unbekleidetem Zustand [und Bäder] gehörten. Er benutzte Frauen zur Stütze… und beim Gehen legte er seine Arme um ihre Schultern, wenngleich durch einen Spazierstock oder ein paar junge Männer dasselbe hätte erreicht werden können. [Zu seinen sogenannten „Experimenten mit der Wahrheit“ gehörte] Schlafen mit nackten jungen Frauen, um seine Keuschheit zu testen, wobei eines dieser Mädchen seine eigene Großnichte war.

Es ist schwierig, sich den psychologischen Zustand [dieser jungen Frauen, von denen viele Teenager waren] vorzustellen. Es ist allgemein bekannt, dass ihm die Frauen seiner Gefolgschaft körperlich nahe sein wollten …sie konkurrierten darum, von ihm berührt zu werden, …und Frauen, die in seinem Bett schliefen, verhielten sich hysterisch, zeigten [Eifersucht und] Angst vor Zurückweisung, wenn er sich von ihnen abwandte… Der Aufruhr der Gefühle [und in den Leben] einiger dieser Frauen wird in [dem, was in dem Tagebuch als Erzählung eines „Traums“ bezeichnet wird] von Prema Kantak deutlich.  [Sie schreibt,] sie war ein kleines Mädchen in Gandhis Schoß und trank Milch, die von seiner Brust in ihren Mund floss. Sie erinnert sich an den alarmierten Zustand, in dem sie sich in dem Traum befand, weil die Milch nicht aufhörte zu fließen, selbst als sie nicht mehr durstig war und ihre Kleidung und ihr Körper durchnässt waren, während Gandhi sie aufforderte, mehr zu trinken. Obwohl Gandhi freudig versicherte, dies bedeute, dass sie sich bei ihm geborgen fühle, sind der Symbolismus von Samen als Milch und der unterdrückt sexuelle Inhalt [und Hinweis auf sexuellen Missbrauch in dieser Beziehung] unverkennbare Elemente von Premas [aus dem Unterbewusstsein stammenden] Beschreibung.


© The 50 Million Missing Campaign“. Alle Rechte vorbehalten. Bitte beachten Sie bei Weitergabe unsere Hinweise zum Copyright.

ZUR AUTORIN
Rita Banerji ist Autorin, Frauenrechtsaktivistin und Begründerin von “The 50 Million Missing”, einer Kampagne zur Beendung des Völkermords am weiblichen Geschlecht in Indien. Ihr Buch „Sex and Power: Defining History Shaping Societies“ ist ein historischer und gesellschaftlicher Blick darauf, wie die Beziehung von Geschlecht und Macht in Indien zum anhaltenden weiblichen Genderzid führte. Ihre Webseite ist zu finden unter www.ritabanerji.com. Sie bloggt auf Revolutions in my Space und twittert auf @Rita_Banerji.

ZUR ÜBERSETZERIN
Carmen Berelson ist gebürtige Deutsche, wurde in Deutschland zur Übersetzerin ausgebildet und übt diesen Beruf (Fachgebiete Recht, Wirtschaft und Finanzen) freiberuflich in den Vereinigten Staaten aus. Sie interessiert sich für die Rechte von Mensch und Tier, für Ethik und Umweltbelange. Carmen ist unter
CBerelson@aol.com zu erreichen. Ihr Profil ist zu finden unter http://www.atanet.org/onlinedirectories/tsd_listings/tsd_view.fpl?id=2469.

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11 Sicherheitstipps für Frauen, die alleine in Indien leben oder reisen

Aus dem englischen Original übersetzt von Alexander Ohnmeiß

Foto: Sirengsongs. Alle Rechte vorbehalten.

Da immer mehr indische Frauen in ihrem Job reisen müssen oder bis in die späten Stunden im Büro beschäftigt sind, ist die persönliche Sicherheit zum wichtigsten Anliegen berufstätiger Frauen in Indien geworden.

Eine kürzlich erhobene Umfrage hat ergeben, dass
94 % der indischen Frauen sich nicht sicher fühlen dabei, in Indien alleine zu leben, alleine zu reisen oder alleine in einem Hotel zu sein. Von denjenigen, die außerhalb von Indien unterwegs waren, sagen die meisten, sie würden sich in westlichen Ländern alleine auf Reisen oder in Hotels sicher fühlen! Sexuelle Belästigung auf offener Straße, Handgreiflichkeiten und Verfolgung werden in Indien als „normaler“ Teil des alltäglichen Lebens angesehen und von Frauen wird erwartet, sich damit zu arrangieren.  Und obwohl die meisten Vergewaltigungen in Indien niemals gemeldet werden, oder die gemeldeten von der Polizei nicht schriftlich aufgenommen werden, ist Vergewaltigung immer noch das am schnellsten wachsende Gewaltverbrechen im heutigen Indien. Außerdem wird ein alamierender Anstieg der Anzahl gemeldeter Vergewaltigungen an weiblichen Touristen verzeichnet.

