Wenn Indiens Oberster Gerichtshof entscheidet, dass vorehelicher #Sex für #Frauen unmoralisch ist

Aus dem englischen Original übersetzt von Tina Sternberg

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Jungfräulichkeitstests sind eine Beleidigung für die Würde der Frau

Eine 2013 durchgeführte Studie der India Today Group und dem Marktforschungsinstitut MDRA zu den sexuellen Gepflogenheiten und der sexuellen Einstellung von Männern und Frauen in Indien hat Erstaunliches zutage gefördert. Sie offenbart, dass trotz der zunehmenden Verbreitung vorehelichen Geschlechtsverkehrs unter Männern und Frauen, 77% der Männer angeben, sie würden keine Frau heiraten, die keine Jungfrau mehr ist! Vor Massenhochzeiten, die die Regierung für arme Familien organisiert, werden die Bräute gezwungen, sich durch einen Jungfräulichkeitstest zu qualifizieren!

Im Januar 2014 hat der Oberste Gerichtshof in Neu-Delhi verfügt, dass eine erwachsene Frau, die vorehelichen Sex hat, …dies auf eigenes Risiko  tut … [und]  sie verstehen muss, dass sie sich einem Akt hingibt, der nicht nur unmoralisch ist, sondern auch gegen die Lehre jeder Religion verstößt.

In einem Artikel mit dem Titel „Braut und Vorurteil“ im Magazin India Today untersucht Rita Banerji, warum indische Männer so grundkonservativ bleiben, selbst innerhalb gebildeter Kreise. Außerdem führt sie aus, warum die Fixierung auf die Jungfräulichkeit der Frau als grundlegende Wahrnehmung der weiblichen Sexualität auch ein Grund für andere Formen sexueller Einschränkungen und Gewalttätigkeiten ist, die sich in Indien gegen Frauen richten.

Den vollständigen englischsprachigen Artikel können Sie hier nachlesen: http://indiatoday.intoday.in/story/india-today-group-mdra-2013-sex-survey-virginity-sexuality-marriage/1/328135.html (Die deutsche Übersetzung finden Sie hier: http://wp.me/p3pTPS-nu)



ZUR AUTORIN

Rita Banerji ist Autorin, Frauenrechtsaktivistin und Begründerin von “The 50 Million Missing”, einer Kampagne zur Beendung des Völkermords am weiblichen Geschlecht in Indien. Ihr Buch „Sex and Power: Defining History Shaping Societies“ ist ein historischer und gesellschaftlicher Blick darauf, wie die Beziehung von Geschlecht und Macht in Indien zum anhaltenden weiblichen Genderzid führte. Ihre Webseite ist zu finden unter www.ritabanerji.com. Sie bloggt auf Revolutions in my Space und twittert auf @Rita_Banerji.

 

ZUR ÜBERSETZERIN

Tina Sternberg hat nach ihrem Studium der Literatur und Medien acht Monate in Indien gelebt. Die oft brutalen Widersprüche zwischen zukunftsorientierter Zivilisation und altertümlicher Kultur gehen ihr seither nicht mehr aus dem Kopf.

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@Women Deliver muss sich beim Opfer der #Gruppenvergewaltigung von #Suryanelli entschuldigen!

Aus dem englischen Original übersetzt von Tina Sternberg


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Im Mai 2013 hat die in den USA ansässige  Frauenrechtsorganisation Women Deliver den indischen Politiker P.J. Kurien eingeladen, anlässlich ihrer diesjährigen „Konferenz zur Selbstbestimmung der Frau über die Fortpflanzung“ eine Rede zu halten – einen Mann, der in einen der spektakulärsten Fälle von Gruppenvergewaltigung an und Sexhandel mit einem Teenager-Mädchen in Indien (den Suryanelli-Fall) verwickelt ist.

Eine 16-jährige Schülerin wurde in der Stadt Suryanelli entführt und 40 Tage lang gefangen gehalten. In dieser Zeit wurde sie von 42 Männern, an die sie „verkauft“ worden war, vergewaltigt. Als man sie schließlich fand, war sie so schwer misshandelt und hatte so viel Blut verloren, dass die Ärzte erklärten: Ein paar Tage später und sie wäre tot gewesen! Hier können Sie die ganze Geschichte zum Suryanelli-Fall lesen.

Einer der Beschuldigten in diesem Fall war P.J. Kurien. Er wurde anlässlich einer Gegenüberstellung vom Opfer identifiziert, aber niemals festgenommen. Die indische Regierung schützte ihn weiterhin, so wie sie auch andere Vergewaltiger aus Regierungskreisen schützt. Indische Frauenrechtlerinnen kämpfen schon seit Langem gegen die Regierung und das System, um diese Politiker daraus zu verbannen. Zu Beginn des Jahres 2013 veröffentlichte ein Team aus drei Oberrichtern unter der Leitung des kürzlich verstorbenen Richters Jagdish Sharan Verma einen eindringlichen Bericht zur sexuellen Gewalt an Frauen in Indien. Eine seiner wichtigsten Forderungen war es, dass solche Politiker ihrer Ämter enthoben und strafrechtlich verfolgt werden.

Der Suryanelli-Fall und Kuriens Schlüsselrolle darin, ihn zu vertuschen, stand im Fokus eines Streits zwischen indischen Frauenrechtlerinnen und der Regierung. Bei dem Streit ging es darum, jene Politiker, denen eine Vergewaltigung vorgeworfen wird, ihrer Macht zu entheben und so das politische System zu säubern. Weitere Informationen zu dieser Auseinandersetzung finden Sie hier. Feministinnen im ganzen Land sind außer sich angesichts dieses Falls! Kuriens Einladung durch Women Deliver ist nicht nur eine massive Demütigung für die indische Frauenbewegung, sie ist auch eine Herabwürdigung der ungeheuren Aufgabe, mit der wir uns hier konfrontiert sehen. kurien

Die ganze Angelegenheit ist wie ein Schlag ins Gesicht, vor allem wenn man sich die hochkarätigen Redner anschaut, neben denen Kurien sein Wort an das Publikum richten durfte. Weitere Redner waren Melinda Gates, Babatunde Osotimehin (Leiter des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen), Helen Clark (Leiterin des Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen)und Chelsea Clinton!

Als indische Frauenrechtsgruppen, die in diesem Fall jahrelang für Gerechtigkeit gekämpft haben, gegen diesen Vorfall protestierten,  gab Women Deliver folgende Erklärung ab: „Uns war nicht bekannt, dass dem indischen Abgeordneten P.J. Kurien Vergewaltigung vorgeworfen wird. Zwar können wir zu den konkreten Vorwürfen keine Stellung nehmen, doch wenn wir von dem Konflikt gewusst hätten, hätten wir P.J. Kurien nicht erlaubt, auf der Nebenveranstaltung zu sprechen. Es ist sowohl unsere zentrale Aufgabe als Organisation, gegen Gewalt gegen Frauen Stellung zu beziehen, als auch einer der Hauptpunkte dieser globalen Konferenz.“

Kann diese Aussage als Unterstützung für das Opfer und die indische Frauenrechtsbewegung gewertet werden?

Können diese Äußerungen als Entschuldigung an das Opfer und die indische Frauenrechtsbewegung gewertet werden?

Wäre das Opfer amerikanisch, würde Women Deliver die gleiche Art von Erklärung abgeben?

Wäre dieses Statement akzeptabel für westliche Frauenrechtsgruppen, wenn das Opfer aus ihrem Land stammen würde und die Aussage einer Verunglimpfung ihres Kampfes gegen Gewalt gleich käme?

Schuldet Women Deliver dem Suryanelli-Opfer nicht eine unmittelbare Entschuldigung?

Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition an ‘Women Deliver’ und fordern Sie sie auf, sich offiziell beim Opfer zu entschuldigen:

1) Klicken Sie hier um über Change.org zu unterzeichnen

2) Klicken Sie hier um über Causes.com (Facebook) zu unterzeichnen

 

ZUR ÜBERSETZERIN

Tina Sternberg hat nach ihrem Studium der Literatur und Medien acht Monate in Indien gelebt. Die oft brutalen Widersprüche zwischen zukunftsorientierter Zivilisation und altertümlicher Kultur gehen ihr seither nicht mehr aus dem Kopf.