Hier sind 11 Tipps der „The 50 Million Missing Campaign“ zur Sicherheit aller allein reisender und allein lebender Frauen in Indien:

1. Obwohl es keinen Grund dafür geben sollte, dass man als Frau nicht alleine lebt oder reist, ist es eine Tatsache, dass es für Singlefrauen in Indien sicherer sein könnte, mit wenigstens einer oder zwei weiteren Personen zu wohnen oder unterwegs zu sein. Wenn Sie in männlicher Begleitung sind, verringert sich in der Regel die Wahrscheinlichkeit, sexuell genötigt oder belästigt zu werden. (Wir sagen hier nicht, dass es so sein sollte! Es beschneidet das Recht der Frauen auf Bewegungsfreiheit und ist grundlegend sexistisch. Aber es ist eine Sicherheitsvorkehrung, die in Indien bis zu einem gewissen Grad funktioniert.)

2. Falls Sie im Auftrag Ihres Arbeitgebers unterwegs sind oder aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt gezogen sind, bitten Sie Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation – um Ihrer persönlichen Sicherheit willen – die Vorkehrungen für Ihren Aufenthalt über bekannte lokale Kontakte abzuwickeln. Oder erfragen Sie bekannte und vertrauenswürdige Kontaktpersonen, über die Sie die Angelegenheit selbst regeln können.  Sollten Sie in einem Hotel absteigen, vergewissern Sie sich, dass Ihre Zimmertüre mit einem Riegel oder einer Kette von INNEN geschlossen werden kann und halten Sie die Türe immer verschlossen und verriegelt, sobald Sie im Zimmer sind. Führen Sie immer einen tragbaren Türstopper mit sich und setzen Sie diesen nachts auf jeden Fall ein, oder verwenden Sie andere Objekte, die sich als Türstopper eignen. Sollten Sie im Erdgeschoss oder im ersten Stock übernachten, stellen Sie sicher, dass die Fenster vergittert sind. Lassen Sie auf gar keinen Fall Ihre Balkontüre über Nacht offen stehen während Sie schlafen. Sollten Sie Essen oder anderes auf’s Zimmer bestellen, lassen Sie die Türe nicht offen stehen und bitten Sie das Servicepersonal nicht herein. Warten Sie auf dessen Anklopfen und nehmen Sie die Lieferung an der Türe in Empfang.

3. Machen Sie den Punkt „Sicherheit“ bei der Planung Ihres Reise- oder Mietbudgets zur obersten Priorität. Je niedriger der Preis, desto höher ist in den meisten Fällen das Sicherheitsrisiko. Vielleicht erscheint es wie ein gutes, billiges Angebot – für die Miete eines Hauses, Appartements, Hotelzimmers, für Reiseleiter, Transportmittel, Tour-Pauschale, etc. – ABER je undurchsichtiger das Angebot, desto größer wird Ihr Sicherheitsrisiko. Besser bedient sind Sie mit einem bekannten Reiseziel, Veranstalter, Hotel, etc. Oder Sie folgen Empfehlungen Ihnen persönlich bekannter ALLEINSTEHENDER FRAUEN. (Denken Sie daran, für Männer ist es einfach nicht  das Selbe!)

4. Nehmen Sie niemals Essen und Trinken von Fremden an (vor allem nicht in Bussen, Zügen und in Hotels), auch wenn sie Ihnen freundlich erscheinen und sehr beharrlich sind. Es gab Fälle, in denen die angebotenen Speisen und Getränke mit Drogen versetzt waren. Die unvorsichtigen Reisenden wurden dann ausgeraubt und/oder sexuell missbraucht. Besuchen Sie Bars und Restaurants, die stark frequentiert werden (auf diese Weise ist auch Ihr Essen frischer  :) ) und was immer Sie trinken, bestehen Sie auf eine versiegelte Flasche (untersuchen Sie das Siegel gründlich). 