Ist Menstruation ein Verbrechen?

Aus dem englischen Original übersetzt von Tina Sternberg

Foto: Ramendra Singh Bhadauria ©
Die Gottheit Kamakya von Assam in Ostindien
während ihrer Menstruation

Im Dezember 2010 hat die Kriminalpolizei im Auftrag der Landesregierung von Kerala, Indien, gegen die indische Schauspielerin Jayamala ermittelt und sie offiziell dafür angeklagt, das indische Gesetz verletzt zu haben.

Ihr Verbrechen besteht offenbar darin, einem Geschlecht anzugehören, das menstruiert!

Jayamala wurde unter Berufung auf Paragraph 295 des indischen Strafgesetzbuchs für „vorsätzliche und niederträchtige Handlungen mit dem Ziel, die Gefühle einer Schicht durch Beleidigung ihrer Religion oder religiösen Überzeugungen zu verletzen“ angeklagt.

Worin bestand Jayamalas „vorsätzliche und niederträchtige“ Handlung?

Ihr Verbrechen war es, im Alter von 18 Jahren einen bestimmten Tempel zu besuchen, um dort zu beten – das war vor etwa 23 Jahren.

Und warum „verletzt” dieser simple Akt der religiösen Hingabe einige Menschen? Warum haben sie ihn als „Beleidigung” empfunden? 

Weil in diesem speziellen Tempel – wie in so vielen in Indien – eine alte Regel gilt: Frauen, die menstruieren, dürfen den Tempel nicht betreten. Menstruierende Mädchen und Frauen werden in den meisten Teilen Indiens als „unrein“ und „verschmutzend“ betrachtet – wie etwa ein Müllhaufen, ein faulender Kompost oder giftige Abgase. Es heißt, dass menstruierende Frauen die Umgebung, die sie betreten, verschmutzen. Und weil der Tempel ein heiliger Ort ist, besteht die einzige Möglichkeit ihn ‚sauber’ zu halten darin, Verschmutzern den Zugang zu verwehren. Um zu gewährleisten, dass kein Verschmutzer den Tempel betritt, hat der Tempel ein Gesetz erlassen, dass keine Frau zwischen 10 und 50 Jahren (den Menstruationsjahren) am heiligen Schrein beten darf.

Indem sie also gegen dieses Gesetz verstoßen hat, hat Jayamala im Alter von 18 Jahren (vor mehr als 23 Jahren) den Tempel beschmutzt, hat die „Gefühle“ der Öffentlichkeit „beleidigt“ und „verletzt“ und musste Polizei und Justiz gegenüber Rechenschaft ablegen.

Ihr „Verbrechen” wurde entdeckt als im Tempel eine routinemäßige astrologische Untersuchung der Rituale bei der Gottesanbetung stattfand. Diese Untersuchung hat ergeben, dass die heiligen Zeremonien gestört wurden, weil einige Frauen das Heiligtum betreten hatten. Aus Angst vor den Konsequenzen hat die arme Jayamala ihr „Verbrechen“ zugegeben und gesagt, sie habe den Tempel „aus Versehen“ betreten, als sie von der Menschenmenge hineingeschoben wurde.

Dies führte zu weiteren Untersuchungen der Kriminalpolizei im Auftrag der Landesregierung!

Sie befanden, Jayamala habe unmöglich hineingedrängt werden können, weil die Tempelstufen zum Heiligtum  hinauf führten. Die Polizei schloss daraus, dass sie gelogen hatte und klagte sie wegen Falschaussage an, unter Berufung auf Paragraph 295 des indischen Strafgesetzbuchs für „vorsätzliche und niederträchtige Handlungen mit dem Ziel, die Gefühle einer Schicht durch Beleidigung ihrer Religion oder religiösen Überzeugungen zu verletzen“.