5. Speziell für weibliche Touristen aus westlichen Ländern: Vermeiden Sie jede Art von Körperkontakt mit Männern, die Sie gerade erst kennengelernt haben und auch mit jenen, die Sie seit ein paar Tagen kennen. Umarmungen und Händeschütteln sind tabu. Bleiben Sie stattdessen beim üblichen ‚Namaste’.

6. Augenkontakt mit unbekannten Männern sollte nur kurz und niemals vertraulich sein. Direkter Augenkontakt gepaart mit einem Lächeln ist auch nicht ratsam. Dies wird oft falsch interpretiert. Bei der Wortwahl können Sie zwanglos sein, aber Ihre Körpersprache sollte distanziert und wachsam sein.

7. Wenn Sie in Low-Budget-Hotels wohnen oder sich an öffentlichen Plätzen, einem Markt, auf dem Dorf, etc. aufhalten, tragen Sie weitgeschnittene Kleidung und versuchen Sie, Arme und Beine bedeckt zu halten. Das könnte (oder könnte auch nicht!) dabei helfen, gaffende männliche Blicke oder Belästigungen zu vermeiden!

8. Vermeiden Sie jegliche Fortbewegung in der Nacht. Steigen Sie niemals in ein Taxi oder Auto, in dem mehr als ein Mann sitzt. Setzen Sie sich auf einen Platz neben der Tür und steigen Sie sofort aus, wenn weitere Männer zusteigen. Fahren Sie niemals bei einem Fremden mit und nehmen Sie eine solche Einladung niemals an, auch wenn er noch so freundlich erscheint. Schauen Sie sich auf Zugreisen Ihre Mitreisenden im Abteil aufmerksam an. Sollten Sie sich nicht ganz sicher fühlen, bleiben Sie auf der Hut – nicht einschlafen. Wenn Sie irgendwo nach dem Weg suchen, fragen Sie jemanden. Aber gehen Sie niemals mit, wenn jemand sagt: „Follow me, I will show you“ (Folgen Sie mir, ich zeige es Ihnen). Folgen Sie der Beschreibung und kontrollieren Sie sie durch Nachfragen bei anderen Leuten, die Ihnen begegnen, um sicher zu gehen, dass Sie auf dem richtigen Weg sind. Stimmen Sie niemals zu, sich mit Leuten, die Sie kaum kennen, in einem Haus oder Hotel zu treffen. Wenn Sie sich treffen und reden müssen, bitten Sie darum, sich in einem Café o.ä. Ihrer Wahl zu treffen. Kommen und gehen Sie getrennt.

9. Setzen Sie Grenzen mit Ihrer Körpersprache. In der Regel loten Männer, die es auf eine Gelegenheit für eine scheinbar „unbeabsichtigte“ Berührung oder ungebetenen Körperkontakt anlegen, zuerst Ihre Grenzen aus. Sie setzen sich zum Beispiel einfach zu nahe neben Sie oder berühren Ihre Hand. Indische Frauen werden dabei oft ängstlich und nervös und sind nicht in der Lage, ihre Stimme zu erheben. Frauen aus dem Ausland sind häufig besorgt, sie könnten unfreundlich, rassistisch oder arrogant wirken. Aber die Regel für Sicherheit ist in diesem Fall die gleiche für alle Frauen, egal wo auf der Welt sie sich befinden: WENN DU DICH UNBEHAGLICH FÜHLST, DANN IST ES NICHT O.K.  Auf vollen Plätzen zeigen Sie Ihre persönlichen Grenzen ausdrücklich auf. Gehen Sie weg oder entziehen Sie Ihre Hand. Sollten die Aufdringlichkeiten andauern, sagen Sie laut und bestimmt „Do not touch me!“ (Fassen Sie mich nicht an!)  Wirken Sie niemals zögerlich oder entschuldigend. Wenn Sie sich aber an einem abgelegenen Ort mit wenig anderen Passanten befinden, verhalten Sie sich nicht zu bestimmt oder aggressiv. Versuchen Sie nur, so schnell wie  möglich wegzukommen.

10. Vermeiden Sie überlaufene Plätze – wie Busse und Festivals. Dort nutzen Männer häufig die Gelegenheit, Frauen zu belästigen. Hüten Sie sich in solchen Situationen besonders vor direkter und wütender Konfrontation.  Menschenansammlungen in Indien sind bekanntlich unberechenbar. Indische Frauen beschweren sich oft nicht, weil die Menge anfängt, ihnen selbst die Schuld zu geben. Halten Sie sich bei einem Festival am Rand der Menschenmenge auf.  In einem Bus oder auf dem Markt erheben Sie Ihre Stimme und fragen Sie höflich aber bestimmt “What are you doing?” („Was machen Sie da?). Und vergessen Sie nicht: Schuldgefühle funktionieren besser als Zorn.

11. Die goldene Sicherheitsregel für Frauen ungeachtet des Aufenthaltsorts:

Achten sie jederzeit aufmerksam auf Ihre Umgebung und auf die Leute um Sie herum.

Verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl und hinterfragen Sie es nicht. (Es ist besser, sich geirrt zu haben und sicher zu sein, als sich zu irren und und es bedauern zu müssen!)

Handeln Sie intelligent und gemäß ihrer Beobachtungen und Instinkte.

 

ZUM FOTOGRAFEN
Sirensongs ist Gründungsmitglied und Mitwirkender der The 50 Million Missing Campaign Fotografen Gruppe auf Flickr.  Diese wird von 2400 Fotografen aus aller Welt unterstützt. Um weitere ihrer Werke zu sehen, klicken Sie bitte hier.

Kinderschänder aus dem Ausland erhalten Sorgerecht für indische Mädchen

Aus dem englischen Original übersetzt von Sönke Rickertsen

surrogates indiaDie Besorgnis über Indiens Gesetz zur Leihmutterschaft, einem der weltweit am wenigsten regulierten, wächst. Es ermöglicht die wirtschaftliche Ausbeutung armer Frauen durch ihre eigenen Familien zur Erzielung von Einnahmen durch wiederholte erzwungene Schwangerschaften für ausländische „Kunden“. Es zeichnet sich ab, dass sich in Ermangelung einer vernünftigen Regulierung dieser Missbrauch auch auf andere Bereiche ausdehnt.

Durch eine Vereinbarung mit einer Leihmutter in Indien erhielt kürzlich ein wegen serieller Vergewaltigungen kleiner Mädchen verurteilter Sexualstraftäter aus Israel das Sorgerecht  für ein 4-jähriges indisches Mädchen. Der Israel National Council for the Child (israelischer Nationalrat für Kinder) erhielt anonyme Hinweise zu diesem Mann. Die Sozialfürsorge stellte ihn unter Beobachtung und ordnete eine psychiatrische Therapie an. Das Kind wurde jedoch nicht der Obhut dieses Mannes entzogen.

Einem Bericht zufolge müssen sich zukünftige Adoptiveltern in Israel gründlichen Überprüfungen ihres Hintergrunds unterziehen. Für Menschen, die Kinder von Leihmüttern aus dem Ausland adoptieren, gilt dies allerdings nicht.

Diese Geschichte wiederholt sich bei indischen, ins Ausland adoptierten Kindern. Indien hat eines der strengsten Gesetze für Adoptionen ins Ausland, obwohl Millionen Mädchen in indischen Kinderheimen ein Zuhause und liebevolle Eltern brauchen. Einer der angegebenen Gründe für Indiens strenge Adoptionsgesetze ins Ausland ist, dass die Regierung sicher stellen will, dass diese Kinder nicht in falsche Hände geraten!

child abuse

„Ich wurde verkauft, ich wurde benutzt und jetzt werde ich weggeworfen.“

Die aus Indien adoptierte Jennifer Haynes wurde 2008 aus den USA nach Indien abgeschoben. Ein amerikanisches Ehepaar hatte Jennifer als 8-jährige aus Indien adoptiert. Sie zog nach Amerika, wo ihr Stiefvater, Edward Hancox, sie sexuell missbrauchte. Anschließend wurde sie von einer Pflegefamilie zur anderen gereicht, ganze 50 Pflegestellen hatte sie am Ende durchlaufen.

2008 wurde Jennifer als 32-jährige wegen Drogenbesitzes angeklagt. Dabei wurde festgestellt, das sie keinerlei legalen Status in den USA hatte, also wurde sie nach Indien deportiert. Es gibt viele Fälle wie den von Jennifer.

Die indische Regierung muss die Verantwortung für ihre Verfahrensweise bei Adoptionen und Leihmutterschaften übernehmen!


ZUM ÜBERSETZER
Sönke Rickertsen ist freischaffender Schriftsteller, Sänger, Musiker und Künstler. Er lebt in Melbourne, Australien und kann über Facebook kontaktiert werden.

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