Abgesehen von einem kleinen Teil der indischen Bevölkerung, der frustriert an den Nägeln kaut angesichts der unfassbaren Engstirnigkeit und des Verstoßes gegen das Recht eines jeden Menschen, frei zu beten, gibt es in Indien wenig öffentliche Sympathie für Jayamala.  Wie  ein Journalist in einer bekannten englischen Zeitung in Indien festgestellt hat: „Ist es möglich, moderne Kategorien wie das Recht der Geschlechter in Glaubensfragen streng auszulegen? Können wir eine gefestigte Tradition im Namen der Gleichstellung der Geschlechter aufheben? Genau genommen werden es viele Gläubige -Frauen eingeschlossen- ablehnen, eine Geschlechterfrage in diesen Brauch hinein zu interpretieren. Es gibt nichts Sexistisches an dieser Praxis, denn der Tempel erlaubt ja den Eintritt von Mädchen unter 10 und Frauen über 50 Jahren. Eine gesetzliche Intervention wird diese Situation vermutlich nicht ändern, da es sich um eine Angelegenheit von Tradition und Glauben handelt.“

Die Vorstellung, menstruierende Frauen seien „unrein“ und „verschnutzend“ wird von den meisten Menschen aus allen Schichten innerhalb der indischen Gesellschaft aufrecht erhalten – auf dem Land und in den Städten, gebildet und ungebildet, reich und arm. Oft wird es Frauen verboten, bestimmte Räume im Haus zu betreten, sich bestimmten Menschen zu nähern und sich an bestimmten Aktivitäten zu beteiligen. In einigen Haushalten werden sie in gesonderten Räumen isoliert untergebracht. Wenn sie versehentlich etwas tun, das ihnen nicht erlaubt ist, oder einen Ort betreten, den sie nicht betreten sollen, muss ein Reinigungsritual durchgeführt werden, um den Ort zu säubern. Sogar Gandhi hat gesagt, dass die Menstruation aufgrund der weiblichen Sexualität eine Manifestation für die entstellte Seele der Frau sei. Er glaubte daran, dass eine Frau automatisch aufhören würde zu menstruieren, wenn ihre Seele rein wäre.

Wo liegt der Ursprung dieses Wahnsinns?

Könnte es Angst sein?

Eine tiefe, morbide, kollektive, psychotische Angst – eine Angst, die tief in der Geschichte und Kultur Indiens verwurzelt ist?

Einige der altertümlichen Texte Indiens, wie etwa die mehr als 2000 Jahre alten vedischen Schriften, berichten „Menstruationsblut wurde als bösestes Zeichen für die Macht der Frau angesehen. Man glaubte, dass die Braut des Mondgottes es während der Hochzeit schaffte, ihren Bräutigam in ihrem rot- und lilafarbenen Brautkleid einzufangen und ihm ein ewiges Mal aufzuerlegen, das ihn für immer in ihren Bann schloss… Das Menstruationsblut wurde als wildes und böses Tier betrachtet,  … das einen Mann verbrennen, beißen, kratzen, vergiften und sogar töten kann. Das Blut, das beim Reißen des Jungfernhäutchens austritt, wurde als ähnlich gefährlich [für den Mann] betrachtet. Nach der Hochzeitsnacht wurde das blutbefleckte Brautkleid an den Priester übergeben, der es zerriss und in die zeremoniellen Flammen warf, um die Braut von ihren bösen Kräften zu befreien.” (Rita Banerji, Sex and Power, Penguin Global, 2009, pg.49)

Die Frage heißt deshalb: Ist es diese Angst,  diese tief verwurzelte Angst vor der weiblichen Sexualität, die nicht nur einzelnen Vorfällen wie der Kriminalisierung von Jamayalas Akt der Gottesverehrung, sondern auch dem übergeordneten Problem der systematischen Gewalt gegenüber Mädchen und Frauen in Indien zugrunde liegt?

Ist es diese kollektive, historische Angst vor der weiblichen Sexualität, die diese vollkommen irrationale, systematische Massenvernichtung von Frauen in Indien antreibt?

50 Millionen Frauen erbarmungslos ausgerottet innerhalb von drei Generationen! Das ist beispiellos!

Wenn man die Völkermorde dieser Welt betrachtet, zeichnet sich ein absolut  irrationaler Hass und eine ebenso starke Angst vor der diskriminierten Gruppe erkennbar als treibende Kraft ab.

Ist es nicht Zeit für Indien, dieser Angst ins Auge zu blicken? Sie anzuerkennen? Und zu lernen, wie eine fortschrittliche Nation damit umzugehen?

© „The 50 Million Missing Campaign“. Alle Rechte vorbehalten. Bitte beachten Sie bei Weitergabe unsere Hinweise zum Copyright.
 

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Tina Sternberg hat nach ihrem Studium der Literatur und Medien acht Monate in Indien gelebt. Die oft brutalen Widersprüche zwischen zukunftsorientierter Zivilisation und altertümlicher Kultur gehen ihr seither nicht mehr aus dem Kopf.

Nita Bhalla: Ich habe das Schweigen über die Gewalt an Geschäftsfrauen wie mir gebrochen

Aus dem englischen Original übersetzt von Tina Sternberg

Während ich in den vergangenen drei Jahren als Journalistin in Südasien über Frauenrechte berichtet habe, habe ich die Vielzahl an Bedrohungen kennen gelernt, von denen die Millionen von Frauen in dieser zutiefst patriarchalischen Region heimgesucht werden.
Ich denke noch immer: „Das ist nicht passiert. Das passiert Frauen wie mir nicht.“
Die meisten der Opfer, über die wir in Indien gelesen haben, sind weitgehend ungebildete Frauen aus ärmeren Verhältnissen – was die allgemeine Wahrnehmung verstärkt, dass häusliche Gewalt oder Gewalt in Partnerschaften in Bevölkerungsgruppen mit einem niedrigeren soziökonomischen Status weiter verbreitet ist als in anderen Bevölkerungsschichten.
Jedoch sehen sich auch gebildete Frauen in Indien mit solchen Misshandlungen konfrontiert, nur sprechen sie selten davon.
Und nun bin ich es also, eine berufstätige, gebildete, unabhängige Frau , die im Trauma-Zentrum des Institute of Medical Sciences in Neu-Dheli hinter einem Vorhang steht, um mich vor einer Krankenschwester auszuziehen und meine Verletzungen untersuchen zu lassen.
Obwohl körperliche und sexuelle Gewalt gegenüber Frauen leider etwas ist, das jeder Gesellschaft zu schaffen macht, ist es unfassbar, in welch hohem Ausmaß diese Gewalt in Indien akzeptiert wird.
Eine Umfrage zur Gesundheit von Familien in Indien (National Family Health Survey), hat ergeben, dass 51% der indischen Männer und 54% der indischen Frauen es entschuldbar finden, wenn ein Mann seine Frau schlägt.
Und das SCHWEIGEN, das diese Misshandlungen umgibt, hilft dabei, deren Akzeptanz aufrecht zu erhalten … dieses unbegreifliche Schweigen der anderen, – Familie, Freunde, Nachbarn, sogar Passanten – die es vorziehen, sich blind zu stellen.
Aber jetzt habe ich dieses Schweigen erfahren.
Als er mir an den Haaren zog und mich mit den Füßen trat, während ich auf dem Asphalt lag, war da dieses ohrenbetäubende Schweigen von meinen Nachbarn, die meine Schreie hörten, aber zögerten einzugreifen,  … der Gruppe junger Männer, die an uns vorbeiging und ein paar Meter weiter stehen blieb, um dabei zuzusehen, wie er mich schlug.

ZUR AUTORIN

Nita Bhalla ist Journalistin und Korrespondentin der Thomas Reuters Foundation für Humanität und Frauen in der Region Südasien. Dieser Auszug stammt aus ihrer persönlichen Abhandlung für die BBC „Becoming an abuse statistic in patriarchal India“ (Teil der Misshandlungsstatistik im patriarchalischen Indien werden). Sie twittert auf @nitabhalla

ZUR ÜBERSETZERIN

Tina Sternberg hat nach ihrem Studium der Literatur und Medien acht Monate in Indien gelebt. Die oft brutalen Widersprüche zwischen zukunftsorientierter Zivilisation und altertümlicher Kultur gehen ihr seither nicht mehr aus dem Kopf.

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